Glossar - Begrifferklärungen

Hier finden Sie eine Übersicht mit Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen, die auf diesen Seiten verwendet werden.

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24-Stunden-Blutdruckmessung

Eine Blutdruckmessung, die über 24 Stunden durchgeführt wird.

A
ABDM

Ambulante Blutdruckmessung = 24-Stunden-Blutdruckmessung; Verfahren zur Erkennung eines Bluthochdrucks; gemessen wird tagsüber automatisch alle ¼, nachts alle ½ Stunde. Ab einem Tagesmittelwert von 135/85 mm Hg, einem Nachtmittelwert von 120/75 mm Hg und einem 24-Stunden-Mittelwert von 130/80 mm Hg spricht man von Bluthochdruck.

ACE-Hemmer

Arzneistoffe, die das ACE (Angiotensin-Conversions-Enzym) und damit die Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II hemmen; dadurch wird die gefäßverengende Wirkung von Angiotensin II aufgehoben. Gelegentliche Nebenwirkungen: Hautausschlag, trockener Reizhusten.

Adams-Stokes-Anfall

Lebensbedrohlicher Anfall mit Bewußtlosigkeit durch länger anhaltende, verminderte Hirndurchblutung infolge einer Herzrhythmusstörung (Asystolie, extreme Verlangsamung des Herzschlages, Kammerflimmern).

Adenom

Geschwulst aus Drüsengewebe; Adenome können Hormone bilden, die blutdrucksteigernd wirken, z. B. Adenome in der Nebennierenrinde (Conn-Syndrom, Aldosteronismus).

Adipositas

Fettsucht; liegt vor, wenn der Body Mass Index (BMI) über 30 kg/m², Übergewicht bei einem Body Mass Index über 25 kg/m². Übergewicht und Fettsucht führen zur Verminderung der Lebenserwartung durch Folgekrankheiten (Bluthochdruck, Diabetes, Gicht). Das Körpergewicht erlaubt nach neueren Untersuchungen allein keine Risikoeinschätzung, das Risiko ist vom Fett-Verteilungstyp abhängig. Eine Fettleibigkeit mit vorwiegend bauchbetontem Fettansatz (sog. androide = männliche) Fettverteilung) ist häufiger von Hochdruck und Herzerkrankungen begleitet als die oberschenkelbetonte Fettsucht (gynoide = weibliche) Fettverteilung). Siehe auch Body-Mass-Index und Broca-Index.

Adrenalin

Hormon des sympathischen Nervensystems; steigert den Blutdruck und beschleunigt die Herztätigkeit, gehört zu den Katecholaminen.

Aldosteron

Hormon der Nebennierenrinde, das durch Einfluss auf die Nierenfunktion Kochsalz und Wasser im Körper zurückhält und dadurch den Blutdruck erhöht.

Aldosteronantagonisten

Arzneimittel (Spironolacton oder Eplerenon) die das Aldosteron hemmen und so zur Mehrausscheidung von Wasser und Kochsalz durch die Niere führen. Gleichzeitig wirken diese Mittel als Kaliumsparer.

Aldosteronismus

Übermäßige Produktion von Aldosteron in der Nebenniere, z. B. durch ein Nebennierenrinden-Adenom – gutartige Geschwulst aus Drüsengewebe – oder bei beidseitiger Gewebsvermehrung der Nebennierenrinden (Hyperplasie). Die Folgen sind Bluthochdruck und in manchen Fällen Kaliummangel.

Alkoholische Getränke

Bei Männern nicht mehr als 30 g/Tag reinen Alkohol = ½ l Bier oder 2 Gläser Wein, bei Frauen nicht mehr als 20g/Tag. Alkohol kann, wenn er regelmäßig in größeren Mengen getrunken wird, an der Entstehung von Bluthochdruck mitbeteiligt sein. Alkohol ist konzentrierte Energie; 1 g Alkohol liefert 7 kcal bzw. 30 kJ. Viele alkoholische Getränke machen zudem Appetit, so dass Alkoholkonsum auch zum Übergewicht beiträgt.

Allopurinol

Medikament zur vermehrten Ausscheidung von Harnsäure

Alphablocker

Arzneistoffe (Doxazosin, Bunazosin, Terazosin), die durch Hemmung der Alpharezeptoren an den glatten Muskelfasern der Gefäßwände zur Gefäßerweiterung führen und damit den Blutdruck senken. Gelegentliche Nebenwirkungen: Herzklopfen, Kollaps bei der ersten Einnahme möglich.

Alpharezeptor

Struktur der Zellwand, die durch Adrenalin und Noradrenalin erregt wird. Erregung der Alpharezeptoren in den Gefäßen führt zur Gefäßverengung und zum Blutdruckanstieg.

Altersdiabetes

Zuckerkrankheit, die etwa im 5. Lebensjahrzehnt auftritt und meist zunächst nur mit Tabletten, nach längerer Verlaufszeit aber auch mit Insulin behandelt werden muss. Prinzipiell führt der Altersdiabetes zu denselben Spätschäden wie jeder andere Diabetes mellitus. Er bedarf deswegen schon von Anfang an einer sehr intensiven Behandlung.

Analgetika

Schmerzlindernde Mittel.

Anämie

Blutarmut mit Verminderung der roten Blutkörperchen und des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin).

Anamnese

Bericht über die bisherigen Erkrankungen eines Patienten.

Anastomose

Angeborene oder erworbene Verbindung von zwei Gefäßen oder zwei Hohlorganen (z. B. zwischen Magen und Dünndarm). Anastomosen werden auch zur Überbrückung von Gefäßverengungen durch Bypässe hergestellt.

Aneurysma

Gefäßerweiterung, beispielsweise der Hauptschlagader, siehe auch Aortenaneurysma oder im Gehirn.
Internet: Verein für Hirn-Aneurysma-Erkankte – Der Lebenszweig – e.V. www.hirn-aneurysma.de.

Angina pectoris

Engegefühl in der Brust, meistens als Folge einer Verengung und Verkalkung der Herzkranzgefäße. Der Schmerz beginnt meist direkt hinter dem Brustbein retrosternal.

Angioplastie

Aufdehnung von Blutgefäßen mit Hilfe eines Katheters, an dessen Spitze sich ein aufblasbarer Ballon befindet; wird bei Herzkranzgefäßverengung, aber auch bei Verengung von Arterien in anderen Körpergebieten eingesetzt. Abkürzung PTA = Perkutane Transluminale Angioplastie oder PTCA = Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie (Herzkatheter zur Erweiterung der Herzkranzgefäße).

Angiotensin II-Antagonisten

(Kurzbezeichnung: Sartane) Klasse von Blutdrucksenkern ähnlich den ACE-Hemmer. Blockieren den AT1-Rezeptor auf Gefäßmuskelzellen, an denen Angiotensin II anlegen möchte, um eine Gefäßverengung und damit eine Blutdrucksteigerung zu bewirken.

Antibiotika

Arzneimittel, die in den Körper gelangte Krankheitserreger (Bakterien) im Wachstum hemmen oder abtöten.

Antihypertonika (Antihypertensiva)

Blutdrucksenkende Medikamente mit verschiedenen Angriffspunkten im Gehirn, am Herzen, an den Nieren oder den Blutgefäßen. In der ersten Reihe stehen Betablocker, Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer, Angiotensin II-Antagonisten und Diuretika (Wassertabletten).

Antikoagulantien

Arzneimittel, die die Gerinnbarkeit des Blutes herabsetzen und so die Gefahr einer Gerinnselbildung in den Blutgefäßen (Thrombose) oder einer Embolie z.B. beim Vorhofflimmern verringern.

Aorta

Hauptschlagader des Körpers, die aus der linken Herzkammer entspringt und zahlreiche Äste zum Kopf und Gehirn sowie zu den Brustkorb- und Bauchorganen abgibt.

Aortenaneurysma

Krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader des Körpers, oft Folge einer langjährigen schlecht oder nicht behandelten Hypertonie. Bei Einriss der Wand (Dissektion) kann es zur Ruptur (Durchbruch) kommen.

Aortendissektion

Einriss der Aortenwand (Aortenaneurysma); begleitet von heftigstem Brustschmerz.

Aorteninsuffizienz

Aortenklappe zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader schließen nicht mehr vollständig. Dadurch fließt Blut in linke Herzkammer zurück. Bei der Blutdruckmessung fällt die große Differenz zwischen systolischem und niedrigem diastolischem Blutdruckwert auf.

Aortenisthmusstenose

Verengung der Körperschlagader (Aorta), meist im Bogenteil im Brustkorb; führt bei Kindern zu Bluthochdruck der oberen Körperhälfte; an den Beinen ist der Blutdruck erniedrigt. Die Pulse an den Beinen und Füßen sind beidseits nicht fühlbar.

Aortenklappe

Eine der insgesamt 4 Herzklappen, liegt zwischen der linken Herzkammer und der Aorta.

Aortokoronarer Bypass

Einpflanzung eines Gefäßstücks, meist einer Vene, zur Überbrückung einer verengten Herzkranzarterie.

Aphasie

Sprachstörung, die nach einer Schädigung der linken Hirnhälfte auftritt; betroffen ist die Sprachproduktion (motorische Aphasie), das Sprachverständnis (sensorische Aphasie) oder als globale Aphase beide Funktionen. Außerdem können das Nachsprechen sowie Schreiben und Lesen gestört sein; in Deutschland sind 400.000 Betroffene und 80.000 Neuerkrankte jedes Jahr. Ursache ist in vielen Fällen ein Schlaganfall, seltener ein Tumor, eine Entzündung des Gehirns oder eine Hirnverletzung.

Hotline der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: 0 18 05 / 093 093 zu bestimmten Terminen
Internet: Bundesverband Aphasie e.V. www.aphasiker.de

Apolipoprotein

(bedeutet: bei einem Fetteiweiß): Fetteiweiß im Blut in den verschiedenen Lipoproteinen wie HDL, LDL u.a. Es gibt verschiedene Apolipoproteine: Apo B vorwiegend in LDL und Apo A-1 in HDL. Günstig ist niedriges Apo B und ein hohes Apo A-1, während bei einem metabolischen Syndrom und Diabetes Typ II ein hohes Apo B und ein niedriges Apo A-1 vorliegt.

Apoplexie

Schlaganfall. Ursachen: Massenblutung im Hirn durch Einriss einer kleinen Arterie oder - häufiger Hirnerweichung durch Verschluss eines Hirngefäßes (sog. Hirninfarkt) führt zur Halbseitenlähmung und Sprachstörung, in schweren Fällen auch zu Koma und Tod, wenn es sich um eine Massenblutung handelt.

Appetitzügler

Appetithemmende Medikamente, die zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden. Sie haben oft schwerwiegende Nebenwirkungen und sollten deshalb nicht verwendet werden.

Applikation

Appetithemmende Medikamente, die zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden. Sie haben oft schwerwiegende Nebenwirkungen und sollten deshalb nicht verwendet werden.

Arcus senilis (corneae)

Schmale graue Trübung am Rand der Hornhaut, durch Fetteinlagerung bedingt.

Arrhythmie

Unregelmäßigkeit des Herzschlags.

Arterielle Embolie

Verschleppung eines Blutgerinnsels in einer Arterie. Besonders häufig betroffen sind die Schlagadern der Beine.

Arterien

Pulsierende, vom Herzen wegführende Blutgefäße, die im großen Körperkreislauf mit sauerstoffreichem Blut gefüllt sind, das Blut ist deshalb hellrot. Die Lungenarterie führt dagegen sauerstoffarmes, dunkles Blut.

Arteriographie

Darstellung der arteriellen Blutgefäße durch Einspritzung eines Röntgenkontrastmittels.

Arteriolen

Kleine Schlagadern, deren Weite den peripheren Widerstand und damit die Höhe des Blutdrucks bestimmt.

Arteriosklerose

(=bindegewebige Verhärtung der Schlagadern): Im Anfangsstadium wird eine Auflagerung in Blutgefäßen (atherosklerotischen Plaque) gebildet: Auf eine Verletzung der Gefäßinnenwand (Endothel) reagiert der Organismus mit einer Entzündungsreaktion: Das Endothel wird durchlässiger für LDL-Cholesterin, eine Reihe von Entzündungszellen und andere Stoffe, die vermehrt vom Blutstrom in die Gefäßwand wandern. Dort kommt es zu einer chronischen Entzündung – entsteht die atherosklerotische Plaque: eine Ablagerung aus Cholesterin, weißen Blutkörperchen, abgestorbenem Gewebe und neu wuchernden Zellen, die vom Innraum des Gefäßes nur noch durch eine dünne Schutzschicht, die sogenannte Fibrinkappe getrennt ist. Dieser Zustand kann lange ohne Beschwerden bestehen. Gefäßerkrankung mit Einlagerung von Fett und Kalk in die Gefäßwände, führt allmählich zu einer Einengung der Gefäße und Durchblutungsstörungen

Asystolie

Ausbleiben der Herztätigkeit (Herzstillstand).

Auslassversuch, kontrollierter

Das Fortlassen eines Arzneimittels unter ärztlicher Kontrolle.

