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Mythen auf dem Prüfstand

Stimmt das eigentlich – senken Artischocken den Blutdruck?

Die Artischocke ist weit mehr als ein mediterranes Gemüse. Sie enthält Bitterstoffe und Flavonoide, ist ballaststoffreich, kalorienarm und wurde 2003 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Doch hält sie wirklich, was ihr oft nachgesagt wird – nämlich den Blutdruck zu senken?

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2021 ist dieser Frage nachgegangen. Ausgewertet wurden acht randomisierte, kontrollierte Studien mit insgesamt 552 Teilnehmenden. Untersucht wurden unterschiedliche Formen wie Artischockenpulver, -extrakt oder -saft in Tagesdosen von bis zu 2,7 Gramm. Die Einnahme erfolgte über acht bis zwölf Wochen, die Kontrollgruppen erhielten ein Placebo. 

Das Ergebnis für alle Teilnehmenden zusammen: keine klare blutdrucksenkende Wirkung im Vergleich zum Placebo. Der durchschnittliche Unterschied lag bei lediglich –0,77 mmHg für den systolischen und –0,11 mmHg für den diastolischen Blutdruck, medizinisch kaum relevant. Interessant wurde es jedoch bei einem genaueren Blick auf Teilnehmende mit bereits bestehendem Bluthochdruck. In dieser Gruppe zeigte sich eine leichte Senkung der Werte: durchschnittlich –3,2 mmHg systolisch und –2,3 mmHg diastolisch.

Wie die Artischocke genau wirkt, ist noch nicht abschließend geklärt. Vermutet wird, dass ihre Pflanzenstoffe körpereigene Prozesse beeinflussen, die die Gefäßfunktion verbessern und so den Blutdruck leicht senken könnten. Für Menschen mit Bluthochdruck können Artischockenpräparate daher eine mögliche Ergänzung sein. Idealerweise über einen längeren Zeitraum und immer zusätzlich zu bewährten Maßnahmen wie Bewegung, Ernährung und ärztlich empfohlener Therapie.

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Wenn Sie sich für Nahrungsergänzungsmittel wie Artischockenpräparate interessieren, empfehlen wir außerdem unsere aktuelle Pressemitteilung zum Thema Bluthochdruck und Nahrungsergänzungsmittel.