Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®Mindestens 20 Millionen Menschen in Deutschland haben Bluthochdruck. Bei den über 60ig-Jährigen ist sogar jeder Zweite betroffen. Doch nicht einmal die Hälfte der Betroffenen weiß, dass sie an dieser Erkrankung leidet, die langfristig zu schweren gesundheitlichen Komplikationen führen kann. Der Welt Hypertonie Tag möchte auf dieses Problem aufmerksam machen und jeden Menschen ermuntern, seinen Blutdruck im Auge zu behalten – zur Erhaltung der eigenen Gesundheit.
Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann schwere gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Als optimaler Blutdruck gilt ein Wert unter 120/80 mm Hg. Bereits Werte über 120 mm Hg für den oberen (systolischen) oder höher als 80 mm Hg für den unteren, (diastolischen) Messwert sind kritisch und bei Werten von über 140 mm Hg systolisch (oder über 90 mm Hg diastolisch) spricht man vom Krankheitsbild des Hypertonus (Bluthochdruck). Besonders problematisch an der Erkrankung ist, dass der dauerhaft erhöhte Blutdruck meistens ohne nennenswerte Symptome verläuft. Akut kann sich Bluthochdruck zwar manchmal durch „diffuse Beschwerden“ bemerkbar machen, so z.B. durch Kopfschmerzen, Schwindel oder Nasenbluten – aber das ist eher selten der Fall und selbst dann konsultieren die wenigsten Menschen deswegen einen Arzt. Die Folge: Die meisten Patienten ahnen nichts von ihrer Erkrankung.
Somit ist Bluthochdruck zwar eine häufige Krankheit, dennoch wird sie selten diagnostiziert, geschweige denn frühzeitig therapiert.
Das ist jedoch fatal, denn Bluthochdruck ist eine „Zeitbombe” – häufig führt er zu schweren Folgeerkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Herzversagen, Gefäßerkrankungen (Schaufensterkrankheit, Augenschäden, Demenz) oder chronisches Nierenversagen (bis zur Dialysepflicht). Viele solcher ernsten, häufig auch zum Tode führenden Krankheiten könnten vermieden werden, würde die Grunderkrankung, der Bluthochdruck, rechtzeitig erkannt und auch behandelt werden. Denn eigentlich ist der Hochdruck heutzutage gut therapierbar.
Eine gesunde Lebensweise kann dem Bluthochdruck generell vorbeugen. Allerdings sind die Ursachen der Hypertonie ganz vielfältig – Veranlagung und „schlechte“ Lebensgewohnheiten (Bewegungsmangel, Rauchen sowie salz- und fettreiche Ernährung) tragen zum Bluthochdruck bei. Kommen weitere „Volks- oder Zivilisationskrankheiten“ wie Übergewicht, Zucker- oder Fettstoffwechselstörungen hinzu, so steigt – wie übrigens auch bei Rauchern – das Risiko für Hochdruck sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (kardiovaskuläre Erkrankungen) dramatisch an. Fast jeder zweite Todesfall in Deutschland wird derzeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht, die mit Bluthochdruck in Zusammenhang stehen.
Möchte man diese hohe kardiovaskuläre Sterblichkeitsrate senken, sollte die Blutdruckkontrolle und –senkung stärker im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung stehen. Menschen, insbesondere die mit einem erhöhten Risiko (wie beispielsweise ältere Menschen, übergewichtige Menschen, Raucher oder Diabetiker) sollten routinemäßig ihren Blutdruck überprüfen. Das kann jeder auch ganz einfach selbst zu Hause machen, zahlreiche moderne Blutdruckmessgeräte (achten Sie auf das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga!) sind selbst für ältere Menschen einfach handhabbar und geben verlässliche Messdaten.
Der diesjährige Welt Hypertonie Tag steht daher unter dem Motto „Messen Sie Ihren Blutdruck – zu Hause!“. Die Deutsche Hochdruckliga unterstützt die internationale Kampagne und informiert mit Faltblättern und Plakaten über Bluthochdruck, in denen auch eine Anleitung zur korrekten Blutdruckmessung zu finden ist. Diese Informationsblätter liegen bundesweit in Arztpraxen aus. Darüber hinaus bietet die Hochdruckliga umfassende Informationen für Patienten unter www.hochdruckliga.de und hat zudem ganzjährig ein „Herz-Kreislauf-Telefon“ eingerichtet (Mo.-Fr. 9-17 Uhr, unter 06221/ 5 88 555).
Nur wenn sich die Blutdruckkontrolle in der Bevölkerung allgemein etabliert, gibt es eine reelle Chance, dass auch Patienten mit leicht bis mäßig erhöhtem Blutdruck diagnostiziert und therapiert werden – und nicht nichtsahnend auf schwere kardiovaskuläre Komplikationen zusteuern. Die Früherkennung von Bluthochdruck hat ein großes Potenzial, es muss nur auch genutzt werden!
Helfen Sie uns, diese wichtige Präventionsbotschaft des Welt Hypertonie Tages durch das Aufgreifen dieser Meldung publik zu machen. Sollten Sie noch weitere Informationen oder einen Interviewpartner benötigen, wenden Sie sich bitte an:
Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®
Deutsche Hypertonie Gesellschaft
Berliner Str. 46
69120 Heidelberg
Tel. 06221/ 58855-0
Fax 06221/ 58855-25
hochdruckliga@t-online.de
Die Inzidenz der arteriellen Hypertonie ist in den Industrieländern immens. Mindestens 20 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, mit zunehmendem Alter ist ein Blutdruckanstieg immer wahrscheinlicher; bei den über 60-jährigen ist jeder Zweite Hypertoniker. Lediglich jeder dritte Mensch mittleren Alters (ca. 44 Jahre) hat noch einen normalen Blutdruck [1].
