Journal by FaxMANAGEMENT HYPERTONIE
JOURNAL BY FAX

Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte

6. Jahrgang 2006; Nr. 14

Initiale Kombinationstherapie im Praxistest

Seit 3 Jahren empfehlen nationale und internationale Leitlinien die Anfangsbehandlung der Hypertonie mit einer niedrig-dosierten Kombination als Alternative zur Monotherapie. In den Hypertonieinterventionsstudien wurden diese beiden Therapieprinzipien immer nur sequentiell eingesetzt, d.h. erst wenn die Monotherapie nicht zur Normalisierung des Blutdrucks führte, wurde bei dieser selektierten Patientengruppe ein zweites Antihypertensivum verordnet.

Ergebnisse aus randomisierten Studien

In den großen Hypertonieinterventionsstudien mit kardiovaskulärer Mortalität und Morbidität als End-punkten wurde also bisher noch nie geprüft, ob Behandlungsbeginn mit Monotherapie oder niedrig-dosierter Kombinationstherapie zu gleichen oder unterschiedlichen Resultaten führt. Allerdings gibt es zwei doppel-blinde Studien, in denen Hypertoniker mit linksventrikulärer Hypertonie (n = 556)1 bzw. diabetischer Nephropathie (n = 457)2 zu Monotherapie mit Enalapril oder der Kombination aus Perindopril plus Indapamid in zunächst niedrigen Dosen (10 bzw. 2 plus 0,625 mg) randomisiert und bei unzureichender Blutdrucksenkung bedarfsweise bis auf Maximaldosen von 40 bzw. 8 plus 2,5 mg titriert wurden. Dabei hat sich gezeigt, dass die Kombination nach einem Jahr hinsichtlich des Rückgangs der linksventrikulären Hypertrophie und der Albuminurie wirksamer ist als die Monotherapie. Die Überlegenheit der Kombination auf diese beiden anerkannten Surrogatendpunkte blieb auch dann signifikant, wenn ihre stärkere Blutdrucksenkung – trotz seltenerer Dosiserhöhung – bei der statistischen Auswertung berücksichtigt wurde.

Die PRIMUS-Studie in der Praxis

Vom Gesetzgeber wird gefordert, dass die Wirksamkeit neuer Medikamente nicht nur in wissenschaftlichen

Studien, sondern auch in der praktischen Anwendung nachgewiesen wird. Deshalb wurde die einzige, bislang europaweit zugelassene niedrig-dosierte Kombination aus 2 mg Perindopril und 0,625 mg Indapamid (Preterax®) in den Praxen von Allgemeinärzten und Internisten in Deutschland an 8.023 bisher unbehandelten (38%) bzw. vorbehandelten, aber unzureichend eingestellten Hypertonikern geprüft (PRIMUS-Studie, eine Anwendungsbeobachtung mit Data-Monitoring)3. Nur 11,4 % der Patienten waren ohne, 38,4 % hatten 1 – 2 und 42,1 % 3 und mehr zusätzliche Risikofaktoren (42,1 %) oder kardiovaskuläre Begleiterkrankungen (8,0 %).

Im Gesamtkollektiv betrug die Blutdrucksenkung bereits nach vier Wochen 20/10 mm Hg und nach 12 Wochen 28/14 mm Hg. Bei 50,5 % der Patienten kam es zu einer Normalisierung des Blutdrucks, bei weiteren 45,4 % zu einer Senkung des systolischen bzw. diastolischen Blutdrucks um mehr als 15 bzw. 10 mm Hg. Die Responderrate lag also bei nahezu 96 %. Ähnliche Ergebnisse wurden bei zahlreichen Untergruppen wie Patienten im höheren Alter, mit isolierter systolischer Hypertonie, mit kardiovaskulären Begleiterkrankungen und unterschiedlicher Zahl von Risikofaktoren erzielt. Nur 1 % der Patienten berichteten Nebenwirkungen wie Husten und Übelkeit. Neue unerwartete oder bislang unbekannte unerwünschte Ereignisse traten nicht auf.

Die Anfangsbehandlung der Hypertonie mit der niedrig-dosierten Kombination aus Perindopril plus Indapamid hat sich damit nicht nur in randomisierten, Plazebo-kontrollierten Studien, sondern auch an einer großen Zahl von Hypertonikern mit unterschiedlichen Risikofaktoren und Begleiterkrankungen bei der Routineanwendung in der Praxis als sehr wirksam und verträglich erwiesen.

Heinrich Holzgreve, München, München

Literatur: 1. Dahlöf B, Gosse P, Gueret P, et al. (2005) Perindopril/indapamide combination more effective than enalapril in reducing blood pressure and left ventricular mass: the PICXEL study. J Hypertens 23: 2063 - 2070 [Abstract] 2. Mogensen CE et al. (2003) Effect of low-dose perindopril/indapamide on albuminuria in diabetes. Preterax in Albuminuria Regression: PREMIER. Hypertens 41: 1063 - 1071 [Full text] 3. Holzgreve H, T Risler, and P Trenkwalder (2006) Efficacy and tolerability of the perindopril/indapamide combination therapy for hypertension: the PRIMUS study. Curr Med Res Opin 22: 1849 - 1858 [PubMed]
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