Was Herz- und Blutdruckpatienten beim Wandern beachten sollten25.04.2018, 16:32 | Betroffene und Laien [+]

Bergsteigen/Wandern
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Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings beginnt auch wieder die Wander- und Bergsteigerzeit. Doch nicht für jeden ist das Klettern und Wandern in den Bergen geeignet. Insbesondere Herz- und Bluthochdruckpatienten sollten auf verschiedene Höhengrenzen achten, da in luftigen Höhen die Sauerstoffversorgung eingeschränkt ist. Manche Patienten hingegen können laut den Autoren einer neuen Übersichtsarbeit dieser Freizeitbeschäftigung unbesorgt nachgehen.

In einer Stellungnahme verschiedener Fachgesellschaften wurde zusammengefasst wie sich unterschiedliche Höhenlagen beim Wandern auf Herz- und Bluthochdruckpatienten auswirken. Dabei kamen die Autoren zum Ergebnis, dass lediglich schwer herzkranke Patienten oder an schwer therapierbarem Bluthochdruck leidende Menschen gänzlich auf das Bergwandern verzichten sollten. Bis zu 3500 Meter können Patienten mit milden Herzerkrankungen wie einer leichten Herzinsuffizienz bedenkenlos erklimmen. Bei Menschen mit einer mild ausgeprägten ischämischen Herzerkrankung ist die Studienlage zwar noch etwas unklar, doch sollte den Wissenschaftlern zufolge sogar eine Höhe von über 4000 Metern möglich sein. Grundsätzlich gilt: Je schwerer die jeweilige Herzerkrankung, desto weniger sollten sich Wanderer höheren Lagen sowie körperlicher Anstrengung aussetzen.

Die Autoren empfehlen, die ersten sechs bis zwölf Monate nach einer Stentimplantation einen Höhenaufenthalt zu vermeiden. Nach einem Herzinfarkt oder Koronararterien-Bypass sollten sich die Patienten frühestens nach sechs Monaten in Höhenlagen begeben. Patienten mit Herzschrittmachern und anderen elektrischen Hilfen können bei gutem Gesundheitszustand ohne Höhenbegrenzung wandern.

Da der Blutdruck generell bei allen Menschen in der Höhe steigt, raten die Forscher den Bluthochdruck-Patienten ihre Medikation mit ihrem Arzt unbedingt abzusprechen. Auch Herzpatienten sollten entsprechende medikamentöse Anpassungen vornehmen. Hypertoniker sollten vor und während des Aufstiegs den Blutdruck kontrollieren. Ist der Bluthochdruck mild ausgeprägt oder gut kontrolliert können Betroffene bis zu 4000 Meter ersteigen. Höhenlagen sollten jedoch gemieden werden, wenn die Hypertonie ungenügend medikamentös eingestellt ist.

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