AVK

Arterielle Verschlusskrankheit (s. a. Claudicatio intermittens) mit Verengungen der Becken- oder Beinarterien. Führt unter Belastung zu Sauerstoffmangel der Beinmuskeln und zu Schmerzen beim Gehen und zwingt die Patienten immer wieder stehen zu bleiben. Es besteht ein hohes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Nachweis mittels Knöchel-Arm-Index: Messung des systolischen Blutdrucks nach 5 Minuten Liegen an beiden Armen und Beinen; dann wird der jeweils höhere Blutdruck am Knöchel durch den höheren Armblutdruck geteilt. Werte unter 0,9 weisen auf eine AVK hin.

Internet: Deutsche Liga zur Bekämpfung von Gefäßkrankheiten www.gefaessliga.de

B
Bakterien

Krankheitserreger, die in den Körper gelangen und Entzündungen hervorrufen.

Ballaststoffe

Zum größten Teil unverdauliche Bestandteile aus Pflanzen, z. B. Zellulose, Hemizellulose, Pektin oder Tieren z. B. Chitosan. Sie regen durch ihr Volumen die Verdauung an und senken geringfügig den Cholesteringehalt im Blut, möglicherweise auch den Blutdruck, wenn sie in größeren Mengen (mehr als 30-40 g pro Tag) zugeführt werden.

Ballondilatation

Erweiterung von Gefäßverengungen im Bereich der Herzkranzgefäße, der Extremitätengefäße oder der Nierenarterien durch Kunststoffkatheter, die an der Spitze einen aufblasbaren Ballon tragen. Die Katheter werden in örtlicher Betäubung in eine Arterie, meist in der Leiste, eingeführt.

Baroreflex

Nervenknötchen (Barorezeptoren) an den Halsschlagadern sind maßgeblich an der Regulierung des Blutdrucks beteiligt. Sie werden bei jedem Pulsschlag durch die Dehnung der Adern stimuliert. Je höher der Blutdruck, desto stärker die Nervenreizung. Die Information wird an das Gehirn gesendet, das wiederum Signale an das Herz und die Blutgefäße weitergibt, um bei Bedarf den Druck durch niedrigere Herzfrequenz und Blutgefäßweitstellung zu senken.

Beckenniere

Angeborene Fehllagerung der Niere im Becken

Belastungs-EKG

EKG unter körperlicher Belastung, z. B. auf dem Fahrrad oder Laufband; wird bei Verdacht auf Minderdurchblutung des Herzmuskels, zur Leistungsbeurteilung des Herz-Kreislauf-Systems und der Blutdruckreaktion unter Belastung durchgeführt. Mittel der Wahl zur Behandlung: Betablocker

Belastungshypertonie

Überhöhte Blutdruckwerte unter Belastung. Bei Belastung von 100 W auf dem Fahrrad im Sitzen soll der systolische Blutdruck nicht über 200 mm Hg ansteigen.

Betablocker

Arzneimittel zur Blutdrucksenkung sowie zur Behandlung von Angina pectoris und Nachbehandlung des Herzinfarkts, vermindert die Herzarbeit und verlangsamt die Herztätigkeit. Es gibt verschiedene Betablocker. Allgemeine oder nichtselektive Betablocker greifen überwiegend am Herzen an. Betablocker dürfen nicht bei Asthma angewandt werden Bei Herzmuskelschwäche sind nur einige Substanzen zugelassen, die einschleichend dosiert nachweislich lebensverlängernd wirken.

Betarezeptor

Struktur der Zellwand, die durch Adrenalin und Noradrenalin erregt wird. Am Herzen kommt es bei der Erregung der Betarezeptoren zu einer Zunahme der Herzleistung und der Herzschlagfolge mit Pulsanstieg, die Bronchien werden erweitert.

Bierherz

Herzerweiterung durch exzessiven Bierkonsum.

Biofeedback

Biofeedback ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren der Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin. Mit diesem Verfahren werden normalerweise unbewusst ablaufende psychophysiologische Prozesse durch Rückmeldung (feedback) wahrnehmbar gemacht. Körperliche Signale wie Herzschlag, Blutdruck, Muskelspannung oder Gehirnströme werden verstärkt und als Bild oder Ton zurückgemeldet. So kann ein Mensch mithilfe eines Computers seinen Herzschlag oder seinen Blutdruck bewusst wahrnehmen und lernen, diese Körperfunktionen positiv zu beeinflussen.

Bioklappe

Als Ersatz für eine defekte Herzklappe kann eine Klappe von einem Spender verwendet werden. Von Vorteil ist, dass nicht lebenslänglich eine Blutgerinnungshemmung eingesetzt werden muss, nachteilig ist die begrenzte Haltbarkeit von ca. 10 Jahren, wodurch der Einsatz auf ältere Patienten beschränkt ist.

Blutdruck von 120 / 80 mm Hg

Blutdruck von 120 / 80 mm Hg

Blutdruckamplitude

Abstand zwischen oberem (systolischem) und unterem (diastolischem) Blutdruck. Der systolische Blutdruck entsteht bei der Pumpaktion (Kontraktion) des Herzens, der diastolische bei der Erschlaffung des Herzens. Die Blutdruckamplitude ist die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Wert.

Blutdruckmessung

Der Blutdruck wird in der Intensivmedizin direkt und fortlaufend in der Arterie mit einem Drucksensor gemessen. Allgemein üblich ist die indirekte Blutdruckmessung mit einer aufblasbaren Manschette am Oberarm, die bis über die Höhe des systolischen Blutdrucks aufgepumpt wird und die dort verlaufende Arterie komprimiert (zusammendrückt). Beim Ablassen des Manschettendrucks kann man unterhalb der Manschette über der Arterie das Auftreten und Verschwinden von Gefäßgeräuschen (Gefäßtöne) Korotkow-Geräusche hören. Der Manschettendruck wird mit einem Manometer gemessen, entweder einem Quecksilbermanometer, wobei die Höhe der Quecksilbersäule den Druck in der Manschette angibt, oder mit einem Federmanometer. Neuerdings wird zur indirekten Blutdruckmessung das oszillometrische Blutdruckmessprinzip verwandt.

Bluthochdruck

siehe Hypertonie

Blutkreislauf

Blutzirkulation, die von der Pumpaktion des Herzens aufrecht erhalten wird. Dabei preßt das linke Herz das Blut durch den Körperkreislauf (Herz, Gehirn, Nieren, Muskulatur, Haut) und das rechte Herz durch den Lungenkreislauf. Dementsprechend ist der Blutdruck im Körperkreislauf wesentlich höher als im Lungenkreislauf.

Blutzucker-Belastungs-Test (oraler Glukose Toleranztest)

Messung des Blutzuckers nach Gabe einer größeren Menge von Traubenzucker. Anhand der Blutzuckerwerte kann man erkennen, ob ein ausreichend schneller Abbau des Blutzuckers erfolgt.

Body-Mass-Index (BMI)

Ein Maß für die Körperfülle; Verhältnis von Körpergewicht in Kilogramm zum Quadrat der Körperlänge in Meter dient der Beurteilung von Übergewicht. Übergewicht liegt vor, wenn der BMI über 25 liegt, Adipositas (Fettsucht) bei einem BMI über 30. Normalgewicht besteht, wenn der BMI zwischen 18,5 und 24,9 beträgt.

Bradykardie

Verlangsamte Schlagfolge des Herzens, tastbar als langsamer Puls unter 60/Min.

Broca-Index

Das Normalgewicht in Kilogramm nach Broca errechnet sich aus Körperlänge minus 100. Der Broca-Index beträgt bei einem 180 cm großen Mann demnach 80 kg. Aus dem Broca-Index kann noch das Idealgewicht errechnet werden, das für Männer minus 10% und für Frauen minus 15% des Normalgewichts nach Broca beträgt.

C
Carotis

Schlagader am Hals, über die die Versorgung des Gehirns erfolgt; durch sie fließen allein 15% des Herzminutenvolumens.

Carotissinussyndrom

Im Bereich der Aufzweigung der Halsschlagader befinden sich Messfühler (Rezeptoren), die den Blutdruck und den Puls regulieren. Bei einem besonders empfindlichen Rezeptor kann bei Bewegungen des Kopfes oder direktem Druck auf die Arterie ein Blutdruckabfall oder sogar eine Bewußtlosigkeit (Synkope) ausgelöst werden.

Carotisstenose

Verengung der Halsschlagader; Erkennung mittels Doppler-Ultraschall.

Chlamydien

Bakterien (Chlamydia pneumoniae), die in Gefäßablagerungen gefunden worden sind. Aus der Beobachtung, dass das Risiko eines erneuten Herzinfarktes umso größer war, je mehr Bakterien nachweisbar waren. Mittlerweile ist nachgewiesen, dass selbst eine langfristige Verabreichung von Antibiotika einen erneuten Herzinfarkt nicht verhindert. Nicht ausgeschlossen ist, dass die Bakterien in frühen Phasen der Entwicklung einer Arteriosklerose beteiligt sind.

Cholesterin

Lebensnotwendiger, fettähnlicher Stoff, der chemisch von den Fetten völlig verschieden ist, ist in Zellmembranen enthalten und Vorstufe für die Bildung bestimmter Hormone (Aldosteron, Kortisol, Sexualhormone) sowie der Gallensäuren. Ein Teil des Cholesterins wird im Körper selbst, vor allem in der Leber, gebildet, ein Teil wird mit der Nahrung aufgenommen. Der Zielwert für das Gesamtcholesterin im Blut liegt bei 240 mg/dl, wenn keine weiteren Risikofaktoren von Herz- und Kreislauferkrankungen vorhanden sind. Im Gesamtcholesterin ist das LDL-Cholesterin enthalten, das der eigentliche Risikofaktor ist und in den Gefäßwänden abgelagert wird (Normalwerte bis 155 mg/dl). Bei Vorliegen eines oder mehrerer Risikofaktoren liegen die Zielwerte für Gesamtcholesterin unter 200 mg/dl und für LDL-Cholesterin unter 135 mg/dl. Im Gesamtcholesterin ist auch das HDL-Cholesterin enthalten, das als gutes Cholesterin bezeichnet wird, da es das schlechte LDL-Cholesterin aus den Gefäßwänden abtransportiert. Der Wert für HDL-Cholesterin im Blut soll bei Männern über 35 mg/dl und bei Frauen über 45 mg/dl liegen. Deutsche Liga zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgekrankheiten e. V. (DGFF, Lipid-Liga) www.lipid-liga.de

Chronische Pyelonephritis

kann Ursache eines sekundären, organbedingten Hochdrucks sein. Ein Teil der chronischen Pyelonephritis ist durch Bakterien bedingt.

Chronobiologie

Lehre von zeitlichen Einflüssen auf biologische Funktionen; tageszeitabängige Schwankungen von biologischen Messwerten wie Blutdruck, Herzfrequenz, Körpertemperatur, Blutzucker; Steuerung durch innere Uhren, die mit dem Tag- und Nachtrhythmus synchronisiert werden.

Claudicatio intermittens

Zeitweises Auftreten von Schmerzen in den Waden oder den Oberschenkeln nach kurzen Gehstrecken. Ursache ist eine Minderdurchblutung der Beinmuskulatur, meist durch Arteriosklerose. Die Schmerzen lassen gewöhnlich nach einer kurzen Erholungsphase nach (AVK).

Clearance

Angabe über die Reinigungskraft eines Organs; z.B. besagt die Nieren-Clearance, wieviel Kubikzentimeter Blut pro Minute von der Niere von einem bestimmten Schadstoff (z.B. Kreatinin) gereinigt wird. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Leistungskraft der Niere ziehen.

Clonidin

Blutdrucksenkender Stoff, der am Blutdruckzentrum im Gehirn angreift; Nebenwirkungen: Müdigkeit, trockener Mund, Morbus Raynaud. Bei plötzlichem Absetzen starke Blutdruckanstiege möglich.

Compliance

Bereitschaft zur aktiven Zusammenarbeit mit dem Arzt. Gute Compliance bedeutet Zuverlässigkeit der Medikamenteneinnahme (Einnahmetreue) und Einhalten der ärztlichen Empfehlungen.

Computertomographie

Röntgenologisches Schichtaufnahmeverfahren, bei dem der Körper scheibenweise abgetastet und auf einem Fernsehschirm abgebildet wird.

Conn-Syndrom

Überproduktion von Aldosteron, einem Hormon der Nebennierenrinde; Ursache: eine Geschwulst oder eine Vergrößerung der Nebennierenrinde; führt zu Bluthochdruck und in manchen Fällen mit Kaliummangel im Blut.

Corticosteroide / Corticoide

Hormone, die in der Nebennierenrinde gebildet werden, u.a. Cortison oder Aldosteron.

CRP

C-Reaktives Protein; Eiweißstoff im Blut, der Entzündungen anzeigt. Wird durch Statine gesenkt.

