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Likes statt Leitlinien?

Warum Social-Media-Supplements bei Bluthochdruck riskant sind.

Nahrungsergänzungsmittel boomen in den sozialen Medien – von Magnesium-Shots über Detox-Tees bis hin zu Präparaten, die angeblich den Blutdruck senken sollen. Die Versprechen sind groß, die Informationen zu Risiken, Nebenwirkungen oder Inhaltsstoffen jedoch oft lückenhaft oder fehlen ganz. Gerade für Menschen mit Bluthochdruck kann das problematisch sein. 

Denn Supplements sind keine geprüften Arzneimittel und können Blutdruckmedikamente nicht ersetzen. Anders als Medikamente unterliegen sie keiner strengen Wirksamkeits- und Sicherheitsprüfung. Auch mögliche Wechselwirkungen oder Überdosierungen bleiben häufig unerwähnt. 

Trotzdem greifen viele Menschen zu. Das zeigt eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung: Fast 77 Prozent der Befragten nutzten im vergangenen Jahr Nahrungsergänzungsmittel, 45 Prozent informierten sich dazu auch über soziale Medien, vor allem auf Instagram, YouTube und Facebook. Influencerinnen und Influencer wirken nahbar und vertrauenswürdig, verfügen jedoch selten über medizinisches Fachwissen.

Umso wichtiger ist es, dass Fachgesellschaften und öffentliche Gesundheitseinrichtungen hier gegensteuern und zugleich die Chancen digitaler Kommunikation besser nutzen. Die Deutsche Hochdruckliga sieht darin eine zentrale Aufgabe der Präventionsarbeit.

Mehr Hintergründe zum Thema lesen Sie im Interview mit Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW in unserem Druckpunkt. Außerdem finden Sie dort Einschätzungen zu bekannten, vermeintlich blutdrucksenkenden Mitteln wie Apfelessig, Granatapfelextrakt, Kalium oder Magnesium.