Yoga: Wirkungen und Nebenwirkungen05.03.2014, 14:40 | Betroffene und Laien [+]

Yoga am Meer
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Yoga kann den Bluthochdruck senken - das haben zahlreiche Studien erwiesen. Doch nicht alle Übungen sind für Bluthochdruckpatienten empfehlenswert.

Yoga kann den Bluthochdruck senken und das Herz-Kreislauf-System stärken. Zu diesem Ergebnis kamen zahlreiche Studien. Doch nicht alle Übungen eignen sich für Menschen mit Bluthochdruck (Hypertoniker):

  1. Übungen, bei denen das Herz-Kreislaufsystem angeregt wird, wie der beliebte 'Sonnengruß', sollten nur mit professioneller Begleitung durchgeführt werden.
  2. Übungen, die den Blutdruck im Kopfbereich erhöhen, etwa Kopf- und Schulterstand, sollten vermieden werden.
  3. Atemtechniken, bei denen die Luft angehalten wird, sollten vermieden werden.

Welche Yoga-Übungen eignen sich bei Bluthochdruck?

Vor allem die meditativen und entspannenden Hatha-Yogaübungen sind für Bluthochdruckpatienten sinnvoll (siehe Infokasten). Yoga hilft, Stress abzubauen und fördert die Achtsamkeit. Yogapraktizierende lernen in ihren Körper hineinzuhören und dessen Signale besser wahrzunehmen. Während der Übungen ist es wichtig, immer wieder in den Körper zu spüren. Alles, was unangenehm ist oder gar schmerzt, sollte vermieden werden. Auf diese Weise werden Körperbewusstsein und Eigenverantwortung gestärkt, Gelassenheit und Vertrauen wachsen.

Risiken und Nebenwirkungen
Als William J. Broad 2012 sein Buch "The Science of Yoga" veröffentlichte, ging ein Aufschrei durch die Yogafangemeinde: Der Pulitzerpreisträger und Bestsellerautor Broad machte auf die Risiken und Nebenwirkungen des Yoga aufmerksam. Schwindel, Benommenheit und Unwohlsein können erste, ernstzunehmende Warnhinweise sein. Die meisten Yogaverletzungen betreffen das Skelett und die Muskulatur. Hals, Rücken, Schulter- und Handgelenke und das Knie sind am häufigsten betroffen.

In den schlimmsten Fällen kann es sogar zu Schlaganfällen und Bandscheibenvorfällen kommen. Broad, der selbst beim Yoga einen Bandscheibenvorfall erlitt, warnt vor unseriösen Angeboten und wirbt für gesundes, verantwortungsvolles Yoga.

Yogaanfänger mit Bluthochdruck sollten sich deshalb idealerweise von einem erfahrenen Yogalehrer ein individuelles Übungsprogramm zusammenstellen lassen oder an einem Kurs speziell für Hypertoniker teilnehmen. Über den Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V. kann man einen qualifizierten Yogalehrer finden.

Beim Treffen der 'American Society of Hypertension' in San Francisco im Mai 2013 stellte Dr. Debbie L. Cohen-Stein von der University of Pennsylvania die Ergebnisse ihrer Hypertoniker-Studie vor: Die Probanden nahmen in einem Zeitraum von 24 Wochen zwei- bis dreimal wöchentlich an einen Hatha-Yogakurs teil und konnten dadurch ihren Blutdruck um 4 bis 5 mmHg senken. Für die Forscherin ist Yoga nicht nur eine wirkungsvolle Ergänzung eines gesunden Lebensstils sondern könnte möglicherweise sogar Medikamente ersetzen.

Quellen:

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