CSE-Hemmer

Cholesterin-Synthese-Enzym-Hemmer = HMG-CoA-Reduktasehemmer (Siehe Statine)

Cushing-Syndrom

Vermehrte Bildung von Kortisol, einem Hormon der Nebennierenrinde, durch eine Geschwulst in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) oder eine Vergrößerung oder Geschwulst der Nebennierenrinde. Die betroffenen Personen fallen durch Vollmondgesicht, Stammfettsucht, dünne Extremitäten und rote Hautstreifen auf; auch der Blutdruck ist erhöht. Das gleiche Bild kann als Nebenwirkung nach langfristiger Einnahme von Cortison in höherer Dosierung entstehen.

D
Defibrillation (Defibrillierung)

Wiederbelebungsmaßnahme bei Kammerflimmern des Herzens. Durch auf die Brust gelegte Elektroden (Metallplatten) wird das Herz durch Stromstöße gereizt. Man versucht auf diese Weise, das Kammerflimmern zu beseitigen und einen normalen Herzrhythmus herzustellen. Es gibt Herzschrittmacher (ICD) mit dieser Funktion.

Demenz

fortschreitender Verlust der geistigen Fähigkeiten aufgrund von Mangeldurchblutung infolge von Gefäßverkalkungen im Gehirn.

Diabetes mellitus

Zuckerkrankheit infolge von Insulinmangel (Typ-I-Diabetes bei Kindern) oder herabgesetzter Insulinempfindlichkeit (Typ-II-Diabetes, meist bei Erwachsenen). Sehr häufig liegt beim Typ-II Diabetes ein Übergewicht vor. Eine Erhöhung des Blutdrucks haben fast 75% der Diabetiker. Die langjährige Zuckerkrankheit führt zur verstärkten Arteriosklerose und ist damit ein Risikofaktor für Erkrankungen der Gefäße des Herzens, des Gehirns und der Gliedmaßen.

Diabetisches Spätsyndrom

Im wesentlichen durch Gefäßschädigung hervorgerufene Folgeerscheinungen der Zuckerkrankheit wie diabetische Netzhauterkrankung (Retinopathie), die bis zur Erblindung führen kann, arterielle Verschlusskrankheit der Beine, die zu Alterungen an den Füßen führen kann, die nicht mehr heilen und eine Amputation erforderlich machen, und diabetische Nierenerkrankung, die zum Funktionsverlust der Niere mit Dialysebedürftigkeit führen kann. Das diabetische Spätsyndrom lässt sich in vielen Fällen durch eine lückenlose Blutzuckernormalisierung verhindern.

Diagnose

Erkennung einer Krankheit.

Dialyse

Stofftransport zwischen zwei Flüssigkeiten durch eine trennende, für kleinere Teilchen durchlässige Membran. Dieses Prinzip wird zur Behandlung von Nierenversagen eingesetzt. Internet: Deutsche Nierenstiftung www.nierenstiftung.org

Diastole

Erschlaffung der Herzkammer; in dieser Phase wird die Herzkammer mit Blut gefüllt.

Diastolischer Blutdruck

Blutdruck, der während der Erschlaffungsphase des Herzens besteht. Beim Blutdruckmessen zeigt das Verschwinden der Gefäßgeräusche (Korotkow-Geräusche) den diastolischen Blutdruck an. Das Verschwinden der Korotkow-Geräusche wird auch als Phase V bezeichnet.

Diät

Kostform bei verschiedenen Erkrankungen, z. B. salz- oder fettarme Ernährungsweise. Dietary Approach to Stop Hypertension (DASH) www.nhlbi.nih.gov/health/public/heart/hbp/dash

Diätsalz

Ersatz für Kochsalz (NaCl) zur Verhinderung einer Aufnahme zu vieler Natriumionen; enthält meist Kaliumionen, die einen günstigen Einfluss auf Bluthochdruck haben; darf nicht bei Nierenschwäche eingesetzt werden.

Differentialdiagnose

Erörterung und Abwägung verschiedener Erkrankungsmöglichkeiten bei einem Patienten.

Differentialtherapie

Erörterung, Abwägung und evtl. Erprobung verschiedener Behandlungsmöglichkeiten mit Arzneimitteln.

Digitalis

Herzstärkendes Medikament aus dem Roten oder Gelben Fingerhut.

Dilatation

Erweiterung einer Herzkammer (z.B. nach langjährigem Hochdruck) oder von Gefäßen.

Disstress

Siehe Stress.

Diurese

Harnausscheidung.

Diuretika

„Wassertabletten“, die durch eine vermehrte Kochsalz- und Wasserausscheidung über die Niere zu einer Blutdrucksenkung führen; Nebenwirkungen: Kaliummangel, Erhöhung der Harnsäure, Erhöhung von Cholesterin und Triglyzeriden, auch Verschlechterung des Zuckerstoffwechsels. Man unterscheidet Thiazide, Schleifendiuretika und Kaliumsparer.

Dl

Abkürzung für Deziliter = 100 ml; Konzentrationsangabe für Stoffe in Körperflüssigkeiten.

Dosisanpassung

Bei einer Nierenschwäche, ist es u. U. notwendig die Menge eines Blutdrucksenkers zu verringern, damit sich die Substanz nicht im Körper anreichert und zu übermaßiger Blutdrucksenkung führt.

Drüse

Organ, das Flüssigkeiten nach außen oder innen absondert, z. B. Speicheldrüse oder Bauchspeicheldrüse, die der Verdauung dienen, oder Schilddrüse, die Hormone bildet, die Steuerfunktionen im Stoffwechsel besitzen.

Durchblutungsstörungen

Behinderung der Durchblutung verschiedenster Körperregionen (Gehirn, Herz, Beine, u. a.) durch Verengung der Blutgefäße durch Arteriosklerose oder Embolie.

Dyskinesie

Schlechte Herzwandbewegung (Siehe Stressechokardiographie)

Dyspnoe

Atemnot, meist bei Erkrankungen des Herzens oder der Lungen.

E
Echokardiographie

bildliche Darstellung des Herzens mittels Ultraschall

EF

ejection fraction = Auswurffraktion; das ist in Prozent die Menge Blut, die bei einem Herzschlag (Systole) aus der in der Diastole zu 100% gefüllten linken Herzkammer in den Körperkreislauf gedrückt wird. Eine Menge von 55% oder mehr entspricht einer guten Pumpfunktion der linken Herzkammer. Weniger kennzeichnet eine Herzinsuffizienz; Bestimmung mittels Ultraschalluntersuchung des Herzens

Eklampsie

Die schwersten Verlaufsformen einer Präeklampsie stellen die Eklampsie und das HELLP-Syndrom dar. Eklampsie und HELLP-Syndrom können alle Organe im mütterlichen Körper erfassen. Der hohe Blutdruck ist dann nur eine Begleiterscheinung. Es entwickeln sich Muskel- und Gefäßkrämpfe. Es kann zum Nierenversagen, zur verstärkten Blutgerinnung in Gefäßen, zum Leberversagen, zu Lungenödem und sogar zum Tod kommen. Auch das Ungeborene ist betroffen durch die verminderte Durchblutung von Gebärmutter und Mutterkuchens (Plazenta). Es wird bedroht von vermindertem Wachstum und Totgeburt. In diesen Fällen muss die Entbindung meistens vorzeitig eingeleitet werden, um Kind und Mutter zu retten.

Elektrokardiogramm

siehe Elektrokardiographie (EKG)

Elektrokardiographie (EKG)

Ableitung der während der Herztätigkeit auftretenden elektrischen Ströme an der Körperoberfläche; ermöglicht die Erkennung von Herzerkrankungen und Herzrhythmusstörungen.

Elektrolyte

Sammelname für gelöste Stoffe im Blut, z.B. Kalium, Natrium oder Chlor.

Embolie

Verstopfung eines Blutgefäßes durch einen Blutpfropf (Embolus) oder auch Fett oder Luft (Fett-, Luftembolie); Folge einer Embolie ist häufig ein Infarkt.

Empfehlungen für ein gesundes Leben

Maßgeblich für ein gesundes Leben ist ein gesunder Lebensstil. Dieser besteht aus:

  • vollwertiger Ernährung mit bevorzugt pflanzlichen, regionalen und saisonalen Lebensmitteln, so wenig verarbeitet wie möglich, fett-, kochsalz- und zuckerarm
  • Alkohol und Süßigkeiten in Maßen
  • Stressreduktion, etwa durch Entspannungstechniken
  • regelmäßiger Bewegung, bevorzugt Ausdauersport
  • Rauchverzicht
  • sozialer Zufriedenheit und Lebensfreude
Endokrine Hypertonie

durch eine Störung endokriner Organe hervorgerufene Hypertonie

Endokrine Organe

hormonproduzierende Organe. Dazu zählen Hirnanhangdrüse, Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse, Nebennierenrinde und Nebennierenmark. Nebennierenrinde und Nebennierenmark können eine Rolle bei der Hochdruckentstehung spielen.

Endokrinologie

Lehre von den Hormondrüsen.

Enzephalopathie

Störung der Gehirnleistung, die chronisch oder akut auftreten kann. Eine akute Enzephalopathie wird im Rahmen einer Hochdruckkrise mit Anstieg des Blutdrucks beobachtet; Symptome: Schwindel, Sehstörungen, Krämpfe und Bewusstseinsstörungen.

Enzym

Eiweißkörper, die als Katalysatoren chemische Vorgänge beschleunigen, ohne selbst dabei verändert zu werden

Epigenetik

Forschungsgegenstand der Epigenetik sind die Auswirkungen von Umweltfaktoren auf die Aktivität der Gene. Umwelteinfl üsse wie ungesunde Ernährung oder Stress können Gene regelrecht an- oder abschalten, ohne den eigentlichen genetischen Code zu verändern. Diese im Laufe eines Lebens erworbene Aktivität der Gene vererbt ein Mensch ebenso wie die Gene selber an seine Kinder und Enkelkinder.

Ergometrie

standardisierte Belastungsuntersuchung zur Beurteilung der Herz- und Kreislauffunktion

Erhaltungsdosis

Arzneimittelmenge, die so bemessen ist, dass die Arzneimittelspiegel im Körper in einer bestimmten Höhe gehalten werden und daher stets eine Medikamentenwirksamkeit gewährleistet ist.

Erster Gesundheitsmarkt

Erster Gesundheitsmarkt umfasst gesundheitsrelevante Dienstleistungen und Güter, die von Gesetzlicher Krankenversicherung, privater Krankenversicherung und Beihilfe erstattet werden.

Essentiell

"lebensnotwendig", wird in Verbindung mit der gängigsten Hochdruckform verwendet, da früher die fälschliche Annahme bestand, dass die Druckerhöhung lebensnotwendig sei; heute Verwendung für die häufigste Form der Hochdruckkrankheit, die essentielle Hypertonie, als deren Ursache man einen einzelnen Grund nicht nennen kann.

Eustress

siehe Stress.

Exanthem

Hautausschlag z. B. als Arzneimittelnebenwirkung.

Extrasystole

Extraschlag des Herzens, der außerhalb des normalen Herzrhythmus auftritt. Er kann als Herzklopfen oder Herzstolpern wahrgenommen werden. Bei häufigem Vorkommen sollte ein Kardiologe aufgesucht werden. Kann Vorbote von Kammerflimmern sein.

F
Femoralis

korrekt: Arteria femoralis, Arterie am Oberschenkel.

Fettsäuren

in Fetten vorkommende Säuren. Chemisch werden gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren unterschieden. Pflanzenfette enthalten überwiegend ungesättigte Fettsäuren, die den Cholesteringehalt im Blut senken (Ausnahme Kokosfett und Palmöl). Tierische Fette enthalten überwiegend gesättigte Fettsäuren. Einfach ungesättigte Fettsäuren sind vor allem in Erdnussöl, Olivenöl und Rapsöl enthalten, mehrfach ungesättigte Fettsäuren vor allem in Distel-, Mais-, Soja- und Sonnenblumenöl.

Fettsucht

siehe Adipositas

Fibrate

Blutfettsenker (Triglyceride und LDL) wahrscheinlich durch die Aktivierung eines fettspaltenden Enzyms.

Fibrinogen

Eiweißstoff, der für die Blutgerinnung wichtig ist.

Fieber

Die Körpertemperatur des Menschen schwankt um 37° Celsius. Normalwerte bei axillarer Messung bis 36,8° C, rektal bis 37,4° C, unter der Zunge bis 37° C. Die Temperatur ist im Körperkern am höchsten, in der Peripherie (z. B. Hände oder Füße mit etwa 28°) am niedrigsten.

Fischöl

Fett in Meereskaltwasserfischen, vor allem in Hering, Lachs, Makrelen und Thunfisch. Fischöl ist reich an ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, die den Cholesterin- und Triglyzeridgehalt im Blut und auch den Blutdruck senken.

Flatterherz

Herzrhythmusstörung, wobei bei Betrachtung der Muskulatur das Herz flattert. Wenn sich die Muskulatur noch schneller bewegt, spricht man von Flimmern. Beim Herzflattern oder –flimmern ist die Muskulatur meist nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut in die Organe zu pumpen.

Frequenz

Häufigkeit einer rhythmisch auftretenden Periode pro Zeiteinheit; z. B. Herzfrequenz: normal 60-80 Schläge/min.

Fundus hypertonicus

am Augenhintergrund durch Hypertonie hervorgerufene Schädigungszeichen mit Engstellung der Gefäße und – in schweren Fällen – Blutungen der Netzhaut.

