ACE-Hemmer senken Sterberate bei Hypertonie26.04.2012 | Ärzte und medizinisches Fachpersonal [+]
Eine internationale Forschergruppe um Dr. Erik Boersma aus Rotterdam haben mit der Analyse von 20 großen klinischen Studien herausgefunden, dass ACE-Hemmer in der antihypertensiven Therapie zur Reduktion der Gesamtmortalität beitragen (Eur Heart J 2012; online am 17. April).
Wie die Ausgabe von ärztezeitung.de vom 25.04.2012 berichtet, wurden dabei nur seit dem Jahr 2000 publizierte Studien berücksichtigt, in denen die angewendeten Therapien auch den zeitgemäßen Standards genügten.
Bedingung war, dass mindestens zwei Drittel aller Studienteilnehmer eine Hypertonie aufweisen mussten und somit der erwartete Nutzen der Therapie im Wesentlichen aus einer Senkung des Blutdrucks resultieren würde.
An den analysierten Studien hatten insgesamt knapp 160.000 Patienten teilgenommen, von denen im Schnitt 91 Prozent auch einen Bluthochdruck hatten. Davon erhielten 71.401 Patienten eine Behandlung mit einem RAAS-Blocker (ACE-Hemmer oder Sartan), 87.597 waren den jeweiligen Kontrollgruppen zugeteilt.
Die Kontrollgruppen waren entweder mit Placebo oder anderen aktiven Wirksubstanzen wie Betablocker, Diuretika oder Kalziumantagonisten behandelt worden. Die Beobachtungsdauer betrug im Schnitt 4,3 Jahren.
Für die Gesamtgruppe der RAAS-Blocker ergab die Analyse eine signifikante relative Reduktion der Inzidenzrate für die Gesamtmortalität um 5 Prozent (20,9 versus 23,3 Todesfälle/1000 Patientenjahre) und der kardiovaskulären Mortalität um 7 Prozent (8,7 versus 10,1 Todesfälle/1000 Patientenjahre).
Dieses positive Ergebnis resultierte allerdings bei näherer Betrachtung nicht aus der RAAS-Blockade per se. Vielmehr spiegelt sich darin nahezu ausschließlich die günstige Wirkung der ACE-Hemmer wider, die mit einer signifikanten relativen Reduktion der Gesamtmortalität um 10 Prozent assoziiert waren (20,4 versus 24,4 Todesfälle/1000 Patientenjahre).
Diese Reduktion zeigte sich sowohl im Vergleich zu Placebo als auch zu anderen blutdrucksenkenden Therapien in Kontrollgruppen.
Quelle: ärztezeitung.de, 25.04.2012
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