Zuverlässige Blutdruckmessgeräte finden

Blutdruckmessgeräte mit geprüfter Sicherheit

Viele im Handel erhältliche Blutdruckmessgeräte liefern nur unzuverlässige Werte. Das CE Zeichen (Medizinproduktegesetz) sichert noch keine Messgenauigkeit. Die Deutsche Hochdruckliga prüft deshalb auf Antrag der Gerätehersteller Blutdruckmessgeräte  und verleiht ein Prüfsiegel für deren Messgenauigkeit. Die Tests finden durch unabhängige Prüfinstitute statt, welche dem Auftraggeber nicht benannt werden.

Aktuelle zertifizierte Blutdruckmessgeräte

Liste der zertifizierten Blutdruckmessgeräte mit Prüfsiegel als PDF-Datei herunterladen.

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Jahr Typ Hersteller Modell
2022 Oberarm Hartmann Veroval® compact BPU 22 (ÄP)
2021 Oberarm OMRON M300 (ÄP)
2019 Oberarm OMRON M500 Intelli IT (ÄP)
2019 Oberarm OMRON M400 Intelli IT (ÄP)
2019 Oberarm OMRON M400 Comfort (ÄP)
2019 Oberarm OMRON X7 Smart (ÄP)
2019 Oberarm OMRON X4 Smart (ÄP)
2019 Oberarm OMRON X3 Comfort (ÄP)
2019 Oberarm WEPA aponorm® Professionell Control (ÄP)
2019 Oberarm WEPA aponorm® Basis Control PLUS (4G) (ÄP)
2019 Oberarm WEPA aponorm® Basis Control (4G) (ÄP)
2018 Oberarm Beurer BM 27 (ÄP)
2018 Oberarm Hartmann Veroval® duo control (ÄP)
2018 Oberarm Hartmann Veroval® Compact BPU 22 (ÄP)
2018 Oberarm Sanitas SBM 18 (ÄP)
2018 Oberarm Sanitas SBM 22 (ÄP)
2017 Oberarm Hartmann Veroval® EKG-BPM (ÄP)
2017 Oberarm Hartmann Veroval® upper arm blood pressure monitor (ÄP)
2017 Oberarm Uebe visomat® comfort 20/40 (ÄP)
2017 Handgelenk WEPA aponorm® Mobil Slim
2017 Oberarm WEPA aponorm® Basis Plus Bluetooth (ÄP)
2016 Oberarm Beurer BM 28
2016 Oberarm WEPA aponorm® Professionell Touch (ÄP)
2016 Oberarm WEPA aponorm® Basis Control (ÄP)
2015 Oberarm Beurer BM 58 (ÄP)
2015 Oberarm Beurer BM 35 (ÄP)
2015 Oberarm Beurer BM 26 (ÄP)
2015 Oberarm Beurer BM 85
2014 Oberarm OMRON M300
2014 Oberarm Beurer BM40
2014 Oberarm Beurer BM55
2011 Oberarm Hartmann Tensoval® duo control (2011) - normale und große Manschette
2009 Oberarm Hartmann Tensoval® duo control (2009) - große Manschette
2009 Oberarm Hartmann Tensoval® comfort (2009) - große Manschette
2009 Handgelenk Hartmann Tensoval mobil IV (2009)
2007 Oberarm Hartmann Tensoval® duo control (2007)
2007 Oberarm Hartmann Tensoval® comfort (2007)
2006 Oberarm boso BOSCH + SOHN boso-medicus family (große Manschette, 2006)
2005 Oberarm boso BOSCH + SOHN boso-medicus family (2005)
2005 Oberarm boso BOSCH + SOHN boso-medicus smart (2005)
2005 Oberarm boso BOSCH + SOHN boso-medicus uno (2005)

Ein mit „ÄP“ gekennzeichnetes Gerät ist technisch baugleich mit einem bereits validierten anderen Messgerät.