Als optimal gilt ein Wert unter 120 / 80 mm Hg. Über 120 mm Hg systolisch (oder diastolisch > 80 mm Hg) gilt als grenzwertig, über 140 mm Hg (oder diastolisch > 90 mm Hg) definiert eine Hypertonie.
Leider verläuft ein chronischer Hypertonus normalerweise ohne Symptome, weshalb er oftmals gar nicht bekannt ist und nur selten akute Beschwerden bereitet. Die möglichen Folgen sind jedoch tragisch: Apoplex, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz, vaskuläre Erkrankungen (pAVK, Retinopathie, Demenz) und chronische Niereninsuffizienz (bis zur Dialysepflicht). Hypertension und Rauchen sind Hauptrisikofaktoren sowie häufigste Ursache für Folgeschäden und einen frühen kardiovaskulären Tod. Akut kann sich eine hypertone Episode durch uncharakteristische Beschwerden bemerkbar machen, so z.B. Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten. Eine hypertensive Krise kann zu Dyspnoe, Angina pectoris, Übelkeit und Sehstörungen führen.
Über 90% aller Hypertoniker haben eine primäre bzw. essentielle Hypertonie. Werden sie nicht „zufällig“ bei einer Blutdruckmessung entdeckt, sind Spätschäden die Regel. Über die Hälfte der Patienten ist nicht diagnostiziert. Und nur jeder dritte diagnostizierte Patient wird auch behandelt. Hier kommt häufig eine mangelnde Compliance der Patienten zum Tragen, möglicherweise wird bei leichten Fällen jedoch auch seitens der Ärzteschaft das Problem unterschätzt. Ein Blutdruck unter 140/90 wird in Deutschland nur von jedem fünften Hypertonie-Patienten erreicht! Diabetiker mit Hypertonus werden zwar zu 75% behandelt, aber nur 7,5% erreichen den Zielwert (<130/80 mm Hg) [2]. Zu hinterfragen ist daher offensichtlich auch die Behandlungsqualität: Von den 20 Mio. Hypertonikern in Deutschland werden insgesamt schätzungsweise nur 10-20% richtig therapiert [3].
Die Ursachen der essentiellen Hypertonie sind vermutlich multifaktoriell und nicht endgültig geklärt. Veranlagung und Lebensgewohnheiten (Bewegungsmangel, salz- und fettreiche Ernährung) tragen zum Bluthochdruck bei. Kommen weitere Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Diabetes mellitus oder Lipidstoffwechselstörungen hinzu, so steigt das Arteriosklerose- bzw. kardiovaskuläre Risiko signifikant an. Fast jeder zweite Todesfall ist kardiovaskulär bedingt und hypertonieassoziiert. Das bedeutet, dass Patienten mit nur leichter bis mittelgradiger Hypertonie ebenfalls diagnostiziert und therapiert werden müssen, wenn die kardiovaskuläre Mortalität gesenkt werden soll.
Dazu müssen die Patienten auf die Gefahren hingewiesen und ermuntert werden, selber auf ihren Blutdruck zu achten, also regelmäßige Selbstmessungen durchzuführen und sich bei verdächtigen Werten vom Arzt weiterführend untersuchen und ggf. behandeln zu lassen.
Insbesondere Risikogruppen sollten routinemäßig von ihrem Hausarzt über ihre Gefährdung aufgeklärt werden. Dazu zählen Diabetiker, Raucher, Adipöse, Nierenkranke und auch alle Frauen, die hormonelle Präparate nehmen. Die Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga geben genaue Richtpunkte und Therapieempfehlungen. Beispielsweise sollten bei einem rauchenden Diabetiker bereits Blutdruckwerte ab 130 mm Hg behandelt werden. Auch ein adipöser Patient mit koronarer Herzkrankheit sollte nach Möglichkeit Werte unter 130/80 mm Hg erreichen.
Nur ein generelles Bewusstsein um die Blutdruckproblematik und die konsequente Therapie eines Hypertonus kann schwerwiegende Folgeerkrankungen vermeiden. Darauf aufmerksam zu machen, ist Ziel des Welt-Hypertonie-Tages, der am 17. Mai stattfindet. Dann werden deutschlandweit zahlreiche Veranstaltungen und kostenlose Blutdruckmess-Aktionen stattfinden, zu denen die deutsche Hochdruckliga aufgerufen hat.
Die Deutsche Hochdruckliga (www.hochdruckliga.de) unter dem Vorsitz von Prof. Dr. J. Hoyer bietet auch hervorragendes Patientenmaterial (z. B. Informationsflyer zum Welt Hypertonie Tag mit Regeln der Blutdruckselbstmessung) an, das sich zur Auslage in Wartezimmern eignet. Plakate und Broschüren zum Welt Hypertonie Tag wurden bereits an viele Arztpraxen versandt. Das Material kann auch noch bei der Deutschen Hochdruckliga angefordert werden.
Helfen Sie uns, die wichtige Präventionsbotschaft des Welt Hypertonie Tages durch das Aufgreifen dieser Meldung publik zu machen. Sollten Sie noch weitere Informationen oder einen Interviewpartner benötigen, wenden Sie sich bitte an:
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Literatur:
[1] DMW 131, 2006, 2580, zitiert nach Ärztezeitung, 11/2006, S.1
[2] Rump, Lars-Christian aus Ärzte-Zeitung, 26. November 2007, S. 4, Zielwerte für Blutdruck oft nicht erreicht
[3] MMM-Fortschr. Med Nr. 49-50/2007 8149. Jg.), S. 6, Versorgungslage unbefriedigend, zitiert nach Rump, Lars-Christian, Präsident der Hochdruckliga-Tagung 2007