Puls zu langsam?

Frage

Hugo M. aus Wiesloch fragt: Ich bin 68 Jahre alt und habe seit 30 Jahren Bluthochdruck. Seit mehr als 15 Jahren habe ich außerdem eine Bradykardie (verlangsamter Herzschlag: unter 60 Schlägen pro Minute). Bisher hat dies kein Arzt als behandlungsbedürftig eingestuft. Doch in letzter Zeit steigt meine Herzfrequenz kaum noch über 44 Schläge pro Minute. Sollte ich deshalb doch behandelt werden?

Antwort

Professor Dr. Horst Brass antwortet: Eine Bradykardie kann bei kräftiger Herzauswurfleistung (Blutmenge pro Herzschlag) zu einer Blutdrucksteigerung führen, von den Medizinern auch paradoxe Hypertonie genannt. Selbstverständlich sind deshalb bevorzugt Blutdrucksenker zu verwenden, die eher die Herzfrequenz steigern. Keinesfalls sollten Sie Betablocker nehmen, die die Herzfrequenz noch weiter senken. Oft bringt eine Anhebung der Pulsfrequenz auf einen Zielwert von 65 bis 70 Schlägen pro Minute durch einen Herzschrittmacher einen günstigen Effekt – auch in der Anwendung von Blutdrucksenkern. Sie sollten Ihren behandelnden Arzt danach fragen.

Autor

Professor Dr. med. Horst Brass ist Hypertensiologe DHL®. Er war vor seinem Ruhestand viele Jahre Direktor der Medizinischen Klinik A im Klinikum Ludwigshafen. Er beantwortet regelmäßig Anfragen von Betroffenen und Interessierten.

Dieser Beitrag erschien im DRUCKPUNKT – Zeitschrift für Prävention und Behandlung des Bluthochdrucks und seiner Folgen – Ausgabe 01/2012. Sie können die Ausgabe hier kostenlos als PDF-Datei herunterladen oder als gedrucktes Heft in unserem Online-Shop erwerben.

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