Unter Blutdruck versteht man allgemein den Druck in unseren Blutgefäßen, genauer gesagt, in den Arterien. Mit jedem Herzschlag pumpt unser Herz Blut in die Gefäße. Dabei dehnen sie sich kurz und ziehen sich anschließend wieder zusammen. Die Druckwelle (auch Pulswelle genannt) ermöglicht, dass das Blut in unseren Gefäßen fließt. Diese Welle können wir über unsere Arterien, beispielsweise am Handgelenk, ertasten und so den Puls zählen. Die Höhe des Blutdrucks wird durch die Menge des Bluts und durch die Herzkraft bestimmt. Arbeitet das Herz kräftiger, beispielsweise unter körperlicher Belastung, ist der Blutdruck höher. Im Schlaf ist er niedriger. Wenn die Arterien verengt sind, steigt der Druck, damit genügend Blut durch die Gefäße strömt. Die genaue Bestimmung der Druckhöhe ist die Blutdruckmessung. Bei der Messung werden zwei Phasen unterschieden:
Die Einteilung und die Behandlung erhöhter Blutdruckwerte orientiert sich an den unter Ruhebedingungen gemessenen Werten. Bei den Messwerten unterscheidet man, ob der Blutdruck beim Arzt oder zu Hause gemessen wird. Das liegt daran, dass viele Menschen beim Arzt etwas aufgeregter sind und ihr Blutdruck deswegen ansteigt. Dies führt dann auch zu erhöhten Messwerten. Deswegen gibt es für die Bestimmung von Bluthochdruck zwei unterschiedliche Grenzwerte.
Mit zunehmendem Lebensalter verringert sich die Elastizität der Gefäße und der Herzmuskel muss mit höherem Druck das Blut durch die Arterien pumpen. Diese Versteifung der Gefäße kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden, die das Risiko erhöhen, an Bluthochdruck zu erkranken. Der eigene Lebensstil spielt dabei eine große Rolle und positive Lebensstiländerungen können dabei helfen, die Blutdruckwerte zu verbessern.
Zu den Risikofaktoren gehören unter anderem:
Wer lange sitzt und sich nur wenig im Alltag bewegt, begünstigt die Entstehung von hohem Blutdruck. Umgekehrt kann man seine Werte bei regelmäßiger Bewegung aktiv senken – tatsächlich in der Größenordnung eines Medikaments!
Verteilung des Körperfetts ist hierbei essentiell: Insbesondere das Bauchfett gilt als gefährlich. Deswegen können auch normalgewichtige Menschen aufgrund ihrer Fettverteilung ein ähnlich hohes Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben wie übergewichtige Menschen.
Durch Stresshormone kann sich die Muskulatur der Blutgefäße zusammenziehen und der Gefäßwiderstand zunehmen. Dies erhöht den Blutdruck.
Leidet man unter einer Schlaf-Apnoe, kommt es im Schlaf immer wieder zu Verringerung oder gar zum kompletten Aussetzer der Atmung. Wird die Luftzufuhr während des Schlafes behindert, belastet das auf Dauer den Kreislauf und erhöht den Blutdruck.
Zucker, Kohlenhydrate und Fett lassen die Blutdruckwerte steigen. Auch Salz treibt den Blutdruck in die Höhe. Zu viel Salz im Essen bindet mehr Wasser im Körper, die Blutmenge erhöht sich und der Blutdruck kann ansteigen.
Nikotinkonsum kann zu Einengungen der Gefäße führen und den Blutdruck erhöhen. Nikotin und andere Giftstoffe, die beim Inhalieren in den Körper gelangen, können die Gefäße schädigen und insbesondere bei zu hohen Fettwerten die Entwicklung zur Arteriosklerose begünstigen. Auch der regelmäßige Konsum selbst von geringen Mengen Alkohol erhöht langfristig das Risiko für die Entwicklung von Bluthochdruck.
Chronischer Lärm stellt einen bedeutsamen Stressfaktor dar – auch wenn dieser nicht bewusst wahrgenommen wird. Selbst während der nächtlichen Schlafphase kann Lärm, zu einer Erhöhung der Stresshormone und zu einer Verengung der Gefäße führen. Luftverschmutzung, insbesondere Feinstaub hat ähnliche Auswirkungen wie Lärm. Feinstaub aus Abgasen kann zudem Entzündungsprozesse in den Gefäßwänden auslösen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Die Kombination von chronischem Lärm und Luftverschmutzung ist besonders ungünstig.
