Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® vergibt Wissenschaftspreise:

Neue Therapieansätze und Hypertonie-Aufklärung gewürdigt02.12.2016 | Pressemeldung [+]

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Etwa jeder Dritte in Deutschland hat einen zu hohen Blutdruck. Um dieser Volkskrankheit entgegenzuwirken sind neue Therapien und Diagnoseverfahren essenziell. Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention fördert die Forschung auf diesem Gebiet mit Wissenschaftspreisen im Gesamtvolumen von 21 Tausend Euro. Im Rahmen des 40. Wissenschaftlichen Jahreskongresses „Hypertonie in Bewegung" in Berlin ehrt die Fachgesellschaft am 3. Dezember 2016 Mediziner für Arbeiten, die einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Hypertonie-Behandlung leisten. Ein Schwerpunkt liegt auch auf der Nachwuchsförderung. Auch ein Medienpreis zur Hypertonie-Aufklärung wird vergeben. 

Viele Hochdruckpatienten sprechen auf Medikamente nicht gut an. Sie haben ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenschäden. „Es ist uns daher überaus wichtig, mit Wissenschaftspreisen die Hypertonieforschung weiterzubringen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der DHL® Professor Dr. med. Martin Hausberg. „Nur so lassen sich Erkenntnislücken schließen und die Patientenversorgung flächendeckend verbessern.“  

Der Franz-Gross-Wissenschaftspreis wird verliehen in Anerkennung besonderer Verdienste um die Hochdruckforschung und für das Engagement für die Aufgaben und Ziele der Deutschen Hochdruckliga. Er geht in diesem Jahr an Professor Dr. med. Helmut Geiger, Leiter des Funktionsbereichs Nephrologie der Medizinischen Klinik III – Nephrologie am Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt am Main. Die Franz-Gross-Medaille 2016 geht an Professor Dr. med. Rainer Kolloch, Bielefeld. Sie würdigt sein jahrzehntelanges Wirken für die Deutsche Hochdruckliga, gegenwärtig als Vorsitzender der Wissenschaftlichen Akademie der Deutschen Hochdruckliga.  

Privatdozent Dr. Sheng Peng Wang vom Max-Planck-Institute for Heart and Lung Research, Bad Nauheim erhält den Dieter-Klaus-Preis der Deutschen Hypertonie Stiftung DHS® 2016 für die Identifizierung eines neuen Mechanismus in der Blutdruckregulation. Mit diesem Preis zeichnet die Hochdruckliga Arbeiten auf dem Gebiet der experimentellen, der klinischen oder der epidemiologischen Hochdruckforschung aus. Wangs Arbeiten tragen 
zum wesentlichen Verständnis der Blutdruckregulation bei und helfen möglicherweise, bald neue therapeutische Ansätze zu finden, so die Begründung der Jury.  

Der Dr. Adalbert-Buding-Preis richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum, die ebenfalls neue Erkenntnisse in der Bluthochdruckforschung gewonnen haben. Dieses Jahr zeichnete die DHL® drei Wissenschaftler aus dem Bereich der theoretischen Medizin aus. Sie arbeiten am Institut für Pharmazie, Abteilung für Klinische Pharmazie und Pharmakotherapie, an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Dr. rer. nat. Heike Braun, Anne Ripperger und Dr. rer. nat. Toni Schumacher, die sich der Gefäßforschung widmen. Ihre Arbeit liefert neue Erkenntnisse zu molekularbiologischen Prozessen, die zu Störungen des Blutgefäßwachstums führen und hierüber Einfluss auf die Blutdruckregulation nehmen können.