G
Gangrän

Gewebeuntergang, meist als Folge von schweren Durchblutungsstörungen mit nachfolgender Infektion durch Bakterien, besonders an Zehen und Fuß.

Gefäßprothese

Ersatz für Blutgefäße, durch Gefäßoperation eingepflanzt; z. B. Vene als Überbrückung für eine verstopfte Herzkranzarterie oder Kunststoffröhre als Überbrückung für eine verstopfte Beinarterie.

Gefäßwiderstand

Widerstand, den das Gefäßsystem dem strömenden Blut entgegensetzt; hängt vom Querschnitt der kleinen Schlagadern (Arteriolen) ab. Der periphere Gesamtwiderstand ist um so höher, je enger die Arteriolen sind; je höher der Gefäßwiderstand, desto höher der Blutdruck.

Gehirnblutung

Blutaustritt aus den Gefäßen, der sich in die Gehirnmasse hineinpresst und somit zum Absterben von Hirnzellen und dadurch zu Funktionsausfällen führt. Eine Gehirnblutung kann Ursache für das Krankheitsbild eines Schlaganfalls sein.

Gen

Erbanlage oder Erbfaktor; unterschieden werden Funktionsgene (kontrollieren die Aktivität anderer Genen) von Strukturgenen, die die Ausbildung von Körpermerkmalen bestimmt. Gene sind in den Chromosomen im Zellkern enthalten. Für die Vererbung von Bluthochdruck sind wahrscheinlich eine Vielzahl von Genen verantwortlich. Die essentielle Hypertonie kommt erst zur Ausprägung, wenn Umweltfaktoren (Risikofaktoren) die bis dahin verborgene, ererbte Anlage zur Auslösung bringen.

Geriatrie

Medizinische Fachrichtung, die sich speziell mit Erkrankungen des fortgeschrittenen Lebensalters beschäftigt.

Gerinnung

Bildung eines Pfropfens aus Eiweiß und Blutkörperchen zur Verstopfung einer Blutaderverletzung, um Blutverlust zu vermeiden.

Geschwulst

auch als Tumor bezeichnete bösartige (= Tochtergeschwülste im Körper bildend) oder gutartige (= keine Absiedlungen bildende) Zunahme von Gewebevolumen.

Gicht

siehe Harnsäure.

Glaukom

"grüner Star", erhöhter Augeninnendruck; kann zur Erblindung führen.

Glomerulonephritis

Nierenentzündung, die akut oder chronisch verlaufen kann und beide Nieren befällt. Es gibt verschiedene Formen von Nierenentzündungen, nur ein Teil führt zum Nierenversagen. Im Anfang besteht meist nur eine Ausscheidung von Blutkörperchen und Eiweiß im Urin, später treten Bluthochdruck und Ödeme (Wasseransammlungen) hinzu.

Glukokortikoidhormone

Hormone der Nebennierenrinde, die für den Ablauf des Zucker- und Eiweißstoffwechsels wichtig sind; in höheren Dosen wirken sie entzündungshemmend. Nebenwirkungen können eine Blutdruckerhöhung und eine Störung des Zuckerstoffwechsels wie bei Zuckerkrankheit sein, Cushing-Syndrom.

Glukose

Traubenzucker. Die normale Glukosekonzentration im Blut (Blutzucker) beim nüchternen Menschen beträgt 80 - 120 mg/dl. Nach Mahlzeiten erfolgt ein kurzfristiger Anstieg des Blutzuckers bis maximal 160 mg/dl. Blutzuckerbestimmungen nach Einnahme von Traubenzucker dienen dem Nachweis einer verborgenen oder beginnenden Zuckerkrankheit .

Grenzwerthypertonie

Erhöhung des Blutdrucks auf noch nicht eindeutig krankhafte Werte. Zur Grenzwerthypertonie zählen Blutdruckwerte zwischen 140/90 bis 159/94 mm Hg.

H
Hämaturie

Blutung aus Niere oder den Harnwegen; kann sichtbar sein (rötliche Verfärbung des Urins) oder nur mit dem Mikroskop feststellbar als sog. Mikrohämaturie.

Hämodialyse

Behandlung des Nierenversagens mit einer künstlichen Niere.

Harnsäure

Endprodukt des Zellstoffwechsels aus den Zellkernen (Purine). Zu hohe Harnsäurespiegel im Blut können zur Gicht führen. Bei der Gicht lagern sich Harnsäurekristalle in den Gelenken und den Nieren ab, was zu sehr heftigen Gelenkschmerzen besonders im Großzehengelenk führt. Allopurinol.

Harnstoff (Urea)

Endprodukt aus dem Eiweißstoffwechsel, das über die Niere ausgeschieden wird.

Harnwege

Sammelname für Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre.

HbA1c

Der rote Blutfarbstoff Hämoglobin (Hb) wird durch den Blutzucker allmählich verzuckert. Ein Anteil von mehr als 7% HbA1c weist entweder auf einen beginnenden Diabetes oder bei Diabetikern eine schlechte Blutzuckereinstellung hin.

HDL-Cholesterin

gutes Cholesterin (high density lipoprotein) siehe: Cholesterin#mce_temp_url#.

HELLP-Syndrom

Abkürzung für Hypertonie (Bluthochdruck) Elevated Liver enzymes (erhöhte Leberwerte (GOT, GPT, Bilirubin)) Low Platelet count (Verminderung der Blutplättchen (Thrombozyten)); eine Verlaufsform der Eklampsie. Es kommt zur Auflösung der roten Blutkörperchen, einer Verminderung von Blutplättchen und zur Schädigung der Leber, verbunden mit einer hohen Blutungsgefahr insbesondere in der Leber und im Gehirn. Kann unbehandelt zum Tod des Ungeborenen und der Mutter führen; u. U. ist die Beendigung der Schwangerschaft unumgänglich.

Hemiparese

Halbseitenlähmung.

Herzfrequenz

Zahl der Herzschläge pro Minute; stimmt in der Regel mit der getasteten Pulszahl überein.

Herzinfarkt

Blutdruck, Diabetes, Stress, ungesunde Ernährung mit wenig Obst und Gemüse und Bewegungsmangel tragen wesentlich zum Erkrankungsrisiko bei. Bricht eine  arteriosklerotische Plaque auf, ballen sich an dieser Stelle sofort massenhaft Blutplättchen (Thrombozyten) zu einem Pfropf zusammen, der das gesamte Gefäß verschließt. Durch den GefäßVerschluss kommt es zum lokalen Sauerstoffmangel für die Herzmuskelzellen, die dann absterben. Herzmuskelzellen können nicht erneuert werden. Je nach Ausdehnung des Infarktes kommt es zu einer Abnahme der Pumpleistung des Herzens. Es laufen Versuche aus Stammzellen neue Herzmuskelzellen entstehen zu lassen.

Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Minderleistung des Herzens mit Nachlassen der Pumpkraft; führt zur Blutstauung vor dem Herzen mit Wassereinlagerung in die Lunge (Atemnot), Leberstauung und Auftreten von Schwellungen in den Beinen (Beinödeme). Ursache: Überlastung des Herzens durch Herzklappenfehler, Herzmuskelschädigung, Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße. Internet: Kompetenznetz Herzinsuffizienz www.knhi.de

Herzkatheter

Darstellung der Herzkranzgefäße durch Einspritzen eines Röntgenkontrastmittels mit Hilfe eines langen Schlauches, der von der Leiste oder von der Ellenbeuge bis zur Mündung der Herzkranzgefäße geführt wird. Untersuchungsmethode zur genauen Erkennung und Lokalisation von Herzkranzgefäßverengungen.

Herzklappen

Einwegventile am Ein- und Ausgang der rechten und linken Herzkammer, die der geregelten Blutfüllung und Blutentleerung aus den Herzkammern dienen. Im linken Herz  Mitralklappe, Aortenklappe, im rechten Herz Tricuspidalklappe, Pulmonalklappe.

Herzklappenfehler

Verengung (Stenose) oder Undichtigkeit (Insuffizienz) einer Herzklappe; führt allmählich zu Herzmuskelhypertrophie und Herzinsuffizienz.

Herzkranzgefäße
Herzminutenvolumen

Blutmenge, die pro Minute vom Herzen ausgeworfen wird; normal 4-5 Liter pro Minute.

Herzmuskelhypertrophie

Verdickung des Herzmuskels; tritt bei Bluthochdruck als Folge der erhöhten Druckbelastung des Herzens auf.

Herzmuskelinsuffizienz
Herzrhythmusstörungen

unregelmäßiger Herzschlag, supraventrikulär=von den Herzvorhöfen oder ventrikulär = von den Herzkammern ausgehend; in Ruhe auftretende Herzrhythmusstörungen sind weniger kritisch zu sehen, wie unter Belastung auftretende. Internet: Deutsche Liga zur Bekämpfung von Herzrhythmusstörungen www.herzrhythmus-liga.de

Herzschrittmacher

elektrischer Impulsgeber zur künstlichen Anregung von Herzschlägen; wird als kleines Gerät mit Batterie betrieben und meist in die Brustwand eingepflanzt, gibt seine Impulse mit Hilfe eines Drahtes, der durch die Venen in die rechte Herzkammer geführt wird, an das Herz ab.

Herzsport

Gruppensport mit Begleitung durch einen Arzt; Gruppen sind auch für Patienten mit hohem Blutdruck geöffnet. Internet: Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen www.dgpr.de

Herzwandaneurysma

umschriebene, manchmal sackförmige Erweiterung der linken Herzkammer, meist als Folge eines großen Herzinfarkts auftretend.

Homocystein

Stoffwechselprodukt, das zu einer Gefäßschädigung führt. Erhöhte Werte können mit Folsäure, Vitamin B6 und B12 gesenkt werden.

Hormon

Botenstoff, wird von endokrinen Organen in die Blutbahn abgegeben und steuert Zell- und Organfunktionen. Beispielsweise senkt das Hormon Insulin aus der Bauchspeicheldrüse den Blutzucker, das Hormon Adrenalin aus dem Nebennierenmark erhöht den Blutdruck.

Hypercholesterinämie

Vermehrung des Cholesteringehalts im Blut (siehe auch Cholesterin).

Hyperglykämie

Erhöhung des Blutzuckers.

Hyperkinetisches Herzsyndrom

Kreislaufstörung mit erhöhtem Herzschlag (über 90/Min.) und leicht erhöhtem Blutdruck, meist bei gesundem Herzen durch Überaktivität des Sympathikus bedingt.

Hyperlipoproteinämie

Fettwerte, meist des Cholesterins.

Hyperparathyreoidismus

Überfunktion der Nebenschilddrüse; führt u. a. zu einer Erhöhung des Kalziumwertes im Blut.

Hypertensive Enzephalopathie

Hirnfunktionsstörung durch extrem erhöhten Blutdruck, die akut oder chronisch auftreten kann (siehe auch: Enzephalopathie und hypertensive Krise).

Hypertensive Krise

Hochdruckkrise; krisenhaftes Ansteigen des Blutdrucks; Behandlung kann ambulant erfolgen.

Hypertensiver Notfall

krisenhaftes Ansteigen des Blutdrucks mit akuten Störungen der Durchblutung des Gehirns (Hochdruckencephalopathie) wie Sehstörungen, Schwindel, Bewusstseinsstörungen oder neurologischen Ausfallerscheinungen; Klinikeinweisung dringlich.

Hypertonie

Bluthochdruck

Hypertonie (Hypertonus)

Bluthochdruck. Eine definitive (oder stabile) Hypertonie liegt vor, wenn bei drei Messungen an zwei verschiedenen Tagen Blutdruckwerte von oder über 160/95 mm Hg gemessen werden. Folgen von Bluthochdruck: Herzmuskelverdickung, Herzmuskelschwäche, Gefäßschäden im Bereich der Herzkranzgefäße sowie der Gefäße in Gehirn, den Nieren und den Gliedmaßen. Die häufigste Form der Hypertonie ist die primäre (oder essentielle) Hypertonie. Nur 5 % der Hochdruckkranken leiden an einer sekundären Hypertonie oder einer malignen Hypertonie.

Hypertrophie
Hypochondrie

Zustand krankhafter Neigung zur Selbstbeobachtung und Überbewertung bestimmter Erscheinungen, die als Zeichen einer (schweren) Krankheit fehlgedeutet werden.

Hypoglykämie

Absinken des Blutzuckerspiegels unter 70 mg/100 ml; kann zur Bewusstlosigkeit (Schock) führen. Betablocker können bei Diabetikern die Wahrnehmung von Zeichen einer Unterzuckerung verschleiern.

Hypokaliämie

Mangel an Kalium im Blut (Werte unter 3,8 mval/I).

Hypotonie

erniedrigter Blutdruck mit systolischen Blutdruckwerten unter 100 mm Hg.

I
Impotenz

Unmöglichkeit, den Geschlechtsverkehr auszuüben.

Indikation

Anwendungsgebiet eines Arzneimittels.

Infarkt

Absterben eines Organteils infolge mangelnder Blutversorgung.