Zuverlässige Blutdruckmessgeräte

Viele im Handel erhältliche Blutdruckmessgeräte liefern nur unzuverlässige Werte. Blutdruckmessgeräte dürfen in Deutschland zwar nur vertrieben werden, wenn sie das Medizinproduktegesetz einhalten. Dieses gewährleistet aber noch keine hinreichende Messgenauigkeit. Deshalb überprüft die Deutsche Hochdruckliga regelmäßig auf Antrag der Gerätehersteller Blutdruckmessgeräte und verleiht ein Prüfsiegel für die Messgenauigkeit.

Dazu wird von der Hochdruckliga ein unabhängiges Prüfinstitut beauftragt. Dem Auftrag gebenden Gerätehersteller wird das Prüfinstitut nicht benannt. Die Messungen werden auf Basis eines umfassenden Prüfprotokolls an mindestens 96 Probanden vorgenommen. Das sind deutlich mehr Probanden als vom Medizinproduktegesetz gefordert. Dabei ist auch exakt geregelt, unter welchen Bedingungen abweichende Messwerte als Messfehler verworfen werden dürfen und wann ungünstige Ergebnisse mit in den Vergleich einzubeziehen sind. Das ist wichtig, um die Verfälschung von Messreihen auszuschließen. Die Vergleichsmessung erfolgt manuell durch das Abhören der beim Durchfluss des Blutes durch die Schlagader entstehenden Geräusche durch zwei unabhängig voneinander agierende Spezialisten. Mit dem Prüfsiegel wird nur die Messgenauigkeit, nicht aber die weitere Benutzerfreundlichkeit getestet, diese sollten Sie selbst durch Ausprobieren verschiedener Geräte selbst überprüfen.

Gerätetests werden in unregelmäßigen Abständen beispielsweise auch durch die Stiftung Warentest durchgeführt. Der wesentliche Unterschied im Vorgehen liegt darin, dass die Stiftung Warentest die Messgenauigkeit lediglich an 32 statt an 96 Probanden testet. Die Stiftung Warentest bewertet bei ihrer Prüfung allerdings auch die Benutzerfreundlichkeit der Geräte. Durch den reduzierten Prüfumfang an lediglich 32 Probanden ist aus Sicht der Deutschen Hochdruckliga statistisch kein ausreichendes Urteil über die Messgenauigkeit eines Gerätes möglich. Bei Probanden mit kleinsten Herzunregelmäßigkeiten (Arrhythmien) kann die Blutdruckmessung mit automatischen Messgeräten bereits zu Messfehlern führen. Darauf weisen auch die Gerätehersteller hin. Messabweichungen werden beim Testen gegebenenfalls dem Gerät angelastet, sollten aber auf die fehlende Messbarkeit der Probanden mit Arrhythmien zurückgeführt werden. Je kleiner die Stichprobe, umso höher ist der mögliche Testfehler. Die Deutsche Hochdruckliga setzt daher bei ihren Messungen eine deutlich größere Probandenanzahl von 96 Personen ein, um mögliche Messfehler auszuschließen.

Probieren Sie Ihr Gerät vor dem Kauf aus

Kaufen Sie ein Blutdruckmessgerät am besten in der Apotheke oder im Sanitätshandel, dort können Sie sich auch verschiedene Geräte zeigen lassen und vor dem Kauf vergleichen. Bitte beachten Sie, dass ein direkter Vergleich der Messwerte von verschiedenen Geräten zu erheblichen Abweichungen führen kann. Das kann schon daran liegen, dass der Blutdruck bereits innerhalb kürzester Zeit stark schwanken kann. Durch das häufige Messen hintereinander werden Werte auch verfälscht. Das könnte aber auch an den fehlenden äußeren Messvoraussetzungen wie z.B. Umgebungsgeräuschen, mangelnder Sitzgelegenheit oder der fehlenden Ruhe liegen.

