Studie zeigt: Hypertonie ist Risikofaktor für Mitralinsuffizienz14.11.2017 | Ärzte und medizinisches Fachpersonal [+]

Bluthochdruck und Mitralinsuffizienz
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Eine aktuelle bevölkerungsbasierte Kohorten-Studie aus Oxford zeigt, dass Patienten mit arterieller Hypertonie ein erhöhtes Risiko für eine Mitralinsuffizienz haben. Dabei handelt es sich um einen Herzklappenfehler, bei welchem die Mitralklappe des Herzens nicht richtig schließt. Die Studie erschien in PLoS-Medicine.

Das Forscherteam um Kazem Rahimi aus Oxford wertete Daten aus der Clinical Practice Research Datalink aus. Diese Datenbank umfasst Krankenakten von rund sieben Prozent der britischen Bevölkerung, also rund 5,5 Millionen Menschen. Drei Viertel der darin erfassten Patienten litten an Bluthochdruck.

Die Ergebnisse der Studie weisen auf einen engen Zusammenhang zwischen erhöhtem Blutdruck und Mitralinsuffizienz hin: Lag der systolische Blutdruck zwischen 121 bis 140 mmHG, stieg das Risiko an einer Mitralinsuffizienz zu erkranken, um 23 Prozent an. Bei einem systolischen Blutdruck zwischen 141 bis 160 mmHg stieg das Risiko um 44 Prozent. War er höher als 160 mmHg, kam es sogar zu 49 Prozent häufiger zu einer Mitralinsuffizienz. Die Forscher nahmen eine Kontrollgruppe mit einem normalen systolischen Blutdruck von 120 mmHg als Referenz.
Zudem zeigten Rahimi et al., dass bei Patienten, die darüber hinaus an einer ischämischen Herzerkrankung oder einer Herzinsuffizienz leiden, beziehungsweise einen Herzinfarkt hatten, sich das Risiko für eine Mitralinsuffizienz zusammen verdreifacht. Die Autoren vermuten, dass bei 87 Prozent der an einer Mitralinsuffizienz erkrankten Patienten, der Bluthochdruck ein direkter Auslöser sei.

Bislang gab es, neben Erkrankungen des Herzmuskels und der Herzklappe selber, keine weiteren erkennbaren Ursachen für eine Mitralinsuffizienz. Mit den Studienergebnissen liefern die Forscher nun den ersten Anhaltspunkt, dass eine erfolgreiche Blutdruck-Therapie einer Mitralinsuffizienz erfolgreich entgegenwirken kann. In Deutschland gibt es bis zu einer Million Menschen, die an einer Mitralinsuffizienz erkrankt sind. Diese Patientengruppe könnte von den Studienergebnissen nun profitieren, legt die Studie doch eine hohe Bedeutung der konsequent durchgeführten blutdrucksenkenden Therapie auch hinsichtlich des Risikos eine Mitralinsuffizienz zu entwickeln, nahe.

Quelle:

http://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1002404

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