Infektion

Eindringen von krankheitserregenden Kleinstorganismen (Bakterien, Viren, Pilze) in den Körper, das eine Infektionskrankheit verursachen kann.

Einwilligung eines Patienten zur Teilnahme an einem Versuch. Der Patient muss hierzu eingehend informiert und aufgeklärt werden. Dies ist erforderlich, um neue Medikamente oder Behandlungsmethoden auszuprobieren.

Infusion

Einfließenlassen von Flüssigkeiten in Blutgefäße oder unter die Haut.

Insulin

Hormon der Bauchspeicheldrüse, das den Zuckerstoffwechsel regelt.

Insulinpumpe

Elektronische Pumpe, die über den Tag gleichmäßig Insulin an den Körper abgibt, sodass Blutzuckerschwankungen abgemildert werden.

Insulinresistenz

trotz ausreichend vorhandenem Insulin, reagieren die Zellen nicht ausreichend und der Blutzuckerspiegel steigt an.

Interaktion

Verschiedene Medikamente beeinflussen sich gegenseitig: Wirkungsverstärkung und -verminderung möglich.

Intravenös

Einspritzen (Injektion) oder Einfließenlassen (Infusion) durch eine Hohlnadel in eine Vene.

Ischämie

verminderte oder fehlende Durchblutung eines Gewebes infolge mangelnder Blutzufuhr durch Verengung oder Verschluss der zuführenden Arterie.

Isolierte systolische Hypertonie

Wenn die Differenz zwischen dem oberem und dem unterem Blutdruck sehr hoch ist, liegen bei systolischen Blutdruckwerten >140 mmHg die diastolischen Werte unter 90 mmHg. Oft auch als "Altershochdruck" bezeichnet, sollte entsprechend den Leitlinien behandelt werden.

K
Kaffee

Zusammenhänge zwischen Kaffee-(und Tee-)genuss und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind widersprüchlich; mäßiger Konsum ist unbedenklich.

Kalium

lebenswichtiger Mineralstoff; kommt vor allem in Obst, Gemüse, Fruchtsäften, Kartoffeln und Reis vor; geht leicht mit dem Kochwasser verloren, daher Dünsten von pflanzlichen Lebensmitteln bevorzugen; empfohlene tägliche Zufuhr etwa 3-4 g Kalium.

Kaliumsparer

Untergruppe der Diuretika, die Kaliumverluste verringern (z. B. Triamteren, Spironolacton).

Kalorie

Maß für den Energiegehalt von Nahrungsmitteln.

Kalorienbedarf

Energiebedarf, den der Mensch pro Tag durch Nahrungszufuhr abdecken muss. Er beträgt in Abhängigkeit von der körperlichen Aktivität etwa 30 - 35 kcal bei Bettruhe, bis 45 - 60 kcal bei schwerer körperlicher Arbeit. Dieser Wert ist zusätzlich abhängig von Alter, Geschlecht und Allgemeinzustand.

Kalziumantagonisten

Medikamentenklasse zur Blutdrucksenkung und zur Behandlung verschiedener Herzerkrankungen. Sie wirken über eine Hemmung des Kalziumeinstroms in die Zelle, der Kalziumgehalt in der Zelle sinkt. Es gibt verschiedene Kalziumantagonisten: Verapamil senkt die Herzfrequenz (gelegentliche Nebenwirkung: Verstopfung), Nifedipin und Abkömmlinge beschleunigen die Herztätigkeit (gelegentliche Nebenwirkung: Gesichtsrötung, Kopfschmerzen).

Kammerflimmern

ungeordnete Muskeltätigkeit der Herzkammern mit hoher Frequenz, sodass das Herz sich nicht mehr zusammenzieht und erweitert, sondern stillsteht, und damit eine ausreichende Blutversorgung des Körpers nicht mehr gegeben ist. Kammerflimmern stellt eine äußerst bedrohliche Herzrhythmusstörung dar. Es darf nicht mit  Vorhofflimmern verwechselt werden, bei dem nur die Vorhöfe Flimmerbewegungen ausführen. Die Herzleistung ist bei der schnellen Form von Vorhofflimmern zwar vermindert, aber nicht wie beim Kammerflimmern aufgehoben (siehe auch: Vorhofflimmern).

Kapillare

haarfeines Blutgefäß.

Kardiomegalie

Vergrößerung des Herzens.

Kardioprotektion

herzschützende Wirkung.

Käsevergiftung

Hochdruckkrise nach Genuss von aminreichen Käsesorten, wenn gleichzeitig Mono-Amin-Oxidase-Hemmer (MAOH) zur Behandlung einer Nervenkrankheit eingenommen werden.

Katecholamine

sogenannte Stresshormone; zu ihnen gehören Noradrenalin und Adrenalin. Sie erhöhen den Blutdruck durch Gefäßverengung und beschleunigen die Herztätigkeit.

KHK

Koronare Herzkrankheit, siehe dort.

Klinische Pharmakologie

Zweig der Arzneimittellehre, der die Wirkungen und Nebenwirkungen am Menschen untersucht.

Knoblauch

Gewürzpflanze mit vielen gesunderhaltenden Eigenschaften: positive Effekte auf das Gefäßsystem, Vorbeugung gegen Arteriosklerose, möglicherweise günstige Beeinflussung des Bluthochdrucks.

Kochsalz

chemische Verbindung aus Natrium und Chlor, chemische Formel: NaCl; Risikofaktor für Bluthochdruck bei Menschen die kochsalzempfindlich sind. In Bevölkerungsgruppen in Brasilien und Polynesien, die wenig Kochsalz zu sich nehmen (unter 2 g pro Tag), wird Bluthochdruck seltener beobachtet als bei hoher Kochsalzaufnahme.

Kohlenhydrate

Sammelname für chemische Verbindungen, die in Zucker, Stärke und anderen Nahrungsmitteln vorkommen.

Kollateralkreislauf

Umgehungskreislauf, der bei Gefäßverengungen zur Aufrechterhaltung der Blutzufuhr entsteht.

Koma

tiefe Bewusstlosigkeit.

Konstriktion

Zusammenziehen eines Gefäßes auf einen Reiz des Sympathikus hin oder durch Hormone ausgelöst, kann zur Minderdurchblutung der Organe führen.

Kontraindikationen

Gegenanzeigen, Nichtanwendbarkeit; Bedingungen, die die Anwendung eines Arzneimittels beim Kranken nicht zulassen.

Kontrastaufnahme

Röntgenaufnahme nach Anfärbung von Organen mit einem Medikament, das auf der Abbildung einen Schatten erzeugt.

Koronarangiographie

Darstellung der Herzkranzgefäße durch Einspritzung eines Kontrastmittels in die Herzkranzgefäße.

Koronararterien

Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen.

Koronarchirurgie

Chirurgische Spezialrichtung, die sich mit der Behandlung von Herzkranzgefäßerkrankungen beschäftigt.

Koronare Herzkrankheit

Krankheitsbilder, die durch eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße bedingt sind; diese führt zu umschriebenen Einengungen (Stenosen) und Minderdurchblutung des Herzmuskels. Die Folgen dieser Einengungen sind entweder Angina pectoris, Herzinfarkt oder plötzlicher Herztod.

Koronarreserve

Durchblutungsreserve der Herzkranzarterien zur Anpassung an Belastungssituationen.

Korotkow-Geräusche

die bei der Blutdruckmessung hörbaren Geräusche oder Töne, benannt nach dem russischen Arzt N. S. Korotkow

Kreatinin

ein im Muskel entstehendes Stoffwechselendprodukt, das über die Nieren ausgeschieden werden muss; dient zur Beurteilung der Nierenfunktion. Normalwert im Blut unter 1,2 mg/dl, bei stärkeren Nierenschäden erhöht.

Kreatinkinase

ein Ferment, das bei akutem Herzinfarkt aus den zugrundegehenden Herzmuskelzellen freigesetzt wird und im Blut ansteigt; dient dem Nachweis eines akuten Herzinfarkts. Abkürzung: CK oder CPK. Siehe auch Troponin.

Kreislaufversagen

Abfall des Blutdrucks mit Ausfallerscheinungen von Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Kreuzprobe

Überprüfung der Verträglichkeit von Bluttransfusionen durch Mischung des Spender- und Empfängerblutes.

L
Lakritze

Saft aus der Wurzel der Süßholzpflanze; bei regelmäßigem Verzehr von Starklakritze kann es zu Bluthochdruck kommen; Begleiterscheinung ist ein niedriger Kaliumspiegel im Blut.

LDL-Cholesterin

"schlechtes Cholesterin" (low density lipoprotein) siehe Cholesterin.

Leichte (Milde) Hypertonie

auch Hypertonie Grad 1 genannt, Blutdruckwerte 140/90 – 159/99 mmHg. Kann in vielen Fällen ausreichend durch einen gesunden Lebensstil behandelt werden.

Letalität

Sterblichkeit bei einem bestimmten Krankheitsbild. Die Angabe erfolgt in Prozent (pro 100) oder Promille (pro 1000) an dieser Krankheit Erkrankter.

Linksherzhypertrophie

Verdickung der Wand der linken Herzkammer infolge erhöhter Druckbelastung vor allem durch erhöhten Blutdruck; führt allmählich zu Herzinsuffizienz.

Lipasehemmer

Neues Medikament zur Behandlung des Übergewichtes. Wirkt durch Inaktivierung des Bauchspeicheldrüsensaftes, sodass nur ein Teil der mit der Nahrung aufgenommenen Fettmenge in die Blutbahn übertreten kann.

Lipide

Blutfette. Dazu zählen Cholesterin und Triglyzeride; im Blut sind sie an Eiweiße gebunden (siehe auch: Lipoproteine).

Lipidsenker

Medikamente, die erhöhte Blutfette senken.

Lipolyse

Einschleusung des Speicherfetts in den Energiestoffwechsel.

Lipoproteine

Trägereiweiße für die Blutfette Cholesterin und Triglyzeride.

Luftembolie

Verstopfung von kleinen Blutgefäßen durch Luftbläschen, die in den Kreislauf gelangt sind.

Lungenembolie

Verschleppung von Blutgerinnseln in eine oder mehrere Lungenarterien.

Lungenhochdruck
Lungenödem

Flüssigkeitsansammlung im Lungengewebe, meist infolge einer Schwäche der Muskulatur der linken Herzkammer.

Lymphe

helle Flüssigkeit aus Lymphplasma und weißen Blutkörperchen, die über Lymphbahnen in den Kreislauf zurückgeführt wird.

M
Magnesium

lebenswichtiger Mineralstoff, der in Vollkornprodukten, Gemüse, Kartoffeln, Aprikosen, Bananen und anderen Pflanzen vorkommt.

Magnetresonanz-Tomographie

Neues Abbildungsverfahren unter Benutzung eines Magnetfeldes mit hoher Feldstärke. Wird zur Abbildung innerer Organe (Gehirn, Lunge, Bauchorgane), aber auch von Gelenken und Muskulatur eingesetzt. Neuerdings gelingt es auch die Herzkranzgefäße darzustellen.

Maligne Hypertonie

schwere Verlaufsform der Hypertonie, die unbehandelt in wenigen Monaten zum Tode führen kann.

Marcumar

Medikament zur Gerinnungshemmung (z. B. bei Vorhofflimmern); wirkt als Hemmstoff für Vitamin K, das die Leber zur Bildung von Gerinnungsstoffen benötigt.

Meersalz

wird durch Verdunsten von Meerwasser gewonnen, ist also in erster Linie Kochsalz und damit bei natriumarmer Diät ungeeignet.

Metabolisches Syndrom

Zusammenfassender Begriff für das gemeinsame Auftreten von Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und Insulinresistenz bzw. Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Methyldopa

blutdrucksenkender Stoff, der am Blutdruckzentrum im Gehirn angreift. Als Nebenwirkung tritt häufig Müdigkeit auf. Mittel der Wahl bei Bluthochdruck in der Schwangerschaft.

Mg/dl

Milligramm pro Deziliter oder 100 ml; Konzentrationsangabe für chemische Stoffe in Blut und Harn.

Mikroalbuminurie

Nachweis von Spuren des Bluteiweiß Albumin im Urin. Deutet auf eine beginnende Schädigung der Niere bei Diabetikern hin. Bei positivem Test ist eine Blutdruckeinstellung auf unter 130/80 mm Hg anzustreben.

Mikroangiopathie

Erkrankung der kleinen Schlagadern (Arteriolen), die zur Einengung dieser Gefäße und zu Durchblutungsstörungen führt, z. B. infolge von Bluthochdruck. Im Gehirn tritt dadurch bereits eine Schädigung ein, ohne dass ein Schlaganfall stattgefunden hat; begünstigt die Entwicklung einer Demenz.

Mineralwasser

Erfrischungsgetränk, das – wenn Natrium und Chloridgehalt (Natriumchlorid Kochsalz) hoch sind – bei Bluthochdruck gemieden werden sollte. Meist liegt jedoch das Natrium als Bikarbonatverbindung vor, das unbedenklich getrunken werden darf.

Minimal-invasiv

Eingriff mit geringer Beschädigung des Körpers z. B. Einsatz eines bildgebenden Verfahrens statt eines Katheters.

