Wie wirken aktuelle Blutdrucksenker?

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht wie die wichtigsten Medikamente zur Blutdrucksenkung wirken.

Wirkstoffgruppe Wirkung Erste Wahl Nebenwirkungen / zu beachten

Diuretika
(Thiazide, "Wassertabletten")
Gängige Wirkstoffe: Hydrochlorothiazid (z.B. HCT, Disalunil), Indapamid (Indapamid von AL, Stada, ratiopharm u.a.)

Steigern die Ausscheidung von Salz und Wasser, wirken daher harntreibend. Die Blutflüssigkeitsmenge nimmt dadurch ab, die Gefäßwände werden entlastet und erweitert. Gut in niedriger Dosis in Kombination mit anderen Blutdrucksenkern, verstärken ihre Wirkung. Empfehlenswert bei Herzmuskelschwäche. Anfangs häufiger Harndrang.
Heute als alleiniges Blutdruckmittel (Monotherapie) nicht mehr üblich, weil Diuretika sich ungünstig auf Fett- und Zuckerwerte auswirken können. Bevorzugt Einsatz in geringer und besser verträglicher Dosierung in der Kombinationstherapie.

Beta-Blocker
(Beta-1-Rezeptor-selektive Blocker)
Gängige Wirkstoffe: Metoprolol (z.B. Beloc zok, Metoprolol von Heumann, AWD, Stada u.a.),
Bisoprolol (z.B. Concor, Bisoprolol von ratiopharm, Stada, AWD u.a.)

Blockieren die Stellen am Herzen (Beta 1-Rezeptoren), an denen blutdrucksteigernde Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin andocken. Basismedikament für Patienten, die schon Ablagerungen an den Herzkranzgefäßen haben (Koronare Herzkrankheit, KHK), einen Herzinfarkt hatten, an Herzmuskelschwäche oder Herzrhythmusstörungen leiden. Verzögern Fortschreiten dieser Erkrankungen und wirken hierbei lebensverlängernd. Der Herzschlag verlangsamt sich. Eine Schuppenflechte kann wieder aufblühen. Bei Asthmatikern sind Betablocker nicht geeignet. Bei Patienten mit chronischer obstruktiver Bronchitis können sie unter Beachtung der Lungenfunktion und Verträglichkeit mit Vorsicht eingesetzt werden.

Kalzium-Antagonisten
Gängige Wirkstoffe: Nitrendipin (z.B. Nitrendipin von Stada, AL u.a.), Amlodipin (z.B. von AWD, Hexal, Stada), Verapamil (z.B. Falicard, Isoptin, Verapamil von 1A Pharma, ratiopharm u.a.), Diltiazem (z.B. von ratio u.a.)

Hemmen das Einströmen von Kalzium in die Muskelzellen der Gefäße oder des Herzens, entspannen damit die Muskeln. Einige Mittel (Amlodipin) stellen Gefäße weit, andere (Verapamil / Diltiazem) verlangsamen zusätzlich den Herzschlag. Sind gut wirksam bei fast allen Patienten und können gut in Kombination mit anderen gegeben werden. Nur selten Nebenwirkungen. Bei höherer Dosis möglich sind Wassereinlagerungen an den Knöcheln (Ödeme), Kopfschmerzen, Herzklopfen. Zwei besondere Kalzium-Antagonisten (Verapamil und Diltiazem) verlangsamen wie Beta-Blocker den Herzschlag und dürfen deshalb nicht mit diesen kombiniert werden.

ACE-Hemmer
Gängige Wirkstoffe: Ramipril (z.B. Delix, Vesdil, Ramipril von CT, AL, Hexal u.a.), Lisinopril (z.B. Acerbon, Lisinopril von 1A Pharma, Sandoz, Stada)

Verhindern weitgehend, das Entstehen eines Hormons (Angiotensin II), das die Gefäße eng stellt und damit den Blutdruck erhöht. Besonders gut für Diabetiker und bei Herzmuskelschwäche. Können eine Verschlechterung diabetischer Nierenschäden verzögern. Besonders gut wirksam in Kombination mit einem Diuretikum oder Kalzium-Antagonisten. Häufig (10%) Reizhusten, oft erst nach Jahren der Einnahme. Dann empfiehlt sich, stattdessen einen AT 1-Rezeptor-Antagonisten einzunehmen. Dürfen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

AT 1-Rezeptor-Antagonisten
(Sartane)
Gängige Wirkstoffe: Losartan, (z.B. LORZAAR) Valsartan (z.B. Diovan, Provas), Candesartan (z.B. Atacand, Blopress), Eprosartan (z.B. Teveten), Olmesartan (Olmetec, Votum), Telmisartan (z.B. Micardis, Kinzalmono)

Blockieren die Effekte von Angiotensin II an den Andockstellen (Rezeptoren) im Gewebe. Wie ACE-Hemmer. Sehr nebenwirkungsarm, Alternative zu ACE-Hemmern. Dürfen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

Renin-Hemmer
Gängiger Wirkstoff: Aliskiren (Rasilez)

Greifen wie ACE-Hemmer in die Hormon-Synthese von Angiotensin II ein – allerdings sehr frühzeitig. Wirkt alleine blutdrucksenkend oder besonders in Kombination mit einem Diuretikum oder Kalzium-Antagonisten. Durchfall, Hautausschlag. Bei Diabetikern oder bei einer Nierenschwäche keine gleichzeitige Behandlung mit ACE-Hemmer oder AT 1-Rezeptor-Antagonist. Rücksprache beim Hausarzt erforderlich. Dürfen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

Zurück