Journal by Fax MANAGEMENT HYPERTONIE
JOURNAL BY FAX

Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Böhm, R. Schmieder, P. Stolte

1. Jahrgang 2001; Nr. 9

SCHWER EINSTELLBARE HYPERTONIE / THERAPIERESISTENZ - Teil II

Definition und Ursache wurden im Fax Nr. 6 von G. Linß beschrieben. Darauf basierend kann das folgende Vorgehen in der Praxis empfohlen werden:

Bezüglich der Therapie ist qualitativ zu überprüfen, ob ein Betablocker oder ACE-Hemmer (AT1-Antagonist) kombiniert ist mit einem Vasodilatator (z. B. Kalzium-antagonist) und einem Diuretikum. Quantitativ sind die Dosierungen zu reevaluieren (beachte: adipöse Patienten benötigen oft höhere Dosen besonders bei lipophilen Medikamenten) und mittels ABDM ist die tatsächliche Wirkdauer zu prüfen, "white-coat"-Effekte auszuschließen bzw. Hinweise auf ein sekundäres Hochdruckgeschehen zu erhalten. Große Bedeutung besitzt der positive Nachweis der tatsächlichen Medikamenteneinnahme (ggf. Einnahmekontrollen, pill-counting, biochemische bzw. pharmakologische Nachweise oder einfach nur die Kontrolle einer Frequenzsenkung unter Betablockern bzw. Verapamil) bzw. der Ausschluss einer Einnahme von blutdrucksteigernden Substanzen wie Amphetamine, Kokain, Anorektika bzw. ein Alkoholabusus etc.. Darüber hinaus können nichtsteroidale Antirheumatika, Prednisolon, Ciclosporin A und Erythropoetin den Blutdruck erhöhen und einzelne Antihypertensiva in ihrer Wirkung abschwächen (ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten, Betarezeptorenblocker u. a.), was häufig eine Therapieumstellung in Absprache mit Spezialisten erfordert. Hohe, therapeutisch schwer zu beeinflussende Blutdruckwerte ohne Hinweise auf Endorganschäden sollten besonders bei älteren Patienten an eine Pseudohypertonie mit dem Befund einer sklerosierten "Gänsegurgelarterie", palpabel am Radialispuls und röntgenologisch nachweisbar mit einer Mediasklerose einhergehend, denken lassen und eine direkte (blutige) Druckmessung nach sich ziehen.

Bestehen im diagnostischen Basisprogramm Hinweise auf ein sekundäres Hochdruckgeschehen (Status, Elektrolyte, Klinik, Kreatinin, Sonographie), so ist ein Spezialist hinzuzuziehen, wie auch jede tatsächliche therapierefraktäre Hypertonie aufgrund des hohen Morbiditäts- und Mortalitätsrisikos zur diagnostischen Abklärung und Therapieintensivierung einem Spezialisten zu überweisen ist.

Literatur: 1. JNC VI. Arch Intern Med 1997; 157:2413-46 [Full text] 2. McAlister FA, Lewanczuk RZ, Teo KK (1996) Resistant hypertension: An overview. Can J Cardiol 12(9): 822–828 [Abstract] 3. Scholze J: Hypertonie & Begleitkrankheiten. Blackwell 1999 [siehe Buchliste] 4. WHO/ISH-Guidelines. J Hyp 1999; 17: 151-83 5. [Reprint (PDF)]
Bei Rückfragen oder Interesse an Literatur zu diesem Thema stehen wir Ihnen unter der Fax-Nr. 089/57095-126 gerne zur Verfügung.
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