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Bluthochdruck-Prävention im Fokus der EU-Kommission

Kommunikationsplan der Europäischen Kommission von Dezember 2025

Mit dem Safe Hearts Plan setzt die Europäische Kommission einen klaren Schwerpunkt auf die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Darin wird arterielle Hypertonie als zentraler, zugleich häufig unterschätzter Risikofaktor benannt.

Der Safe Hearts Plan basiert auf drei Säulen: Prävention, Früherkennung und Screening sowie Behandlung und Versorgung (einschließlich Rehabilitation). Unterstützt wird er durch drei übergreifende Themen: digitale Innovation, Forschung und Wissensaufbau sowie Abbau von sozialen Ungleichheiten.

Zentrale Aussagen des Safe Hearts Plan zum Thema Bluthochdruck:

  • Bluthochdruck ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Europa.
  • Ein erheblicher Anteil der Betroffenen ist nicht diagnostiziert oder unzureichend behandelt, da Bluthochdruck oft lange symptomlos verläuft.
  • Die EU fordert eine Stärkung der Früherkennung, insbesondere durch regelmäßige und niedrigschwellige Blutdruckmessungen.
  • Geplant ist die Entwicklung standardisierter Gesundheitschecks, in denen Blutdruckmessungen eine zentrale Rolle spielen sollen.
  • Prävention soll früher im Lebensverlauf ansetzen und stärker in den Alltag integriert werden.
  • Digitale Tools wie Apps oder Wearables werden ausdrücklich als Mittel gesehen, Früherkennung zu verbessern, Messdaten zu dokumentieren und die Selbstkontrolle zu erleichtern.
  • Diese Tools sollen wissenschaftlich validiert und datenschutzkonform sein, um zuverlässige Informationen zu liefern und die Menschen zu befähigen, ihre Blutdruckwerte richtig einzuschätzen.
  • Ziel ist es, durch bessere Prävention, digitale Unterstützung und Kontrolle von Bluthochdruck gesunde Lebensjahre zu verlängern und die Belastung der Gesundheitssysteme zu reduzieren.

Der Kommunikationsplan macht deutlich, dass Bluthochdruck nicht nur ein individuelles medizinisches Thema ist, sondern eine gesundheitspolitische Schlüsselaufgabe darstellt.

„Der Safe Hearts Plan bestätigt, was wir seit Jahren betonen: Bluthochdruck muss früher erkannt und konsequenter behandelt werden“, resümiert Prof. Dr. Markus van der Giet, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga (DHL). „Als Liga engagieren wir uns bereits intensiv in der Prävention und Früherkennung von Bluthochdruck, unter anderem durch die Zertifizierung qualitätsgesicherter Apps, niederschwellige Informationsmaterialien sowie Aufklärungsarbeit für Fachkreise und Betroffene“, fügt er hinzu. 

Der Safe Hearts Plan stützt sich auf die Erkenntnisse des kürzlich veröffentlichten OECD-Berichts „The State of Cardiovascular Health in the EU“. Er ist frei zugänglich und kostenfrei hier erhältlich.