Der Pulsdruck

Professor Dr. med. Dominik M. Alscher

Als Pulsdruck wird die Differenz zwischen dem oberen (systolischen) und dem unteren (diastolischen) Blutdruck bezeichnet. In den vergangenen Jahren beschäftigten sich die Forscher mit der Bedeutung des Pulsdrucks. So wurde im Jahre 2005 in einer internationalen Studie untersucht, ob der Pulsdruck eine Aussage hinsichtlich der Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen innerhalb von 25 Jahren erlaubt. Aus der Tabelle (siehe Kasten) geht hervor, dass der Pulsdruck noch besser als der diastolische Blutdruckwert geeignet ist, Vorhersagen zu treffen. Allerdings ist der systolische Blutdruckwert genauso gut geeignet.

Grenzwertig

Insgesamt soll ein Pulsdruck von 50 mm Hg nicht überschritten werden. Höhere Werte finden sich, wenn zum Beispiel bei einer Undichtigkeit der Aortenklappe (Aorteninsuffizienz) durch die Rückströme des Blutes in die Herzkammer der diastolische Druck schnell abfällt. Häufiger finden sich allerdings erhöhte Werte, wenn der systolische Blutdruck erhöht ist. Es ist bekannt, dass ab dem 60. Lebensjahr der systolische Blutdruck steigt und der diastolische fällt. Damit vergrößert sich der Pulsdruck. Der Anstieg des systolischen Blutdrucks im Alter wurde lange als normales Alterungsphänomen eingestuft. Die SHEP-Studie („Systolic Hypertension in the Elderly Program“) hat jedoch gezeigt, dass der systolische Blutdruck auch bei älteren Menschen entscheidend ist für das Risiko von Herz-Kreislauf- Erkrankungen. Die bisher bekannten Daten legen nahe, dass für die Ermittlung des relativen Risikos der Pulsdruck gegenüber dem systolischen Blutdruck keine verbesserte Prognose ergibt. Der Pulsdruck kann jedoch dazu beitragen, Erkrankungen wie eine Aorteninsuffizienz zu erkennen. Der Pulsdruck ist problemlos aus der Differenz zwischen dem systolischen und dem diastolischen Blutdruck zu errechnen.

Autor

Professor Dr. Dominik M. Alscher ist Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie und leitender Oberarzt der Abteilung Allgemeine Innere Medizin und Nephrologie sowie Leiter des Notaufnahmezentrums des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart.

Dieser Beitrag erschien im DRUCKPUNKT – Zeitschrift für Prävention und Behandlung des Bluthochdrucks und seiner Folgen – Ausgabe 01/2008. Sie können die Ausgabe hier kostenlos als PDF-Datei herunterladen oder als gedrucktes Heft in unserem Online-Shop erwerben.

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