Vermindertes Risiko für Herzinfarkt und Hirnschlag

Kaffee senkt den Blutdruck08.05.2012, 22:23 | Ärzte und medizinisches Fachpersonal [+]

Kaffee senkt den Blutdruck
Foto: Peter Kremzar, shutterstock.com

Schweizer Forscher finden heraus, dass Nichtraucher, die viel koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen, einen niedrigen Blutdruck aufweisen.

Nichtraucher können das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Hirnschlag vermindern, wenn sie Kaffee trinken. Wie ein Team um Murielle Bochud vom Universitätsspital Lausanne in der Fachzeitschrift "Human Molecular Genetics" berichtet senkt eine Tasse am Tag den Blutdruck um bis zu 9 Millimeter Quecksilbersäule.

Obwohl Kaffee dafür bekannt ist, dass er kurzfristig den Blutdruck erhöht, wirkt er sich auf die Dauer genau umgekehrt aus. "Das ist vergleichbar mit Jogging: Auch wenn der Blutdruck während des Rennens steigt, schützt regelmässiger Sport vor Herzkreislaufschäden", sagt Idris Guessous, der Erstautor der Studie.

Mit seinen Kolleginnen und Kollegen verglich Guessous den Blutdruck und die genetische Ausstattung von über 16.000 Personen mit der Menge an konsumiertem Kaffee. Dabei zeigte sich, dass verschiedene Varianten des Gens CYP1A2 mit unterschiedlich intensivem Kaffeegenuss korrelierten. Wie viel koffeinhaltige Getränke man täglich zu sich nimmt, sei also großenteils genetisch bestimmt, schreiben die Forschenden.

Das CYP1A2 Gen ist ein Bauplan für das gleichnamige Eiweiß, das beim Abbau von Koffein in der Leber eine entscheidende Rolle spielt. Wer eine effizientere Variante des Eiweißes geerbt hat, konsumiert tendenziell mehr Kaffee und weist im Durchschnitt einen tieferen Blutdruck auf als Personen mit einer weniger leistungsstarken Variante von CYP1A2.

Mehr Kaffee für tieferen Blutdruck – dieser Zusammenhang gilt aber nur für Nichtraucher, denn der Zigarettenrauch verstärkt die Aktivität von CYP1A2 und beschleunigt den Koffeinabbau auch in der Leber von Personen, die mit einer weniger effizienten Eiweissvariante ausgestattet sind. "Dadurch vernebelt der Rauch den schützenden Effekt von Kaffee", sagt Guessous.

Quelle: idw online, 24.04.2012

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