Genetische Faktoren für Bluthochdruck identifiziert13.09.2011 | Ärzte und medizinisches Fachpersonal [+]

Erbgut-Faktoren für Bluthochdruck identifiziert
Foto: Alexander Raths | shutterstock.com

Internationale Forschergruppe identifiziert 28 Regionen im Erbgut, die eine wichtige Rolle für die Regulierung des Blutdrucks spielen.

Die Forscher um Professor Aravinda Chakravarti vom McKusick-Nathans Institute of Genetic Medicine am Johns Hopkins Institut in Baltimore analysierten das Erbgut von mehr als 200.000 Menschen europäischer Abstammung und von 74.000 Asiaten und Afrikanern (Nature 2011; 10.1038/nature10405).

"Die Identifizierung der neuen Genvarianten erweitert unser bisheriges Wissen über die Faktoren, die den Blutdruck beeinflussen", sagt Studienautor Christopher Newton-Cheh vom Massachusetts General Hospital. Sie zeige potenzielle Ansatzstellen für neue Medikamente und für Maßnahmen, um Herzkreislauf-Erkrankungen besser als bisher vorzubeugen.

Zum ersten Mal habe man auch die Beteiligung eines wichtigen Stoffwechselweges an der Steuerung des Blutdrucks festgestellt, berichten die Forscher. Drei der 28 gefundenen Genorte beinhalteten Gene, die Teil des sogenannten cGMP-Systems sind. Dieser Signalweg steuert unter anderem die Weitung der Blutgefäße und die Ausscheidung von Natrium durch die Nieren.

An der Suche nach den Blutdruckgenen hatten sich 346 Wissenschaftler in 24 Ländern beteiligt. Die Forscher suchten zunächst in Gendatenbanken nach Genmustern, die besonders häufig bei Bluthochdruckpatienten aufzutreten schienen. Unter den mehr als 2,5 Millionen analysierten Genvarianten von insgesamt 69.000 Personen europäischer Abstammung fanden sich einige vielversprechende Kandidaten. Diese Genvarianten testeten die Wissenschaftler an 133.000 weiteren Personen auf einen Zusammenhang mit Blutdruckanomalien.

Die genetischen Risikofaktoren hätten sich auch bei 74.000 Personen asiatischer und afrikanischer Abstammung als stark mit Bluthochdruck verknüpft erwiesen, berichten die Wissenschaftler. Auch zur koronaren Herzkrankheit und Schlaganfall habe man einen Zusammenhang gefunden.

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