Bluthochdruck kann schon im Kindesalter beginnen12.09.2011, 10:14 | Ärzte und medizinisches Fachpersonal [+]

Bluthochdruck kann schon im Kindesalter entstehene
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Untersuchungen ergeben, dass Passivrauchen und Lärm auch bei Kindern den Blutdruck erhöhen

In der Fachzeitschrift „Circulation“ (2011; 123: 292-298) wurde im Januar das Ergebnis einer Forschungsarbeit des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg und des Gesundheitsamts Rhein-Neckar veröffentlicht. Bei rund 4 000 Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis sechs Jahren wurde bei der regulären Einschulungsuntersuchung zusätzlich der Blutdruck gemessen. Ferner dokumentierten die Forscher, welche möglichen Risikofaktoren für einen erhöhten Blutdruck bei den Kindern vorlagen. Die Datenauswertung ergab: Kinder, die dem Zigarettenrauch ihrer Eltern ausgesetzt waren, hatten ein um 21 Prozent erhöhtes Risiko für hohen Blutdruck.

Risikofaktoren Übergewicht und Erbanlagen
Weitere bekannte Risikofaktoren für Bluthochdruck bei Kindern sind laut der Studie Übergewicht, niedriges Geburtsgewicht sowie Bluthochdruck bei den Eltern. Wie für viele Erkrankungen gilt somit auch für Bluthochdruck, dass immer mehrere Risikofaktoren zusammentreffen. Einige davon sind unveränderbar, zum Beispiel die von den Eltern geerbte Veranlagung, andere lassen sich dagegen beeinflussen. Das bekräftigt die Empfehlung an Eltern, keinesfalls in Gegenwart ihrer Kinder zu rauchen. Passivrauch begünstigt schon bei den Kindern neben Bluthochdruck vor allem Erkrankungen der Lungen und der Atemwege wie Asthma.

Lärmbelastung und Bluthochdruck
Lärm ist ein weiterer Risikofaktor für die Entwicklung eines hohen Blutdrucks schon in der Kindheit. Das hat eine mehrjährige Untersuchung des Umweltbundesamts ergeben, die Teil des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys des Robert Koch-Instituts ist. Bei rund 1 000 Kindern im Alter von acht bis 14 Jahren wurde der Blutdruck gemessen und ein Hörtest vorgenommen. Außerdem wurden die Kinder und ihre Eltern unter anderem nach Freizeitgewohnheiten, die das Gehör schädigen können, sowie nach der Belästigung durch Umweltlärm gefragt. Ergänzt wurde diese Befragung durch eine orientierende Messung der verkehrsbedingten Schallbelastung der Wohnung.

Neben Umweltlärm belastet auch laute Musik
Erschreckendes Ergebnis der Studie: 21 Prozent der Kinder gaben an, dass sie Schlafschwierigkeiten haben. Betroffen sind davon vor allem Kinder, die an stark befahrenen Straßen wohnen. Diese Kinder leiden vor allem an Durchschlafschwierigkeiten. Außerdem haben sie einen geringfügig höheren Blutdruck und Puls als Gleichaltrige, deren Schlafzimmer nicht an einer verkehrsreichen Straße liegt. Die Studie hat auch gezeigt, dass nicht nur der Straßenverkehr für die Lärmbelastung von Kindern verantwortlich ist. Bei jedem achten Kind deckte der Hörtest eine auffällige Hörminderung auf, die typischerweise Folge von regelmäßiger lauter Musik (zum Beispiel über Kopfhörer aus dem mp3-Player) ist.

Quelle: Pressestelle Deutsche Herzstiftung e.V.

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