Wenn Sie die Messwerte eines Gerätes überprüfen wollen, müssen Sie eine manuelle Vergleichsmessung anstellen. Zwischen der automatischen Messung und der Vergleichsmessung dürfen maximal 60 Sekunden liegen. Sie sollten dieses Procedere insgesamt dreimal wiederholen. Messen Sie dabei immer am selben Arm! Die Abweichungen sollten im Schnitt nicht mehr als plus/ minus 10 mm Hg betragen. Lassen Sie sich vom Fachpersonal in der Apotheke oder Sanitätsfachhandel helfen.

Auf was sollte beim Kauf neben dem Prüfsiegel noch geachtet werden?

Die Oberarm- oder Handgelenksmanschette sollte die für Sie passende Größe haben. Messen Sie den Umfang Ihres Oberarms bzw. Ihres Handgelenks und wählen die Manschette entsprechend aus. Die Oberarmmanschette sollte maximal zwei Drittel des Oberarms abdecken.

Je nach Gerät fühlt sich die Manschette anders an, pumpt anders auf und macht andere Geräusche. Einige Geräte haben feste Schalen, andere faltbare Klettmanschetten. Probieren Sie daher verschiedene Geräte vor dem Kauf aus. Es gibt inzwischen auch intelligente Geräte bzw. Manschetten, die nur dann messen, wenn der Arm ruhig und auch auf Herzhöhe gehalten wird.Sie sollten die Manschette auch korrekt anlegen können. Lassen Sie sich beraten und prüfen vor dem Kauf, ob es beispielsweise auf der Manschette Abbildungen gibt, die Ihnen beim korrekten Anlegen Hinweise geben. Es gibt inzwischen auch intelligente Manschetten, die bei einem fehlerhaften Anlegen korrekt messen können.

Da sich der Blutdruck über den Tagesverlauf ständig ändert, ist es wichtig, den Blutdruck über einen längeren Zeitraum immer zur selben Zeit zu messen. Erst dann ist die Blutdruckselbstmessung sinnvoll. Sie sollten Ihre Werte aufschreiben oder digital speichern, so dass Ihr Arzt den Blutdruckverlauf auf einen Blick anschauen und analysieren kann. Gegebenenfalls reicht es aus, wenn Ihr Blutdruckmessgerät die Messwerte speichert. Das erschwert aber die schnelle Auswertung und das Erkennen von Auffälligkeiten.

Sollten mehrere Personen ein Blutdruckmessgerät nutzen, ist darauf zu achten, dass die mit dem Gerät verkaufte Manschette für alle Nutzer die passende Größe aufweist. Einige Geräte bieten Speicher für zwei Personen bzw. auch noch einen Gastmodus an. Einfacher ist es natürlich, wenn jeder sein eigenes Blutdruckgerät hat.

Blutdruckmessgeräte sollten gut verstaubar sein. Eine Aufbewahrungsbox oder eine passende Verkaufsverpackung ist hierbei hilfreich.

Handgelenksgeräte sind meist handlicher und eignen sich daher besonders gut für Urlaubsreisen. Bei ihnen besteht aber leicht die Gefahr, dass sie nicht auf Herzhöhe gehalten werden und dadurch die Messwerte verfälscht werden. Da die Gefäßquerschnitte am Handgelenk kleiner als am Oberarm sind, kann es bei Verhärtung der Blutgefäße an der Hand schneller zu Messfehlern kommen. Inzwischen liefern viele Handgelenksgeräte bei korrekter Messtechnik genaue Werte. Bei Gefäßverhärtungen (Arteriosklerose) sollten Sie allerdings mit Ihrem Arzt besprechen, welches Gerät das geeignetere ist.

Einige Geräte verfügen über eine drahtlose oder kabelgebundene Schnittstelle zu einem digitalen Speichermedium. Die Messdaten werden gespeichert, können an den Arzt geschickt werden oder sind (graphisch) ausdruckbar. In aller Regel wird Ihr Blutdruckgeräteanbieter eine Datenspeicherung nur in einem herstellereigenen Medium zulassen. Das kann ein Programm für einen PC sein oder eine Smartphone-APP.

