Stress ist allgegenwärtig, und vielen Menschen ist bewusst, dass sie zu viel davon haben. Die Umsetzung wirksamer Strategien gegen Stress bleibt jedoch oft eine große Herausforderung.
Positiver Stress (Eustress) kann motivieren und Energie geben, während negativer Stress (Disstress) entsteht, wenn Anforderungen überfordern. Ziel ist daher nicht, Stress komplett zu vermeiden, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung zu finden und bewusst gelassen auf Unveränderbares zu reagieren.
In belastenden Situationen versetzt Stress den Körper in Alarmbereitschaft: Puls, Blutdruck und Blutzucker steigen, um kurzfristig leistungsfähig zu bleiben. Kurzzeitig ist das hilfreich, doch anhaltender Stress kann den Blutdruck dauerhaft erhöhen und die Gesundheit belasten, besonders bei Menschen mit Risikofaktoren wie Übergewicht oder Diabetes.
Doch wie hängen Stress und Bluthochdruck zusammen? Die Kombination aus chronischem Stress und einer biologischen Veranlagung kann die Erregung des sympathischen Nervensystems steigern und so zur Hypertonie führen. Gleichzeitig ist Stress nicht grundsätzlich negativ: Er hält uns aktiv und verhindert Unterforderung. Entscheidend ist daher das Gleichgewicht zwischen Stress und Entspannung.
Stress löst im Körper eine Reihe von physiologischen Reaktionen aus:
Körperliche Bewegung, guter Schlaf, gesunde Ernährung, soziale Unterstützung und eine optimistische Haltung stärken die innere Widerstandskraft. Zusätzlich helfen praktische Maßnahmen wie Pausen, Atemübungen, klare Prioritäten oder Naturerlebnisse – etwa Waldbaden –, um Stress abzubauen und das Herz-Kreislauf-System zu entlasten.
Emotional abgrenzen: Situationen bewusst reflektieren und entscheiden, ob man sie verändern kann oder nicht.
Aufgaben priorisieren: z. B. nach dem Eisenhower-Prinzip, um Dringlichkeit und Wichtigkeit zu unterscheiden:
Wenn-Dann-Pläne erstellen: Checklisten für konkrete Situationen, zum Beispiel wie verhält man sich im Notfall, erleichtern gezieltes Handeln unter Stress.
Resilienz fördern:
Menschen mit hoher Resilienz können die Amygdala besser regulieren und haben weniger Stresshormon-Rezeptoren an Zielorganen, was die Auswirkungen von Stress auf Herz-Kreislauf-System und Blutdruck mindert.
Der Schlüssel lautet: Stress bewusst wahrnehmen, angemessen reagieren und Resilienz aufbauen, um langfristig das Risiko für Hypertonie zu reduzieren.
Die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson ist ein Entspannungsverfahren, bei dem einzelne Muskelgruppen bewusst angespannt und anschließend gezielt entspannt werden, um körperliche und seelische Spannungen abzubauen.
Wichtigste Schritte:
Beruhigende Musik kann das vegetative Nervensystem positiv beeinflussen und so Puls und Blutdruck senken. Besonders langsame, rhythmische Musik fördert die Entspannung, reduziert Stresshormone und unterstützt damit die Gefäßweite. Eine neue Studie belegt, dass insbesondere Werke von Bach, Mozart, Händel oder Corelli den Blutdruck und die Herzfrequenz senken.
Ob Hunde, Katzen oder Meerschweinchen: Haustiere können sich ebenfalls positiv auf den Blutdruck auswirken – vor allem durch Stressreduktion. Der Kontakt zu Tieren, etwa Streicheln eines Hundes oder einer Katze, senkt nachweislich Stresshormone wie Cortisol und aktiviert das parasympathische Nervensystem, was Puls und Blutdruck beruhigen kann. Zudem fördern Haustiere Bewegung und soziale Kontakte, was langfristig ebenfalls zur Herz-Kreislauf-Gesundheit beiträgt.
Waldbaden, ursprünglich aus Japan („Shinrin Yoku“), bedeutet das achtsame Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes. Statt Sport steht das bewusste Wahrnehmen mit allen Sinnen im Mittelpunkt. Es reduziert Stress, stärkt das Immunsystem und fördert Entspannung. Oft reichen schon 20–30 Minuten.
Ja. Stress aktiviert das sympathische Nervensystem, was zu einer kurzfristigen Erhöhung von Herzfrequenz und Blutdruck führt. Bei häufigem oder chronischem Stress kann dies langfristig den Blutdruck dauerhaft erhöhen.
Typische Anzeichen sind ständige innere Unruhe, Schlafprobleme, Kopf- oder Nackenschmerzen, Reizbarkeit oder Verdauungsbeschwerden. Wenn solche Symptome regelmäßig auftreten, kann Stress ein wichtiger Faktor für Bluthochdruck sein.
Emotionale Belastungen – etwa Konflikte, Leistungsdruck oder Sorgen – steigern Stresshormone wie Cortisol. Diese können die Gefäßfunktion beeinträchtigen und langfristig den Blutdruck erhöhen, wenn keine Entlastung erfolgt.
Ja. Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder Achtsamkeitstraining können Stress reduzieren und so den Blutdruck positiv beeinflussen. Sie wirken unterstützend zur ärztlichen Therapie.
Stressabbau ist wichtig, aber meist nicht ausreichend. Eine erfolgreiche Blutdruckbehandlung umfasst oft Lebensstiländerungen, regelmäßige Messungen und gegebenenfalls medikamentöse Therapie
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