Patienten mit resistentem Bluthochdruck benötigen multidisziplinäre Behandlung

Universitäres Hypertoniezentrum in Köln rezertifiziert21.07.2015, 14:23 | Pressemeldung [+]

Das Hypertoniezentrum Köln wurde von der Deutschen Hochdruckliga rezertifiziert. Es bietet Patienten neben der medikamentösen Versorgung auch Alternativtherapien.

Nieren- undGefäßerkrankungen, hormonelle Störungen, Medikamente wie die Pille oderRheumamedikamente aber auch schlafbezogene Atemstörungen, wie das obstruktiveSchlafapnoe-Syndrom, können Bluthochdruck begünstigen. „Da die Ursachen fürHypertonie und daher auch die Therapiemöglichkeiten sehr vielfältig sind, ist es unabdingbar, dass wir als behandelnde Ärzte multidisziplinär zusammenarbeiten", erklärt Professor Dr. med. Christine Kurschat, Oberärztin der Klinik II für Innere Medizin am Universitätsklinikum Köln. So haben Fachärzte der Uniklinik Köln gemeinsam mit Experten der Deutschen Sporthochschule Köln das Universitäre Hypertoniezentrum Köln gegründet, das die Expertise für Hypertonie von Endokrinologen, Kardiologen, Nephrologen und Radiologen aller Kliniken dieser Stadt bündelt. Dieses sogenannte "Kölner Konzept" ist durch sein großes Netzwerk damit einzigartig in Deutschland. „Insbesondere Patienten, die ihren Blutdruck kaum oder gar nicht mit Medikamenten in den Griff bekommen, profitieren von unserem Zusammenschluss", betont Kurschat. Die Einrichtung hat sich aktuell von der DHL® rezertifizieren lassen.

Patienten mit einer resistenten Hypertonie können ihren Zielwert von unter 140/90 mmHg häufig nur erreichen, wenn ihnen eine Alternative zur medikamentösen Therapie geboten wird. Hierzu gehören operative Verfahren, wie die Barorezeptor-Aktivierungstherapie, die Baroreflex-Modulation oder die renale Denervation. In diesen Fällen nutzen die Ärzte den körpereigenen Regelkreis zur Blutdrucksenkung mittels Stimulation von Rezeptoren oder Verödung von Nerven. Aber auch eine nicht-invasiveTherapie, wie die Änderung des Lebensstils, kann manchen Patienten schon eine medikamentöse Therapie ersparen und den Blutdruck dauerhaft senken. „Für all diese Behandlungsmethoden beherbergt das Hypertoniezentrum Kölnausgewiesene Experten, an die Patienten, aber auch ihre behandelndenniedergelassenen Ärzte, sich in schweren Fällen wenden können. Hier können sie gemeinsam Ursachen und Folgen des individuellen Falles abklären und dieTherapie optimieren", führt Kurschat aus. Betroffenen steht hierfür dieSpezialsprechstunde zur Verfügung.

Um dieVersorgungsqualität von Bluthochdruck-Patienten zu verbessern, prüft undzertifiziert die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® – Deutsche Gesellschaft fürHypertonie und Prävention seit September 2012 medizinische Einrichtungen undzeichnet sie nach Eignung mit dem Titel „Zertifiziertes Hypertonie-Zentrum DHL®" aus. Das Zertifikat garantiert Patienten und Ärzten, dass der hohe Qualitätsstandard eingehalten wird, den die DHL® anhand von Erkenntnissen aus der hypertensiologischen Wissenschaft und der Versorgungsforschung definiert hat", so Professor Dr. med. Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der DHL® und Direktor der Medizinischen Klinik I für Allgemeine Innere Medizin, Nephrologie, Rheumatologie und Pneumologie des Städtischen Klinikums Karlsruhe.„Die Zertifizierung schafft Transparenz und gibt Patienten Orientierungbei der Auswahl der vielfältigen Therapieangebote im Bereich der Bluthochdruckbehandlung." In Deutschland gibt es derzeit 138 Hypertoniezentren.

Weitere Informationen unter http://hypertoniezentrum.uk-koeln.de.

Zurück

Seitenanfang  |  Autor: Redaktion