Bei der Speicherung in einer APP werden Ihre Vitaldaten in aller Regel auf einem zentralen Server des Herstellers, nicht aber auf dem Smartphone gespeichert. In einigen Fällen verbleiben Ihre Messdaten auf dem Smartphone. Einige Gerätehersteller erlauben die Messdatenübertragung in eine beliebige APP. Der APP-Anbieter sollte Sie darüber informieren, ob die Messdaten im Smartphone oder extern auf einem anderen Server gespeichert werden. Ihre Daten sollten in Deutschland gespeichert werden, das gewährleistet ein hohes Datenschutzniveau. Auch darüber sollte Sie Ihr APP-Anbieter informieren. Die Deutsche Hochdruckliga erarbeitet derzeit Gütekriterien, um gute, sichere und nützliche digitale Gesundheitshelfer zu bewerten. Nützlich ist es auch, wenn Sie noch andere Vitalwerte wie zum Beispiel das Körpergewicht, den Puls, das Schlafverhalten oder Ihre körperlichen Aktivitäten digital abspeichern können.

Blutdruckmessgeräte mit geprüfter Sicherheit

Viele im Handel erhältliche Blutdruckmessgeräte liefern nur unzuverlässige Werte. Das CE Zeichen (Medizinproduktegesetz) sichert noch keine Messgenauigkeit. Die Deutsche Hochdruckliga prüft deshalb auf Antrag der Gerätehersteller Blutdruckmessgeräte und verleiht ein Prüfsiegel für deren Messgenauigkeit. Die Tests finden durch unabhängige Prüfinstitute statt, welche dem Auftraggeber nicht benannt werden.

Das Prüfsiegel

Die Deutsche Hochdruckliga möchte durch die Vergabe qualifizierter Prüfsiegel die Messgenauigkeit von Blutdruckmessgeräten verbessern. Viele automatische Geräte weisen bei jeder 4. bis 6. Messung Fehler von bis zu 10 mm Hg auf. Blutdruckmessgeräte werden auf Antrag des Herstellers anhand eines Prüfprotokolls getestet. Nach erfolgreich bestandenen Tests erhalten die Messgeräte das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga für Messgenauigkeit.

Das Prüfprotokoll

Das Prüfsiegel-Protokoll der Deutschen Hochdruckliga ist international eines der umfangreichsten Prüfvorschriften. Seit 1999 werden Geräte anhand dieses Protokolls getestet. Dabei darf ein Gerät bei Testpersonen mit normalem und erhöhtem Blutdruck bei Vergleichsmessungen mit der Standardmethode eine bestimmte Fehlergrenze nicht überschreiten. Das Siegel erhalten Geräte, die erfolgreich an mindestens 96 Personen aus drei Altersgruppen getestet wurden. Die Hälfte der Testpersonen sind Frauen. Bei Handgelenkgeräten kommen Prüfungen an zwanzig Diabetikern hinzu. Soll das Gerät bei Schwangeren eingesetzt werden, gibt es hierfür einen eigenen Prüfungsteil.

Hier finden Sie den Anforderungskatalog an Prüfzentren als PDF-Datei.

Weitere Infos
Nicht immer finden Sie unser Prüfsiegel auf den Abverkaufspackungen der Hersteller abgedruckt. Das kann verschiedene beim Hersteller liegende Gründe haben. Deshalb sollten Sie ersatzweise in die vorstehende Liste schauen. Grundsätzlich wurden die vorstehend aufgeführten Blutdruckmessgeräte von uns validiert. Die Gerätehersteller dürfen das jeweilige Gerät auf unbestimmte Zeit mit unserem Prüfsiegel bewerben, soweit die Geräte noch verkauft werden. Sobald der Hersteller eine Änderung an einem Blutdruckmessgerät vornimmt, verliert das Gerät die Zulassung als Medizinprodukt und darf nicht mehr unter dem gleichen Namen vertrieben werden. Insofern können Sie davon ausgehen, dass alle im Verkauf befindlichen validierten Geräte unseren Validitäts-Anforderungen genügen.