Rote Bete gilt als natürlicher Blutdrucksenker Studien weisen darauf hin, dass das in Roter Bete enthaltene Nitrat im menschlichen Körper einen positiven Effekt haben kann. Wir haben uns das im Rahmen unseres Mythenchecks einmal genauer angesehen.
Rote Bete ist reich an Nitrat, einem natürlichen Bestandteil vieler Gemüsesorten wie zum Beispiel Spinat, Rucola, Fenchel oder Kohl. Im Körper wird Nitrat über den Speichel zunächst zu Nitrit und schließlich zu Stickstoffmonoxid reduziert. Dieses sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße entspannen und erweitern. Dadurch kann der Blutdruck sinken.
In einem Studienversuch mit unbehandelten Menschen mit Bluthochdruck (systolisch 140–159 mmHg) wurde untersucht, was geschieht, wenn diese einmalig Rote-Bete-Saft trinken¹.
Die Teilnehmenden erhielten 250 ml Rote-Bete-Saft, eine Menge, die den Nitritspiegel im Blut um etwa 50 Prozent ansteigen lässt.
Das Ergebnis:
- Der systolische Blutdruck sank im Schnitt um etwa 12 mmHg
- Der stärkste Effekt trat nach 3 bis 6 Stunden auf
- Die Wirkung hielt über 24 Stunden an
- Auch der diastolische Blutdruck wurde gesenkt
In vorangegangenen Studien mit Menschen ohne Bluthochdruck, zeigte diese Menge keinen vergleichbaren Effekt. Ebenso konnte bei gleichzeitiger Einnahme von Allopurinol kein Effekt festgestellt werden, da über Hemmung der Xanthinoxidoreduktase die Reduktion zu Nitrit verhindert wird.[1]
Eine weitere Studie untersuchte den Einfluss von Rote-Bete-Saft über einen längeren Zeitraum. 68 Teilnehmende mit Blutdruckwerten über 130/85 mmHg nahmen teil. 34 Personen wurden bereits medikamentös behandelt, 34 erhielten noch keine Therapie. Beide Gruppen wurden zusätzlich zufällig aufgeteilt, sodass eine Hälfte täglich 250 ml nitratreichen Rote-Bete-Saft erhielt, während die andere Hälfte nitratfreien Saft (Placebo) bekam.
Die Einnahme erfolgte über 4 Wochen und führte zu folgenden Ergebnissen: In der Nitrat-Gruppe sank der Blutdruck im Schnitt um 7,7 / 2,4 mmHg, in der Selbstmessung sogar um 8,1 / 3,8 mmHg. In der Placebo-Gruppe blieb der Blutdruck unverändert.
Die beobachteten Blutdrucksenkungen liegen in einer Größenordnung, die auch bei medikamentöser Behandlung erreicht werden kann.[2]
Die Ergebnisse dieser und weiterer Studien sprechen dafür, dass eine nitratreiche Ernährung den Blutdruck positiv beeinflussen kann. Wichtig ist jedoch, den Konsum von Rote-Bete-Saft und entsprechenden Präparaten nicht als Ersatz für verordnete Medikamente zu sehen, sondern vielmehr als unterstützende Maßnahme im Rahmen einer blutdruckfreundlichen Ernährung und Lebensweise.
Auch bei Roter Bete gilt: in Maßen genießen. Die enthaltene Oxalsäure kann bei übermäßigem Verzehr die Bildung von Nierensteinen begünstigen. Gerade Menschen mit Nierenerkrankungen sollten daher auf eine oxalsäurearme Ernährung achten.
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Quellen:
[1] Ghosh S et al. Enhanced vasodilator activity of nitrite in hypertension: critical role for erythrocytic xanthine oxidoreductase and translational potential. Hypertension. 2013 May;61(5):1091-102.
[2] Kapil V et al. Dietary Nitrate Provides Sustained Blood Pressure Lowering in Hypertensive Patients: A Randomized, Phase 2, Double-Blind, Placebo-Controlled Study. Hypertension. 2014 Nov 24.