Journal by Fax MANAGEMENT HYPERTONIE
JOURNAL BY FAX

Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte

3. Jahrgang 2003; Nr. 07

Arterielle Hypertonie im Liegen bei autonomer Dysfunktion

Patienten mit autonomen Neuropathien leiden häufig an ausgeprägter orthostatischer Hypotonie. Beschwerden treten häufig schon nach einigen Sekunden oder Minuten im Stehen auf. Wenig bekannt ist die Tatsache, dass etwa 50 % der Patienten mit orthostatischer Hypotonie im Liegen hyperton sind. Nicht selten treten im Liegen systolische Blutdruckwerte von mehr als 200 mm Hg auf. Sämtliche Medikamente, die zur Behandlung von orthostatischer Hypotonie verwendet werden, können die Hypertonie im Liegen weiter verstärken. Der Mechanismus der Hypertonie im Liegen unterscheidet sich in Abhängigkeit von dem Ort der Schädigung des autonomen Nervensystems. Bei Patienten mit zentralnervösen autonomen Neuropathien, wie zum Beispiel einer Multisystematrophie (Shy-Drager-Syndrom), beruht die Hypertonie im Liegen auf exzessiver Aktivität der sympathischen Efferenzen. Durch die Schädigung im Hirnstamm kann die Sympathikusaktivität jedoch nicht mehr bedarfsgerecht geändert werden. Man kann sich diesen Zustand als eine „spastische Parese des Sympathikus” vorstellen. Bei Patienten mit peripheren autonomen Neuropathien, wie bei fortgeschrittener diabetischer Neuropathie oder Bradbury-Eggleston-Syndrom, ist der Blutdruck im Liegen unabhängig vom sympathischen Nervensystem erhöht („schlaffe Parese des Sympathikus”). Die Hypertonie im Liegen verursacht eine verstärkte Natrium- und Wasserausscheidung während der Nacht und verstärkt so die orthostatische Hypotonie am nächsten Morgen. Komplikationen, wie zum Beispiel Hirnblutungen, sind beschrieben. Zur Diagnose reicht häufig ein einfacher

Literatur: 1. Shannon JR, Jordan J, Costa F, Robertson RM, Biaggioni I (1997) The hypertension of autonomic failure and its treatment. Hypertension 30(5): 1062–1067 [Full text] 2. Jordan J, Shannon JR, Pohar B, et al. (1999) Contrasting effects of vasodilators on blood pressure and sodium balance in the hypertension of autonomic failure. J Am Soc Nephrol 10(1): 35–42 [Full text] 3. Shannon JR, Jordan J, Diedrich A, et al. (2000) Sympathetically mediated hypertension in autonomic failure. Circulation 101(23): 2710–2715 [Full text]
Bei Rückfragen oder Interesse an Literatur zu diesem Thema stehen wir Ihnen unter der Fax-Nr. 089/57095-126 gerne zur Verfügung.
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