Journal by Fax MANAGEMENT HYPERTONIE
JOURNAL BY FAX

Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte

2. Jahrgang 2002; Nr. 14

Pulswellen-Geschwindigkeit –
ein wichtiger und unabhängiger kardiovaskulärer Prognoseparameter

Die Pulswellen-Geschwindigkeit ist ein indirekter Parameter zur Erfassung der arteriellen Gefäßsteifigkeit. In der Systole verläuft über die Aorta bis in die Kapillaren eine Pulswelle, die an Orten mit unterschiedlichen Wellenwiderständen reflektiert wird. Unter normalen Bedingungen wird ca. 80 % der initialen Welle im Bereich der präkapillären Widerstandsgefäße reflektiert 1. Die ableitbare Pulswellen-Form und -Geschwindigkeit ist ein Kompositum aus der peripherwärts laufenden und der reflektierten Pulswelle. Die Pulswellen-Geschwindigkeit wird durch die arterielle Steifigkeit beeinflusst: Je steifer die Arterie, desto höher die Geschwindigkeit. In elastischen Gefäßen erreicht die reflektierte Welle die Aortenklappe während der Diastole und erhöht so die koronare Durchblutung. Bei steifen Gefäßen lagert sich die (zu) schnell reflektierte Welle dem systolischen Druck auf (Augmentation) mit konsekutiver Erhöhung des systolischen Druckes, Senkung des diastolischen Druckes und Vergrößerung der Blutdruckamplitude 1. Gut dokumentiert ist, dass eine hohe Blutdruckamplitude ein starker unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse ist. Die mit zunehmendem Alter erhöhte Steifigkeit großer Arterien mit Verlust der Windkesselfunktion führt zu einer Zunahme der Pulswellen-Geschwindigkeit und der Blutdruckamplitude. Damit verbunden ist oft das Krankheitsbild der isolierten systolischen Hypertonie mit hoher Morbidität und Mortalität.

Die Pulswellen-Geschwindigkeit ist neben dem Alter u.a. abhängig von der Herzfrequenz, wobei eine Frequenzabnahme mit einer Verlangsamung verbunden ist. Bei Gesunden werden Werte von 4 – 9m/sec gemessen, während bei Hypertonikern bis zu 16m/sec erreicht werden. Seit einigen Jahren stehen nicht-invasive Messmethoden zur Verfügung, die einen breiten klinischen Einsatz ermöglichen 2. Sonographisch oder Magnetresonanz-gestützte Systeme haben den Nachteil, dass sie auf größere Arterien begrenzt und kostenintensiv sind. Weit verbreitet – weil relativ einfach und zuverlässig anwendbar – sind Methoden zur Bestimmung der Pulsdruckkurve und -Geschwindigkeit per Applanations-Tonometrie.

Mit Hilfe der Messung der Pulswellen-Geschwindigkeit kann zunehmend der Zusammenhang von arterieller Steifigkeit und kardiovaskulären Erkrankungen aufgezeigt werden, insbesondere bei arterieller Hypertonie, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie und terminalem Nierenversagen.

Literatur: 1. Vlachopoulos C und O´Rourke M (2000) Genesis of the normal and abnormal arterial pulse. Curr Probl Cardiol 25(5): 303–367 [PubMed Abstract] 2. Mackenzie IS, Wilkinson IB and Cockcroft JR (2002) Assessment of arterial stiffness in clinical practice. Q J Med 95(2): 67–74 [PubMed] 3. London GM und Cohn JN (2002) Prognostic Application of arterial stiffness: Task forces. Am J Hypertens 15(8): 754–758 [PubMed Abstract] 4. Asmar RG et al. (2001) Amelioration of arterial properties with a perindopril-indapamid very-low-dose combination. J Hypertens 19 (suppl 4): S15-S20 [PubMed Abstract]
Bei Rückfragen oder Interesse an Literatur zu diesem Thema stehen wir Ihnen unter der Fax-Nr. 089/57095-126 gerne zur Verfügung.
Servier Logo Ein
wissenschaftlicher
Service
HKT-Logo