Vorerkrankungen, wie beispielsweise Diabetes mellitus, begünstigen die Entwicklung von Bluthochdruck.
Bluthochdruck tritt oft gehäuft in Familien auf. Auch wenn erbliche Veranlagung diskutiert wird, liegt die Ursache oft an ähnlichen Lebensstilen. Durch eine gesunde Lebensweise können Sie also auch einer erblichen Veranlagung entgegenwirken.
Mit dem Lebensalter verringert sich die Elastizität der Gefäße und es entwickeln sich häufig Verkalkungen und Einengungen in den Arterien. Durch verstärkte Reflektionen der Pulswellen in den steifen Arterien steigt der systolische Wert, der diastolische Wert bleibt normal hoch. Diese Bluthochdruckform wird systolische Hypertonie genannt (Altersbluthochdruck).
Nicht alle Risikofaktoren sind beeinflussbar. Manche liegen außerhalb unserer Wirkungsmacht. Lassen Sie Ihren Blutdruck messen und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um herauszufinden, welche Risikofaktoren auf Sie zutreffen.
Auch wenn Bluthochdruck nicht zwingend spürbar ist, sind die Folgen auf den Körper teils erheblich. Permanent erhöhte Blutdruckwerte schädigen die Gefäße und haben einen negativen Einfluss auf unsere Organe. Deswegen kann Bluthochdruck gefährliche Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Folgende Organe sind am häufigsten betroffen:
Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern) und Einengungen in den Halsschlagadern und Gefäßschäden im Gehirn sind besonders gefährlich, denn sie können zu einem Schlaganfall führen. Embolien (Absonderungen von Blutgerinnseln) führen zu Durchblutungsstörungen, reißt ein Hirngefäß so kommt es zu einer Hirnblutung. Das Risiko an Demenz zu erkranken ist bei Bluthochdruck erhöht.
Bluthochdruck kann zu einer Schädigung der Nierengefäße und zunehmender Funktionseinschränkung der Nieren führen. Tritt Nierenversagen (Niereninsuffizienz) auf, wird eine Nierenersatztherapie (Dialyse oder Transplantation) erforderlich.
Da das Herz den höheren Druck in den Arterien ausgleichen muss, verdickt sich der Herzmuskel. In der Folge kann sich das Herz vergrößern, was schließlich zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen kann. Bluthochdruck begünstigt die Entwicklung von Einengungen in den Herzkranzgefäßen. Eine hieraus resultierende Koronare Herzerkrankung beeinträchtigt die Lebensqualität und kann zu einem Herzinfarkt führen.
Auch die Augen sind von Bluthochdruck betroffen. Der hohe Druck schädigt die Gefäße in der Netzhaut. Dadurch kann es zu Sehbeeinträchtigungen und sogar Erblindung kommen. Bluthochdruck ist auch ein Risikofaktor für grünen Star.
Wenn Blut durch die Gefäße gepumpt wird, erzeugt es Druck auf die Gefäßwände. Bleiben die Gefäße dauerhaft hohem Druck ausgesetzt, verändern sie sich im Laufe der Zeit: Sie können sich versteifen und Fett- und Kalkablagerungen bilden können, die zu Engstellen in den Arterien führen. Durchblutungsstörungen der Beine (Schaufensterkrankheit), Erektionsstörungen und die Ausbildung von Gefäßerweiterungen (Aneurysmata) sind weitere Folgen.
Das ist das Gefährliche an der Krankheit: In der Regel bleibt sie ohne spürbare Symptome. Wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch ist, gewöhnt sich der Körper in gewisser Weise daran und Betroffene können sich durchaus wohlfühlen. Deswegen wird Bluthochdruck auch oft als der „stille Killer“ bezeichnet. Beschwerden wie Schwindelgefühl, Ohrensausen, Kopfschmerzen oder Nasenbluten können – müssen aber nicht auftreten. Der einzige Weg den Bluthochdruck sicher und frühzeitig zu erkennen, ist die regelmäßige Blutdruckmessung.
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