Mite

lateinisch mild; bezeichnet Medikamente mit einer niedrigeren Dosierung

Mitralklappe

eine der vier Herzklappen zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer; besteht wie die gleichnamige Bischofsmütze (Mitra) aus zwei Klappensegeln.

Mitralklappenprolaps

die am häufigsten vorkommende (bis zu 5 % der Gesamtbevölkerung), angeborene Herzklappenanomalie; etwa 60% der Betroffenen mit dieser gewölbten Herzklappe verspüren oft ein Leben lang keinerlei Symptome, 25% haben leichte Symptome, 14% haben Beschwerden und nur 1% haben ein Mitralklappenprolaps-Syndrom mit Panikattacken. Der Blutdruck ist u. U. schwankend oder erhöht.

Mitteldruck, arterieller

Der mittlere Blutdruck, der sich aus systolischem und diastolischem Blutdruck; nach folgender Fomrel berechnen lässt: RRmit = (RRsys - RRdiast)/3.

Mm Hg

Millimeter Quecksilbersäule (Hg = chemische Bezeichnung für Quecksilber), Maßeinheit zur Messung des Blutdrucks.

Morbidität

Häufigkeit einer bestimmten Erkrankung in einer bestimmten Zeit, bezogen auf eine bestimmte Bevölkerungszahl (Angaben z. B. pro 1000 Einwohner pro Jahr).

Morbus Raynaud

Verengung der Blutgefäße in den Fingern, häufig nur durch  Spasmus bedingt: tritt in den Fingern, gelegentlich auch in den Zehen, mit Kältegefühl, Blau- oder Weißfärbung auf; nach dem französischen Arzt Maurice Raynaud benannt; Gliedmaßen vor Kälte schützen; Gefäßerweiterung durch Kalziumantagonisten.

Mortalität

Sterblichkeit; Todesfälle in einer bestimmten Zeit, bezogen auf eine bestimmte Bevölkerungszahl (z. B. Todesfälle pro 1000 Einwohner pro Jahr).

MRT

Magnet-Resonanz-Tomographie = Kernspin Bildgebendes Verfahren zur Darstellung von inneren Organen.

Mval/l

Konzentrationsangabe für Salze im Blut.

Myokardinfarkt

siehe Herzinfarkt.

Myokarditis

Entzündung der Herzmuskulatur, kann im Rahmen von Viruskrankheiten auftreten.

Myokardszintigraphie

Darstellung des Herzmuskels nach Einspritzung einer schwach radioaktiv markierten Substanz. Hierdurch ist es möglich, die Herzmuskeldurchblutung und die Herzkammerfunktion zu ermitteln.

N
NaCl

Natriumchlorid, Kochsalz. Überhöhte Zufuhr (über 12 g/Tag) führt bei salzempfindlichen Personen zu Bluthochdruck, daher die Empfehlung nicht mehr wie 6 g/Tag aufzunehmen.

Natrium

chemisches Element, das in Verbindung mit Chlor Natriumchlorid, also Kochsalz, bildet. Der Verbraucher kann sich an der Kennzeichnung von Lebensmitteln in den Gruppen "natriumreduzierte", "natriumarme" und "streng natriumarme Lebensmittel" orientieren.

Nebenniere

kleine, auf den Nieren aufsitzende Organe, die die Nebennierenhormone produzieren. Diese steuern u. a. den Blutdruck, den Gehalt des Blutes an Kalium und anderen Elektrolyten und von Kohlenhydraten.

Nebenschilddrüse (Epithelkörperchen)

vier etwa linsengroße Drüsen, die neben der Schilddrüse im Halsbereich liegen. Eine Überfunktion führt zu einer Erhöhung des Kalziumwertes im Blut und kann damit zu Nierensteinen oder Knochenschäden führen.

Nebenwirkungen

unerwünschte Begleit- oder Folgeerscheinungen nach Medikamenteneinnahme.

Nekrose

umschriebener Gewebsuntergang (Gewebstod), z. B. infolge eines Gefäßverschlusses (Gangrän).

Nephritis

Nierenentzündung.

Nephrolithiasis

Nierensteinerkrankung.

Nephropathie

allgemeiner Ausdruck für Nierenerkrankung. Internet: Krankenhaus München Schwabing, 6. Medizinische Abteilung, Nieren- und Hochdruckerkrankungen www.nierenbuch.de

Nephrosklerose, hypertensive

Nierenschädigung durch ständig erhöhten Blutdruck; das Nierengewebe wird durch Narbengewebe ersetzt wird; es hat dann keine Ausscheidungsfunktion mehr; kann manchmal Anlaß für plötzlichen Blutdruckanstieg sein.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente (z. B die Wirkstoffe: Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen) bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen, die gelegentlich auch zu Bluthochdruck führen oder ihn verstärken können. In höheren Dosen wird u. U. die Wirkung von ACE-Hemmern abgeschwächt.

Nierenarterienstenose

Verengung einer oder beider Nierenarterien durch Arteriosklerose oder Verdickung der Muskelwand, die zur Minderdurchblutung einer oder beider Nieren führt. Die Drosselung der Nierendurchblutung führt zur Freisetzung des Hormons Renin aus der Niere, das über das im Blut gebildete Angiotensin Bluthochdruck bedingt. Bei plötzlicher Verschlechterung der Blutdruckeinstellung ist auch an eine Verengung der Nierenarterien zu denken.

Niereninfarkt

Durch Verstopfung eines arteriellen Blutgefäßes bedingter Ausfall von Nierengewebe.

Niereninsuffizienz

Einschränkung der Nierenfunktion mit Anstieg von harnpflichtigen Substanzen (Schlackenstoffe) im Blut, z. B. Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure.

Nikotin

Genussgift aus dem Tabak, das zu suchtähnlicher Abhängigkeit führen kann. Nikotin ist ein wichtiger Risikofaktor für Arteriosklerose und trägt wesentlich zur Verschlechterung der Funktion einer vorgeschädigten Niere bei.

Nitroglyzerin

Arzneimittel aus der Gruppe der Nitrate (siehe auch Nitratverbindungen) das bei Angina pectoris Anfällen als Spray oder in einer Zerbeißkapsel zur Behebung akuter Schmerzen eingesetzt wird. Nitroglyzerin wird über die Mundschleimhaut resorbiert (vom Blut aufgenommen).

Nitroverbindungen (Nitrate)

organische Verbindungen mit einer Nitratgruppe. Sie senken den Sauerstoff bedarf des Herzmuskels und erweitern die Herzkranzgefäße, werden zur Behandlung von Angina pectoris und Herzinfarkt verwandt.

Noradrenalin

Stresshormon; wird im Nebennierenmark gebildet und ist gleichzeitig Überträgerstoff zwischen den Zellen im Gehirn und von den Nervenfasern des Sympathikus auf die Rezeptoren in den Geweben (siehe auch Alpha- und Betarezeptor).

Normaler Blutdruck

Blutdruck von 120 / 80 mm Hg

Ö
Ödeme

Wassereinlagerungen in verschiedenen Körpergeweben, häufig zuerst an den Knöcheln und an den Unterschenkeln auftretend.

O
Omega-3-Fettsäuren

siehe Fischöl.

Orthostase

aufrechte Körperhaltung. Beim Aufstehen nach längerem Liegen oder Sitzen kann es zu einem plötzlichen Blutdruckabfall kommen. Dies bezeichnet man als orthostatische Hypotonie. Es handelt sich um eine Störung der Kreislaufregulation bei einer Veränderung der Körperlage. Menschen, die unter einer orthostatischen Hypotonie leiden, haben in Ruhe meist einen normalen Blutdruck. Um die Veränderung festzustellen, wird der Blutdruck zunächst in Ruhe, nach 10 Minuten in liegender Position gemessen. Wenn eine orthostatische Hypotonie besteht, fällt der systolische Blutdruck nach dem Aufstehen innerhalb von drei Minuten um mindestens 20 mm Hg oder der diastolische Blutdruck um mindestens 10 mm Hg ab Synkope. Orthostatische Hypotonien werden bei jedem vierten Menschen über 65 Jahre beobachtet.

Oszillometrie

Messtechnik in modernen Geräten zur Blutdruck-Selbstmessung. Dabei werden nicht Strömungsgeräusche abgehört, sondern unhörbare Schwingungen der Gefäßwände genutzt werden, um den Blutdruck zu bestimmen.

Ovulationshemmer

zur Empfängnisverhütung eingenommene Hormone, die auch zur Blutdruckerhöhung führen können.

P
Palpitationen

unangenehmes Herzklopfen.

Parasympathisches Nervensystem

Teil des unwillkürlichen (autonomen, vegetativen) Nervensystems, auch als Vagus bezeichnet, Gegenspieler des Sympathikus. Reizung des Vagus führt zur Blutdrucksenkung und verlangsamt die Herzfrequenz.

Peripherer Widerstand

Flusswiderstand des Blutes in den kleinen Arterien (Arteriolen). Je enger die kleinen Arterien sind, um so höher steigt der periphere Widerstand und somit der Blutdruck an.

PET

Positronen-Emissions-Tomographie u. a. zur Abklärung der Frage wie groß sind Nutzen und Risiko einer Bypass-Operation. Positronen aussendendende Atome werden in Zuckermoleküle eingebaut und erlauben Einblicke in den Zellstoffwechsel und klären, ob Herzmuskelzellen nach Wiederherstellung der Durchblutung noch aktiv werden können.

Phäochromozytom

hormonproduzierende Geschwulst des Nebennierenmarks, die zu Hochdruck führt. Adrenalin und Noradrenalin werden von diesen Geschwülsten zum Teil stoßartig abgegeben, sodass Blutdruckkrisen auftreten. Verdacht bei auffallender Blässe in 60% starke Kopfschmerzen; Erkennung durch Nachweis von deren Abbauprodukten im 24-Stunden-Sammelurin.

Phenacetin

Schmerzmittel, das bei längerem Gebrauch zu Nierenschädigungen führen kann.

Phytosterine

sekundäre Pflanzenstoffe, die angereichert in Margarine cholesterinsenkende Wirkung zeigen.

Plazebo

Scheinmedikament; wirkstofffreies Präparat, das sich äußerlich nicht vom Originalpräparat unterscheidet; wird bei Medikamentenprüfungen zur Kontrolle verwandt.

Postoperativ

nach einer Operation.

Präeklampsie

Ein plötzlich nach der 20. Woche Schwangerschaftswoche auftretendes Anfallsleiden mit Krämpfen und Bewusstlosigkeit, das durch die Geburt geheilt wird; ist bereits vor 2000 Jahren beschrieben worden. Später wurde erkannt, dass andere Veränderungen den sichtbaren Krankheitszeichen vorausgehen. Dazu zählen ein Blutdruckanstieg, eine auffallend rasche Wassereinlagerung im ganzen Körper (Ödeme: Gewichtszunahme mehr als 2 kg pro Woche) und eine Eiweissausscheidung im Urin. Zur Früherkennung gilt es, auf den Blutdruck und plötzlich eine aufretende Eiweissausscheidung im Urin zu achten. Die Präeklampsie heilt in der Regel nach der Geburt völlig aus.

Präkordial

vor dem Herzen gelegen

Präoperativ

vor einer Operation.

Primäre Hypertonie

auch als essentielle Hypertonie bezeichnet, häufigste Form des Bluthochdrucks, die bei 95 % aller Bluthochdruckkranken vorkommt. Ursache der primären Hypertonie sind vererbte Anlagen (Genfehler) zum Bluthochdruck. Störungen der Erbfaktoren bedingen Änderungen verschiedener Blutdruckregulationssysteme. Die primäre Hypertonie tritt meist erst ab dem 35. Lebensjahr auf, wenn äußere Risikofaktoren die Krankheit zum Ausbruch bringen. Häufigste Risikofaktoren sind Übergewicht, überhöhter Alkoholkonsum, überhöhte Kochsalzzufuhr, mangelnde körperliche Bewegung und wahrscheinlich auch chronische Einwirkung von krankmachendem Stress.

Primärprävention

vorsorgliche (prophylaktische) Verhinderung einer Erkrankung.

Prognose

ärztliche Voraussage über den Verlauf und Ausgang einer Krankheit.

Prophylaxe

Vorsorge.

Proteinurie

vermehrte Eiweißausscheidung im Urin.

Pseudohypertonie

Durch starre und/oder verengte Arterien können bei der indirekten Blutdruckmessung im Alter grobe Fehler auftreten. Verkalkungen der Gefäßinnenwand behindern das Auftreten von Schwingungen. An eine Pseudohypertonie ist zu denken, wenn bei immer wieder erhöht gemessenem Druck Organkomplikationen fehlen oder medikamentöse Blutdrucksenkungen schlecht vertragen werden. Auch die Tastbarkeit der Arterie am Handgelenk als derber Strang ist kein zuverlässiger Hinweis auf eine Pseudohypertonie.

