Journal by Fax MANAGEMENT HYPERTONIE
JOURNAL BY FAX

Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Böhm, R. Schmieder, P. Stolte

1. Jahrgang 2001; Nr. 2

Was ist ein hypertensiver Notfall?

Erhöhte Blutdruckwerte stellen ein Langzeitrisiko dar. Die medikamentöse Behandlung beginnt in Abhängigkeit von der Höhe des Blutdrucks in der Regel erst nach Wiederholungsmessungen innerhalb von Tagen und Wochen. Bei sehr stark erhöhten Blutdruckwerten stellt sich die Frage, ob ein akutes Risiko mit Notfallcharakter besteht und ob einen sofortige Behandlung eingeleitet werden soll oder muss.

Die Art der Anfangsbehandlung und die sich unmittelbar anschließende Überwachung hängt davon ab, ob es sich um eine hypertensive Krise (im angloamerikanischen Schrifttum „Hypertensive Urgency” bezeichnet) oder um einen eher seltenen hypertensiven Notfall („Hypertensive emergency”) handelt. Der deutsche Begriff „Krise” verschleiert die Tatsache, dass der betreuende Arzt in der Regel nicht weiß, ob es sich um einen plötzlichen Blutdruckanstieg im Sinne einer paroxysmalen Krise, eventuell mit emotionaler situationsbedingter Komponente handelt, oder um eine chronische, mehr oder minder rapid progressive akzelerierte Hochdruck- erkrankung, die lange unerkannt blieb. Patienten mit hypertensivem Notfall müssen sofort stationär eingewiesen, solche mit hypertensiver Krise können ambulant geführt werden.

In der Akutsituation wird der Notfallcharakter nicht durch die absolute Höhe des Blutdrucks, sondern das Fehlen oder Vorhandensein gefährlicher Symptome, Komplikationen oder Begleit- erkrankungen bestimmt. Ein hypertensiver Notfall liegt nur dann vor, wenn Hinweise auf Folgeerscheinungen wie Hochdruckenzephalopathie (klinische Symptome: Sehstörungen, Schwindel, Bewusstseinsstörungen oder neurologische Ausfallerscheinungen, teils differenzialdiagnostisch schwer abgrenzbar von einem apoplektischen Insult), frische Blutungen und/oder Papillenödem am Augenhintergrund, Lungenödem, instabile Angina pectoris, Myokardinfakt oder dissezierendes Aortenaneurysma vorliegen. In diesen Fällen eines hypertensiven Notfalls muss die Behandlung sofort begonnen werden. Außerhalb der Klinik eignet sich dafür entweder 1,2 mg Nitroglycerin als Spray bzw. Kapsel oder 5 mg unretardiertes Nifedipin oder Nitrendipin oral. Wegen des Notfallcharakters ist eine sofortige Klinikeinweisung unabdingbar. Die Weiterbehandlung in der Klinik hängt ab vom Ansprechen der Anfangstherapie, von den

Bei Rückfragen oder Interesse an Literatur zu diesem Thema stehen wir Ihnen unter der Fax-Nr. 089/57095-126 gerne zur Verfügung.
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