Den Förderpreis der deutschen Hochdruckliga e. V. DHL® für Sport und nicht-medikamentöse Therapie bei Bluthochdruck erhält in diesem Jahr Privatdozent Dr. med. Nikolaos Pagonas vom Städtischen Klinikum Brandenburg, Hochschulklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg. In seiner methodisch gut aufbereiteten prospektiven, placebo-kontrollierten Studie dokumentiert der Wissenschaftler sehr präzise die blutdrucksenkenden Wirkungen des aeroben Trainings, auch wenn dieses ohne Supervision stattfindet. Das isometrische Faustschlusstraining sowie auch das placebo Faustschlusstraining führten nicht zur Senkung des Blutdrucks bei Patienten mit bekannter Hypertonie. Interessanterweise führen aber beide Sportarten (aerobes und isometrisches Training) zur signifikanten Senkung der Triglyceride. Das aerobe Training hatte sogar einen positiven Einfluss auf das dysfunktionale HDL, ein neuer kardiovaskulärer Risikofaktor. Das dysfunktionale HDL scheint eine höhere prognostische Bedeutung im Vergleich zum Gesamt-HDL zu haben.  

Seit 2014 vergibt die DHL® auch einen Medienpreis. Neben der Förderung von Forschungsarbeiten ist es der Hochdruckliga sehr wichtig, die Öffentlichkeit stärker für das Thema Bluthochdruck zu sensibilisieren. Der Medienpreis wird in diesem Jahr als Sonderpreis für die beste Fernsehreportage zum Thema „Aktiv für einen guten Druck“ vergeben. Mit der TV-Reportage „Die Wahrheit über ... Bluthochdruck“ ist es laut dem Urteil der Jury der rbb-Autorin Cornelia Fischer-Börold gelungen, einen wertvollen Film zu schaffen, der nicht nur über die Gefahren des Bluthochdrucks aufklärt, sondern auch aufzeigt, wie Betroffene ihren hohen Blutdruck senken können: Bei einer Blutdruckmessaktion des rbb werden Menschen mit einem zu hohen Blutdruck gefunden; diese werden quasi „an die Hand genommen“ und zu einer Hypertonie-Schulung in eine Rehaklinik eingeladen. Dort begleitet sie die Kamera unter anderem beim Kochtraining und einem Bewegungsprogramm. Man brauche mehr solche Reportagen, die Mut zu Verhaltensänderungen machen und vor allem auch konkret aufzeigen, was man als Betroffener tun kann, so die Jury der Deutschen Hochdruckliga.  

Über die Wissenschaftspreise hinaus wird auch gezielt der wissenschaftliche Nachwuchs bis zum 35. Lebensjahr gefördert. Im Vorfeld des Kongresses hat die DHL® an fünfzehn jüngere Teilnehmer ein Reisestipendium vergeben. Mit den „Best-of- …“-Preisen prämiert die DHL® die besten Vorträge sowie Poster von jungen Wissenschaftlern. Die Preisträger präsentieren ihre Arbeiten in gesonderten Sitzungen. Am 3. Dezember werden die besten Vorträge und Poster zusätzlich ausgezeichnet.  Die Preisvergabe findet im festlichen Rahmen des Jahreskongresses am 1. Dezember 2016 statt. 

Über die Deutsche Hochdruckliga DHL® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention

Die Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL® bündelt die Expertise zur arteriellen Hypertonie in Deutschland. Gegründet 1974, engagiert sie sich seitdem für eine bessere Versorgung von Menschen mit Bluthochdruck. Weltweit bleibt Bluthochdruck die größte Gefahr für die Gesundheit. Deshalb verfolgt die DHL® das Ziel „30-50-80“: Jeder Mensch ab 30 Jahren sollte seinen Blutdruck kennen. Ab 50 sollte der Blutdruck bei jedem kontrolliert und gut eingestellt sein. Menschen mit 80 sollten nicht an Folgeschäden des Bluthochdrucks wie Schlaganfall oder Herzinfarkt leiden.

Pressestelle
Stephanie Priester
Postfach 30 11 20
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Tel.: 0711 8931-605
Fax: 0711 8931-167
priester@medizinkommunikation.org
www.hochdruckliga.de

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