Psychokardiologie

Die Psychokardiologie ist eine noch junge Spezialdisziplin der Medizin. Sie befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen psychischen Faktoren und Herzerkrankungen. Psychische Krankheiten können Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen, aber auch psychisch gesunde Menschen profitieren von psychologischer Unterstützung, wenn sie aufgrund einer Erkrankung wie Bluthochdruck ihr gesamtes Leben umkrempeln müssen. Weitere Informationen: www.psycho-kardiologie.de

Pulmonalarterien

Lungenarterien, die sauerstoffarmes Blut vom rechten Herzen in die Lunge führen.

Pulmonale Hypertonie

Seltene, aber lebensbedrohende Blutdruckerhöhung im (kleinen) Lungenkreislauf. Blutdruckmessung erfolgt mittels Ultraschalluntersuchung des Herzens. Anders als beim Bluthochdruck im Körperkreislauf, der die linke Herzkammer zu Mehrarbeit zwingt, wird beim Lungenhochdruck die rechte Herzkammer belastet. Symptome: rasche Erschöpfbarkeit und Atemnot Internet: Pulmonale Hypertonie e. V. www.phev.de

Pulmonalklappe

Herzklappe zwischen rechter Herzkammer und Lungenarterie.

Puls

durch den Blutauswurf des Herzens in der  Systole entstehende Druckwelle im Kreislauf, die fühlbar und zählbar ist.

Pulsdruck

Differenz zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck; ab Werten von 65 mm Hg spricht man von einem isolierten systolischem Bluthochdruck; kann Hinweis auf eine verringerte Dehnbarkeit der Hauptschlagader sein; ein Blutdruck von 140/70 mm Hg kann ab dem 60. Lebensjahr behandlungsbedürftig sein.

Pulsfrequenz

Häufigkeit der Schlagfolge des Herzens pro Minute.

Pyelogramm

Röntgenologische Darstellung des Nierenhohlraumsystems und damit auch der Nieren nach Gabe eines Kontrastmittels.

Pyelonephritis

Entzündung der Nieren, die sich zunächst im Bindegewebsraum der Niere (Interstitium) abspielt und später zur Einschränkung der Nierenfunktion und zu Schrumpfnieren führen kann.

R
Radioaktivität

Bestimmte Atome zerfallen unter Aussenden von radioaktiven Strahlen, die energiereich sind und einen Organismus schädigen oder zerstören können. Strahlen können aber auch benutzt werden, bestimmte Gewebe (Krebs) gezielt zu vernichten oder Krankheiten zu erkennen. Der Umgang mit Radioaktivität unterliegt strengen Sicherheitsbestimmungen.

Reanimation

Wiederbelebung. Dazu gehören Herzmassage, Beatmung und (meist) elektrische Beseitigung von Kammerflimmern (Defibrillation) oder Herzstillstand. Die Beatmung wird als Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung oder über ein vom Arzt in die Luftröhre eingeführtes Kunststoffrohr (Tubus) durchgeführt.

Reflextachykardie

schneller Herzschlag, der durch einen starken Blutdruckabfall ausgelöst wird; kann als Nebenwirkung bei bestimmten blutdrucksenkenden Medikamenten auftreten.

Rehabilitation

Wiedereingliederung in das Berufs- und Privatleben.

Renale Hypertonie

Verschiedene Nierenerkrankungen können zum Auftreten eines Bluthochdrucks führen. Liegt eine Nierenarterienstenose zugrunde, so spricht man von renovaskulärer Hypertonie. Liegen entzündliche Erkrankungen der Niere vor, wie eine Glomerulonephritis oder Pyelonephritis, so handelt es sich um einen renoparenchymalen Hochdruck

Renin

Hormon, das in der Niere gebildet wird. Es setzt im Blut durch seine Fermentwirkung aus einem Eiweißkörper (Angiotensinogen) das blutdruckwirksame Hormon Angiotensin frei. Angiotensin verengt die kleinen Gefäße und führt zur Blutdruckerhöhung.

Renin-Angiotensin-Aldosteron-System

Renin, Angiotensin und Aldosteron sind Hormone, die ineinandergreifen und den Blutdruck erhöhen. Das System wird durch ACE-Hemmer gehemmt.

Renovaskuläre Hypertonie

durch Verengung einer oder beider Nierenarterien hervorgerufener Hochdruck.

Reserpin

blutdrucksenkender Stoff aus der indischen Schlangenwurz (Rauwolfia serpentina), der das sympathische Nervensystem (Sympathikus) dämpft; wird heute seltener verwandt. Nebenwirkungen: Depression, Schnupfen, Magengeschwüre, Gewichtszunahme.

Retard

lateinisch verlangsamt; Zusatz zu Medikamentennamen kennzeichnet Präparate, deren Wirkstoff verzögert freigesetzt wird, um eine längere Wirkdauer zu erreichen und mit einmaliger Einnahme auszukommen.

Retinopathie

Schäden an der Netzhaut der Augen, z. B. als Folge erhöhter Blutzuckerspiegel (diabetische Retinopathie). Durch Bluthochdruck wird die schädigende Wirkung der Zuckerkrankheit verstärkt.

Retrosternal

hinter dem Brustbein gelegen.

Rezeptoren

Eiweißmoleküle in der Zellmembran von Zellen, die körpereigene Botenstoffe und Medikamente binden können. Über die Rezeptoren können die Substanzen Reaktionen in den Zellen auslösen. Sind die Rezeptoren durch ein Medikament besetzt, wird die normale Reaktion verhindert. im Fall des Beta-Rezeptors, der durch einen Beta-Blocker besetzt ist, kann das Noradrenalin das Herz nicht mehr zu schnellerem und kräftigerem Schlagen anregen.

Risikofaktoren

Risikofaktoren bedingen Krankheiten oder zeigen Krankheitsgefährdung an. Es gibt äußere und innere, beeinflussbare und nicht beeinflussbare Risikofaktoren, die die Entwicklung von Herz- und Kreislauferkrankungen begünstigen.

Risikofaktoren, äußere

Zigarettenrauchen und ein ungünstiges Verhältnis bestimmter Blutfette sind die wichtigsten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt. Vor allem das abnorme Verhältnis von Unterfraktionen des Cholesterins, die Blutfette Apolipoprotein B-100 zu Apolipoprotein A-1, verrät viel über den drohenden Knock-Out des Herzens. Zudem tragen Blutdruck, Diabetes, Stress, ungesunde Ernährung mit wenig Obst und Gemüse und Bewegungsmangel erheblich zum Erkrankungsrisiko bei Zigarettenrauchen fördert das Auftreten der Arteriosklerose in den Gefäßen. Übermäßige Kochsalzzufuhr, überhöhte Alkoholaufnahme, Bewegungsmangel und falsche Stressverarbeitung begünstigen Bluthochdruck. Von inneren Risikofaktoren für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind insbesondere erhöhtes Cholesterin im Blut (über 200 mg/dl), Bluthochdruck (Ruhewerte über 140/90 mm Hg), Verminderung von HDL-Cholesterin (bei Männern unter 35 mg/dl, bei Frauen unter 45 mg/dl) und Zuckerkrankheit zu nennen. Alle bisher genannten Risikofaktoren sind beeinflußbar, Nichtbeeinflussbare Risikofaktoren sind das Geschlecht (Männer erkranken in jüngeren Jahren häufig, in höherem Alter seltener an Herzinfarkt und Schlaganfall als Frauen), das Lebensalter (im höheren Lebensalter nehmen Herz- und Gefäßerkrankungen sowie Bluthochdruck zu) und Erbanlagen (es gibt Familien mit gehäuftem Auftreten von Herzinfarkt, Schlaganfall und Bluthochdruck).

Riva-Rocci-Apparat

nach dem italienischen Arzt Scipione Riva-Rocci benannter einfacher Blutdruckmessapparat mit aufblasbarer Manschette und Quecksilbermanometer.

RR

Abkürzung für den Blutdruckwert, gemessen nach der Methode von Riva-Rocci.

S
Saluretika

zu vermehrter Salz- und Wasserausscheidung führende Medikamente, die auch den Blutdruck senken; werden auch als  Diuretika bezeichnet.

Sauna

Unbedingt zu vermeiden ist ein kaltes Tauchbecken am Ende der Sauna, weil es dadurch zu einer abrupten Gefäßverengung mit starken Blutdruckanstiegen kommen kann.

Schlafapnoe-Syndrom

Krankheitserscheinungen, wie Bluthochdruck, Lungenerkrankung, psychische Störungen, die durch Atemunterbrechungen während des Schlafs entstehen. Diese Atemunterbrechungen können durch ein Aussetzen des regelmäßigen Schnarchgeräusches erkannt werden. Blutdruck kann bei Schlafapnoe schwer einstellbar sein. Internet: Deutsche Gesellschaft für Schlafmedizin www.dgsm.de

Schlaganfall

Plötzlich auftretender Anfall mit Ausfallserscheinungen bei der Ausführung von Bewegungen, Sprechen, u.s.w. durch Schädigung von Hirngewebe, entweder durch Einblutung oder durch mangelhafte Blutversorgung im Gehirn. Führt zur Entwicklung von Lähmungen der Körpermuskulatur, Ausfall der Sprache und zu sonstigen Störungen. Internet: Deutsche Stiftung Schlaganfall-Hilfe www.schlaganfall-hilfe.de; Kompetenznetz-Schlaganfall www.kompetenznetz-schlaganfall.de

Schleifendiuretika

Medikamente mit stark wasserausscheidender Wirkung, die günstig bei Herz- und Nierenschwäche.

Schwangerschaft

Ein Blutdruck von 140/90 mm Hg und höher wird in 10 % der Schwangerschaften und bei 15% der Erstgebärenden gemessen. Obwohl viele Schwangere mit erhöhtem Blutdruck gesunde Babies ohne besondere Probleme zur Welt bringen, kann Bluthochdruck für Mutter und das Ungeborene außerordentlich gefährlich werden. Es ist daher wichtig, den Blutdruck während der Schwangerschaft regelmäßig zu überwachen. Der unkomplizierte Schwangerschaftshochdruck tritt erst im dritten Drittel der Schwangerschaft auf. Innere Organe werden nicht geschädigt. Diese Form eines Schwangerschaftshochdrucks endet spätestens sechs Wochen nach der Geburt.

Schwere Hypertonie

auch Hypertonie Grad 3 genannt, ab Blutdruckwerten > 180/110 mmHg, in vielen Fällen mit Organschäden verbunden wie Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz.

Sedativa

Beruhigungsmittel.

Seitendifferenzen

Blutdruckunterschiede zwischen linkem und rechtem Arm; wegen der größeren Muskelmasse haben Rechtshänder rechts einen höheren Blutdruck. Der Arzt sollte bei der ersten Untersuchung den Blutdruck an beiden Armen messen, um bei Unterschieden von mehr als 10 mm Hg nach Ursachen zu suchen.

Sekundäre Hypertonie

hoher Blutdruck auf dem Boden einer Organerkrankung, z. B. einer Nierenerkrankung, einer Nierengefäßverengung (Nierenarterienstenose), einer Geschwulst in der Nebennierenrinde Conn-Syndrom) oder des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) oder einer angeborenen Einengung der Brustschlagader (Aortenisthmusstenose).

Sekundärprävention

Verhinderung des Fortschreitens oder der Wiederholung einer Erkrankung.

Sekundenherztod

plötzlicher Herztod innerhalb weniger Sekunden oder Minuten, meist durch Herzstillstand infolge Kammerflimmern und durch koronare Herzkrankheit.

Sinusknoten

körpereigener Herzschrittmacher im Bereich des rechten Vorhofs gelegen. Liefert die Impulse für das Zusammenziehen und die Pumpfunktion des Herzens.

Sonographie

Darstellung von Organen mit Hilfe von Ultraschall.

Spasmus

Muskelverkrampfung oder erhöhter Spannungszustand der Muskulatur. Bei Verkrampfung der Gefäßmuskulatur durch Reizung des Sympathikus oder gefäßverengenden Hormonen kommt es zu einer Engstellung der Gefäße mit nachfolgender Minderdurchblutung des von dem Gefäß verengten Gebietes.

Sportherz

Erweiterung des Herzens bei trainierten Ausdauersportlern.

Stammfettsucht

Fettverteilungsstörung mit Fettansammlung an Rumpf und schlanken Gliedmaßen; wird beim Cushing-Syndrom – einem Tumor der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) mit einer Überproduktion von Kortisol – beobachtet.

Standardmessung

Blutdruckmessung durch medizinisches Fachpersonal mithilfe eines Messgerätes, das aus einer Druckmanschette, einem Manometer, einem Ballon und einem Stethoskop besteht. Die Manschette wird am Oberarm angelegt und unter Druck gesetzt. Dadurch wird der Blutstrom in der Ellenbeuge gehemmt, so dass in der Speichenarterie ist kein Puls mehr spürbar ist. Dann wird der Druck langsam reduziert und gemessen, bei welchen Druckwerten der Puls wieder einsetzt.

Statine

Medikamente zur Senkung von bestimmten Blutfetten (LDL). Die vorbeugende Wirkung vor Herzinfarkt geht wahrscheinlich auf die gleichzeitige entzündungshemmende Wirkung zurück. CRP wird gesenkt.

