Die Hürden einer effizienten Hypertonie-Therapie

Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine heimtückische und gefährliche Krankheit, die für Ärzte und Betroffene einige Probleme mit sich bringt. Deshalb ist die wichtigste Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung von Hypertonie eine vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit von Arzt und Patient.

Mit diesen oder ähnlichen Problemen haben viele Betroffene und deren Ärzte vor allem in den ersten Monaten nach der Diagnose Bluthochdruck zu kämpfen:

  • Viele Betroffene spüren nichts von ihrer Erkrankung. Oft wird sie nur zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt.
  • Ein erhöhter Blutdruck kann nachweislich durch einen gesunden Lebensstil gesenkt werden: gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und ein gutes Stressmanagement. Dafür müssen die Betroffenen oft ihr gesamtes Leben umkrempeln, was für viele mit zusätzlichem Stress verbunden ist.
  • Meist wird die Erkrankung erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Dann sinkt zwar der Blutdruck durch einen gesunden Lebensstil, aber er erreicht keine normalen Werte mehr. Dann sind zusätzlich Medikamente notwendig.
  • Medikamente können Bluthochdruck nicht heilen, aber den Druck in den Blutgefäßen senken. Damit sinkt auch nachweislich das Risiko für Folge-Erkrankungen. Deshalb müssen viele Hypertoniker für den Rest ihres Lebens Medikamente nehmen.
  • Der Blutdruck wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst wie Stress, körperliche Fitness, Körpergewicht, Ernährung, Temperatur und vieles mehr. Die Einstellung des Blutdrucks mit Medikamenten ist oft schwierig und langwierig. Sie kann jederzeit wieder aus dem Gleichgewicht geraten.
  • Der menschliche Körper regelt den Druck im Blutgefäßsystem durch vielschichtige und unterschiedliche Mechanismen. Für die medikamentöse Behandlung von Bluthochdruck stehen fünf Wirkstoffklassen zur Verfügung. Jede Wirkstoffklasse greift an anderer Stelle in diesen Regelmechanismus ein. Alle Medikamente sind gut getestet und senken effektiv den Blutdruck.
  • Zwei von drei Hypertonikern brauchen mindestens zwei Wirkstoffe zur Senkung ihres Blutdrucks. Ob für die Kombinationstherapie zwei oder drei Wirkstoffe notwendig sind und in welcher Dosierung, lässt sich auf den ersten Blick nicht feststellen. Jeder Körper reagiert anders auf die Medikamente.
  • Der menschliche Organismus betrachtet einen über längere Zeit erhöhten Blutdruck als normal. Sinkt er, so aktiviert der Körper zahlreiche Mechanismen, um wieder das alte Niveau zu erreichen. Erweitert zum Beispiel ein Medikament die Gefäße, so kann der Herzschlag ansteigen oder der Körper hält Salz und Wasser zurück, um den Druck wieder zu heben.
  • Welche Kombination der Wirkstoffe bei einem Hypertoniker zu guten Blutdruckwerten führt, müssen Arzt und Patient gemeinsam herausfinden. In manchen Fällen gelingt das sehr schnell, in anderen braucht der Arzt viel Erfahrung und der Patient viel Geduld.
  • Schon geringfügig erhöhte Blutdruckwerte wirken sich nachweislich negativ auf das individuelle Risiko für Folge-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt aus. Kommen weitere Faktoren hinzu wie Übergewicht, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen, steigt das Risiko für Folge-Erkrankungen weiter.
  • Wird Hypertonie bei einem Menschen festgestellt, dann sind Folge-Erkrankungen für viele Betroffene zunächst ein abstraktes, rein rechnerisches Risiko. Deshalb fällt es manchem Hypertoniker schwer, genug Kraft und Motivation aufzubringen für beide Behandlungsstrategien: das Leben komplett auf den Kopf zu stellen für eine gesunde Lebensweise und über viele Jahre zuverlässig die Medikamente einzunehmen.
  • Schlägt die Behandlung nicht an, so ist es für Arzt und Patient schwer herauszufinden, was die Ursache ist: Hat der Arzt die richtigen Medikamente in einer wirkungsvollen Kombination und der richtigen Dosierung gewählt? Hat der Patient sein Leben ausreichend genug umgestellt und nimmt er regelmäßig seine Medikamente ein? Oder gehört der Patient zu der kleinen Gruppe der Hypertoniker, bei denen die Medikamente nicht anschlagen (so genannte therapieresistente Hypertonie)?

Die Deutsche Hochdruckliga verfolgt konsequent das Ziel, die Behandlung von Hypertonikern zu optimieren: Wir fördern Forschungsprojekte, verbessern die Aus- und Fortbildung von Ärzten und angehenden Medizinern und informieren Betroffene und Gefährdete. Erfahren Sie hier mehr über unsere Arbeit: Über die Hochdruckliga.