Bluthochdruck und zu hohe Cholesterinwerte im Kindesalter schaden dem Gehirn16.08.2017 | Betroffene und Laien [+]

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Wie eine Langzeit-Beobachtungsstudie zeigt, bauen junge Menschen mit hohem kardiovaskulärem Risiko wahrscheinlich schneller kognitive Fähigkeiten ab, als Menschen ohne diese Prädisposition. Besonders betroffen scheinen Menschen mit Bluthochdruck zu sein.

Bei Erwachsenen scheint der kognitive Alterungsprozess mit zu hohem Blutdruck und erhöhten Cholesterinwerten zusammenzuhängen. Das haben diverse Studien bereits aufgezeigt.

Nun stellten Forscher aus Finnland darüber hinaus fest, dass auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit kardiovaskulären Risiken von diesem frühzeitigen Alterungsprozess im Gehirn betroffen sind. Haben junge Menschen beispielsweise erhöhte Cholesterinwerte oder rauchen sie, altert ihr Gehirn um etwa sechs bis acht Jahre schneller als das von Nichtrauchern und Menschen mit guten Blutfettwerten.

Die Forscher unterteilten die Probanden dabei in drei Lebensabschnitte: Kindheit (6 bis 12 Jahre), Jugend (12 bis 18 Jahre) und junges Erwachsenenalter (18 bis 24 Jahre). Nach 31 Jahren unterzogen sich die Teilnehmer Tests zum visuellen und episodischen Gedächtnis und zum visuell-räumlich assoziierenden Lernen. Hierbei schnitten Studienteilnehmer, die in den drei frühen Lebensphasen erhöhte Blutdruck- und Blutfettwerte hatten sowie diejenigen, die als Jugendliche oder Erwachsene rauchten, deutlich schlechter ab. Eine genaue Betrachtung der Studienergebnisse zeigt, dass die Teilnehmer mit den höchsten Blutdruckwerten im Kindes-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter ein um 8,4 Jahre höheres kognitives Alter aufwiesen als diejenigen mit normalen Blutdruckwerten. Bei den Cholesterinwerten lag der Unterschied bei 6,6 Jahren, bei Rauchern und Nichtrauchern betrug er 3,4 Jahre.

Die Autoren schlussfolgern, dass Präventionsarbeit bereits in frühester Kindheit unumgänglich ist, um kognitive Spätschäden zu vermeiden. Auch sollten Blutdruck, Lipide und anderen Risikofaktoren möglichst früh kontrolliert werden. Entsprechend früh könne dann interveniert werden.
Die Autoren führen die Studie weiter, um Aufschluss über die kognitive Leistungsfähigkeit der Probanden im hohen Alter zu erhalten und damit die Demenz- und Alzheimer-Entwicklung im Alter aufzuzeigen.

Quelle:
Suvi P. Rovio et al., Cardiovascular Risk Factors From Childhood and Midlife Cognitive Performance: The Young Finns Study, 017 DOI: 10.1016/j.jacc.2017.02.060

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