Stenose

umschriebene Einengung eines Gefäßes, meist durch Arteriosklerose. Eine Durchblutungsstörung tritt erst bei hochgradigen Stenosen auf, bei denen der Innendurchmesser um mehr als 70 % des Ausgangswertes eingeengt ist.

Steroide

gemeinsamer Name für Hormone, besonders der Nebenniere, aber auch Vitamine, Gallensäuren u. ä.

Stillzeit

Bei der Auswahl von blutdrucksenkenden Medikamenten in der Stillperiode ist zu berücksichtigen, ob und in welchem Ausmaß Substanzen in die Muttermilch übergehen und damit in den Körper des Säuglings gelangen können. Es stehen eine ganze Reihe von Substanzen zur Verfügung, sodass ein Abstillen wegen der Einnahme von Blutdrucksenkern durch die Mutter nicht erforderlich ist. Alpha-Methyldopa: geht nur in geringem Maße in die Muttermilch über und kann wie in der Schwangerschaft weiter gegeben werden, ähnliches gilt für Dihydralazin; unter den Betablockern Metoprolol bevorzugen. Wassertabletten (Diuretika) können die Milchproduktion verringern und sollten in der Stillzeit nicht angewandt werden. Die ACE-Hemmer Captopril und Enalapril treten nur in geringen Mengen in die Muttermilch über; unerwünschte Wirkungen sind bei Säuglingen bislang nicht beobachtet worden, jedoch ist die klinische Überwachung der Säuglinge ratsam.

Stress

Reaktion des Organismus auf heftige Reize, z. B. Kälte, Lärm, Konflikte, Operationen. Es kommt zur Erregung des Sympathikus und Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol aus der Nebennierenrinde und dem Nebennierenmark; hervorgerufen durch Stressfaktoren (Stressoren). Es gibt "guten" Stress (Eustress), der die Lebensaktivität beflügelt, und "schädlichen" Stress (Dysstress). Bei Dysstress sind die Stressreaktionen des Körpers übersteigert und können bei chronischer Einwirkung den Verlauf von Bluthochdruck und Arteriosklerose ungünstig beeinflussen.

Stressbewältigung

Verfahren, um schädlichen Stress mit überschießender Stressreaktion zu vermeiden. Stressbewältigung kann man erlernen (Verfahren der Muskelentspannung oder des autogenen Trainings), Stress kann man auch abreagieren (körperliche Aktivität).

Stressechokardiographie

Ultraschalluntersuchung des Herzens vor und unmittelbar nach einer Belastung auf einem Fahrrad-Ergometer. Untersucht werden die Wandbewegungen der linken Herzkammer. Im Bereich von Dyskinesien stellen Muskelzellen ihre Arbeit wegen Sauerstoffmangels aufgrund verengter Herzkranzgefäße ein.

Stroke unit

Schlaganfall-Spezialstation; bei Verdacht auf Schlaganfall möglichst umgehend aufsuchen. Internet: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe www.schlaganfall-hilfe.de

Subtraktions-Angiographie

Darstellung z. B. der Nierenschlagadern mittels zweier Röntgenaufnahmen – einmal mit, einmal ohne – Kontrastmittel aufgenommen. Die Helligkeitswerte in den Aufnahmen werden Punkt für Punkt von einander abgezogen; die Unterschiede in den Aufnahmen werden dadurch verstärkt und die Gefäße deutlich sichtbar.

Sudden death

plötzlicher Herztod; siehe auch Sekundenherztod.

Symptom

Krankheitszeichen.

Synkope

Eine Synkope ist ein kurzzeitiger Bewusstseinsverlust. Sie ist die Folge einer Minderdurchblutung des Gehirns und kann verschiedene Ursachen haben. Synkopen können als Folge einer Herzerkrankung auftreten, wie z. B. Herzklappenfehler, einem Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen. Bei letzteren schlägt das Herz dann entweder unregelmäßig, zu schnell oder zu langsam. In allen diesen Fällen kommt es vorübergehend zu einer eingeschränkten Blutzufuhr zum Gehirn. Vor allem bei älteren Menschen kommt es mitunter zu Pausen ("Aussetzern") im Herzrhythmus. Lässt sich dies medikamentös nicht behandeln, sollte ein Herzschrittmacher eingesetzt werden. Bei einer Synkope kommt es zu einem Verlust der Haltespannung der Muskulatur, was häufig zu einem plötzlichen Sturz führt. Meist kann der Betroffene sich nicht mehr an das Ereignis erinnern. Normalerweise reagieren die Blutgefäße auf plötzliche Druckschwankungen – z. B. bei einem Lagewechsel ( Orthostase) – mit einer Engstellung. Zusätzlich pumpt das Herz schneller und kräftiger. Dadurch wird einem Blutdruckabfall entgegengewirkt, die Blutversorgung des Gehirns kann annähernd gleich gehalten werden. Bei einigen Menschen fehlt diese reflektorische Engstellung der Gefäße. Bei ihnen kann es z. B. beim Aufrichten nach längerem Sitzen oder beim schnellen Aufstehen zu einem "Versacken" von Blut in die Beingefäße kommen. Durch die fehlende Gegenregulation kommt es zu einer Minderdurchblutung des Gehirns, die sich durch Schwarzwerden oder Flimmern vor den Augen, einem Schwankschwindel oder sogar als kurzzeitige Bewusstlosigkeit äussert. Begünstigende Faktoren für den Blutdruckabfall im Stehen sind Krampfadern in den Beinen und Nervenschäden durch eine langjährige Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Auch Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebennieren oder der Hirnanhangsdrüse sowie eine Blutarmut können die Neigung zu plötzlichen Blutdruckabfällen unterstützen, ebenso psychische Belastungen wie Stress, Schmerzen oder Angst. Auch Alkohol, Nikotin oder Medikamente kommen ursächlich in Frage. Eine längere Bettlägerigkeit oder ein starker Flüssigkeitsverlust, z. B. bei starkem Schwitzen oder bei länger anhaltendem Brechdurchfall, sind weitere mögliche Ursachen für die orthostatische Hypotonie. Auch eine Herzmuskelschwäche kommt als Ursache für die Beschwerden in Betracht.

Systole

Pumpvorgang des Herzens, bei der sich die linke Herzkammer zusammenzieht (kontrahiert) und das Blut aus der Herzkammer in die Brustschlagader ausgeworfen wird

Systolische Hypertonie

Bluthochdruck, der mit einer Erhöhung des systolischen Blutdrucks über 160 mm Hg einhergeht, bei der aber der diastolische Wert nicht erhöht ist und bei oder unter 90 mm Hg liegt; kommt besonders beim älteren Menschen durch Verlust der Elastizität (Dehnbarkeit) der Brustschlagader vor.

Systolischer Blutdruck

Blutdruck, der beim Entleeren der linken Herzkammer gemessen wird. Er wird beim ersten Auftreten von Gefäßgeräuschen während des Ablassens des Manschettendrucks bestimmt

Szintigraphie

bildliche Darstellung von Körperteilen oder Organen mit schwach radioaktiv markierten Medikamenten.

T
Tablettenabusus

missbräuchliche Anwendung von Medikamenten.

Tachykardie

schneller Herzschlag (über 90/Min.).

Therapie

Behandlung einer Krankheit.

Therapierefraktär

mit der üblichen Standardbehandlung nicht zu beherrschendes Krankheitsbild, z. B. therapierefraktäre Hypertonie.

Thiazide

Untergruppe der Diuretika; Vermehren die Wasser- und Salzausscheidung.

Thorax

Brustkorb.

Thrombose

Blutgerinnselbildung in einer Arterie oder Vene.

Thyroxin

Schilddrüsenhormon.

TIA

Transitorische Ischämische Attacke; nur kurze Zeit anhaltende Symptome eines Schlaganfalls.

Tranquilizer

Beruhigungsmittel.

Transfette

das sind künstlich gehärtete Pflanzenöle, die entstehen, indem man das Öl stundenlang auf etwa 200 Grad Celsius erhitzt. Bei diesem Prozess entstehen Fettsäuren, die die Natur nicht kennt und der Körper nicht verarbeiten kann. Transfette stecken in Chips, Crackern, Pommes, Fertigsoßen, Tütensuppen, Kuchenmischungen, Berlinern, Schokoriegeln, panierter Hühnerbrust, Nuss-Nougatcreme und vielem mehr.

Tricuspidalklappe

Herzklappe zwischen rechtem Vorhof und rechter Hauptkammer des Herzens mit drei Klappensegeln.

Triglyzeride

Neutralfette, bestehend aus Glyzerin und drei Fettsäuren; Normalwert 70-200 mg/dl, Zielwerte unter 200 mg/dl. Gewichtsnormalisierung oder -verringerung ist die wichtigste Maßnahme zur Senkung der Triglyceridwerte bei übergewichtigen Patienten mit erhöhten Triglyceridspiegeln. Alkoholkonsum: erhöht die Triglyceride im Blut, daher sollte auf alkoholische Getränke möglichst verzichtet werden. Schnell aufnehmbare Zucker erhöhen die Triglycerid: Einschränken von Zucker, zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken auch Zuckeraustauschstoffen wie Xylit, Sorbit, Fructose. Der regelmäßige Verzehr von Fettfischen wie Hering, Makrele, Lachs und Thunfisch ist sehr empfehlenswert. Die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren tragen wesentlich zu einer Senkung des Triglyceridspiegels bei. Einfach ungesättigte Fettsäuren wie Oliven- oder Rapsöl bevorzugen.

Troponin

Eiweißbestandteil von Muskeln. Beim Herzinfarkt werden Herzmuskelzellen zerstört und deren Inhaltsstoffe ins Blut abgegeben. Troponin I und T können mit einem spezifischen Test rasch nachgewiesen werden.

Ü
Übergewicht

siehe Adipositas.

U
Ulcus

Geschwür, z. B. offenes Bein (Ulcus cruris) als Folge einer Venenschwäche die schließlich die kleinen Gefäße (Kapillaren) zerstört; kleine Verletzungen können dann nicht mehr heilen und es entsteht eine offene Wunde.

Urämie

Vergiftung des Körpers durch Versagen der Nieren.

Urographie

Röntgenaufnahme der Nieren und ableitenden Harnwege mit Röntgenkontrastmitteln.

V
Vagus
Varizen

Krampfadern. Erweiterung oberflächlicher oder tiefer liegender Venen, vorzugsweise an den Beinen aufgrund einer Bindegewebsschwäche.

Vasodilatatoren

Medikamente, die den Blutdruck durch Weitstellung der Blutgefäße senken.

Vasokonstriktion

Engstellung der Blutgefäße, durch Reizung des Sympathikus oder Anstieg gefäßverengender Hormone (Noradrenalin, Angiotensin) bedingt, führt zum Anstieg des Blutdrucks.

Vegetarische Ernährung

Aufnahme von ausschließlich pflanzlichen Nahrungsmitteln; damit verminderte Belastung mit Salz und schädlichen Fetten, statt dessen hervorragende Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen.

Vene

Gefäße, die das Blut zum Herzen zurückführen; enthalten im Körperkreislauf sauerstoffarmes, dunkles Blut.

Ventrikel

Herzkammer.

Vorhofflimmern

Herzrhythmusstörung, bei der beide Vorhöfe Schläge über 300/Min. aufweisen, die aber nur teilweise auf die Herzkammern übergeleitet werden; geht mit einer unregelmäßigen Herztätigkeit (absolute Arrhythmie) einher, die als unregelmäßiger Puls zu fühlen ist. Ursache: Herzklappenfehler, koronare Herzkrankheit, Schilddrüsenüberfunktion, Alkohol. Internet: Kompetenznetz Vorhofflimmern www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de

W
Walking

schnelles sportliches Gehen, bei dem die angewinkelten Arme gegengleich zu den Beinen mitschwingen; die Bezeichnung kommt vom englischen Wort für gehen: walking

Z
Zentral wirkende Antihypertonika

Medikamente, die durch eine Beeinflussung des zentralen Nervensystems den Blutdruck senken, z. B. Clonidin, Moxonidin und Alpha-Methyldopa; werden auch – nicht ganz korrekt – als zentrale Sympathikushemmer bezeichnet.

Zielblutdruck

Nach neueren Studien (HOT-Studie) ist der größte Nutzen einer Bluthochdruckbehandlung dann zu erreichen, wenn sich Werte zwischen 130 und 140 mm Hg systolisch und 80 bis 85 mm Hg diastolisch erzielen lassen. Dieser Zielblutdruck gilt auch im Alter!

Zirkadianer Rhythmus

Rhythmus mit wiederkehrenden Ereignissen (=Periodenlänge) von einem Tag; siehe Chronobiologie.

Zweiter Gesundheitsmarkt

Zweiter Gesundheitsmarkt umfasst Dienstleistungen und Waren, die nicht von einer Vollversicherung übernommen oder durch den Staat finanziert werden. Beispiel: IGeL, Selbstmedikation.

Zystennieren

angeborenes doppelseitiges Nierenleiden mit Bildung von Blasen (Zysten) im Nierengewebe, das zu Bluthochdruck und Nierenversagen führt; zu unterscheiden von einseitig auftretenden Nierenzysten, die meist einen harmlosen Nebenbefund darstellen.